OnlyFans und pornografische Deepfakes: Zwei Phänomene des Pornografiewandels

OnlyFans erlebte in den vergangenen Jahren einen enormen Boom und mischt die Debatte um Freiwilligkeit, Selbstbestimmung, Ausbeutung und Zwang in der Sexindustrie auf. Gleichzeitig taucht ein neues Phänomen auf, bei dem die Kontrolle definitiv verloren ist: pornografische, auch sexualisierte Deepfakes genannt.

Können Menschen ihren Körper wirklich selbstbestimmt vermarkten? Was passiert wenn künstliche Intelligenz und Intimität verschmischt werden? Zwischen OnlyFans und sexualisierten Deepfakes stellt sich die Frage: Wo endet Selbstbestimmung und wo beginnt Kontrollverlust?

Thesis

Die Bachelorthesis untersucht lediglich sexualisierte Deepfakes von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz und analysiert deren psychische und soziale Auswirkungen sowie geeignete Präventionsmassnahmen. OnlyFans ist ergänzend Thema im Lehrprojekt.

Sexualisierte Deepfakes stellen eine zunehmende Form bildbasierter sexualisierter Gewalt dar, bei der Minderjährige ohne ihre Zustimmung in pornografische Inhalte eingefügt werden. Trotz der wachsenden Relevanz fehlen in der Schweiz bislang umfassende Untersuchungen zu den spezifischen Herausforderungen für Betroffene.

Die Arbeit basiert auf einem qualitativ-explorativen Forschungsdesign mit sechs leitfadengestützten Interviews mit Fachpersonen aus Medienethik, Kriminologie, Medienrecht, Jugendpsychologie und Politik.

Die Ergebnisse zeigen, dass sexualisierte Deepfakes erhebliche psychische und soziale Folgen wie Schock, Scham, Angst, Kontrollverlust und Ausgrenzung verursachen. Gleichzeitig bestehen rechtliche und praktische Defizite bei Prävention und Strafverfolgung. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass ein wirksamer Schutz Minderjähriger nur durch das Zusammenspiel von Aufklärung, Medienbildung, Elternarbeit, schulischer Prävention, Plattformverantwortung und klaren rechtlichen Rahmenbedingungen erreicht werden kann.

Lehrprojekt

Anhand der Geschichten einer OnlyFans-Creatorin und einer Influencerin, die Opfer sexualisierter Deepfakes wurde, zeigt die zweiteilige Reportage, wie der digitale Wandel die Pornoindustrie verändert. Fachpersonen aus Medienethik, Medienrecht, Kriminologie und Digitalisierung ordnen die Entwicklungen ein und geben Einblicke in die gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Fragen, die damit verbunden sind.

Ziel des Lehrprojekts war die Konzeption und Produktion einer journalistischen Reportage zum Thema «Pornografie im Wandel der Zeit: OnlyFans und pornografische Deepfakes».

Ausgangspunkt waren zwei aktuelle aber auch unterschiedliche Entwicklungen im digitalen Pornografiebereich: die zunehmende Vermarktung sexueller Inhalte über Plattformen wie OnlyFans sowie die Verbreitung sexualisierter Deepfakes durch künstliche Intelligenz. Im Zentrum stehen persönliche Erfahrungen, die unterschiedliche Perspektiven eröffnen – von freiwilliger Selbstvermarktung und ihren Herausforderungen bis hin zu Kontrollverlust und digitaler Gewalt.

Teil 1: OnlyFans

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

Teil 2: Deepfake Pornografie

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

Herausforderungen Lehrprojekt

Eine der grössten Herausforderungen bestand in der mehrfachen Anpassung des Konzepts während der Produktionsphase. Ursprünglich war eine Reportage zum Thema pornografische Deepfakes vorgesehen. Trotz intensiver Recherche und zahlreicher Kontaktaufnahmen konnte zunächst jedoch keine geeignete betroffene Person gefunden werden, die bereit war, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen. Um das Projekt dennoch realisieren zu können, wurde das Konzept erweitert und der Fokus zusätzlich auf die Digitalisierung von Sexarbeit am Beispiel von OnlyFans gelegt. Bei der Suche nach einer Protagonistin für das Thema Deepfake gaben wir aber nicht auf und blieb während eines grossen Teils der Produktion parallel noch dabei. Dadurch mussten das Konzept, die Dramaturgie sowie die Produktionsplanung erneut angepasst und zusätzliche Drehtage organisiert werden. Eine weitere Herausforderung stellte die Terminkoordination dar. Die Verfügbarkeit der Fachpersonen und Protagonistinnen war sehr unterschiedlich und musste mit den Dreharbeiten zu Randzeiten stattfinden und an vielen verschiedenen Drehorten. Dadurch entstanden mehrere kurzfristige Terminverschiebungen und ein erhöhter organisatorischer Aufwand. Zusätzlich erforderte die Sensibilität des Themas einen besonders sorgfältigen Umgang mit