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Vom Gartenhaus zum Coiffeurstudio

Ein Bekannter hat mit einem Kollegen ein eigenes Coiffeur-Business aufgebaut. Was im engsten Freundeskreis begann, hat sich durch stetige Verbesserung ihrer Fähigkeiten zu einem wachsenden Kundenstamm entwickelt. Kürzlich haben sie ein Gartenhaus komplett zu einem vollwertigen Coiffeursalon umgebaut. Um diesen Schritt in die Professionalität visuell nach aussen zu tragen und neue Kunden anzusprechen, habe ich die komplette Produktion eines Werbevideos für sie übernommen.

1. Konzept / Idee Das Ziel des Videos war es, die visuelle Identität des Salons auszuarbeiten. Die Kernbotschaft – der starke Kontrast zwischen dem unscheinbaren Äusseren des Gartenhauses und dem hochprofessionellen Setup im Inneren – musste subtil und merkbar inszeniert werden, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Dies erforderte die Planung der Bildsprache.

2. Das Equipment Da ich bei diesem Projekt als One-Man-Crew agierte, lag die Herausforderung darin, ein agiles Setup zusammenzustellen, das ich alleine bedienen kann, ohne grosse Qualitätseinbussen hinzunehmen.

Hauptkamera: Ich entschied mich für eine Sony a6500 auf einem Gimbal, kombiniert mit einem Shotgun-Mikrofon. Das ermöglichte mir saubere Kamerabewegungen und direkte Tonabnahme bei maximaler Mobilität. Den physikalischen Grenzen des etwas kleineren Sensors musste ich bei der Aufnahmeplanung etwas entgegenwirken.

B-Roll Kamera: Um dem Video eine zusätzliche visuelle Dynamik zu verleihen, integrierte ich eine DJI Osmo Action 5 Pro. Diese bewusste Entscheidung erwies sich als äusserst wertvoll: Die kompakte Bauweise erlaubte es mir, extrem nah an das Equipment und die Personen heranzugehen, wobei das Bild durchgehend scharf blieb.

3. Der Drehtag Die räumlichen Gegebenheiten des Gartenhauses stellten hohe Anforderungen an die Produktion. Da der Platz sehr eng war, konnte kein klassisches Filmequipment (wie Lichter) aufgestellt werden, und auch das natürliche Licht reichte nicht aus. Das erforderte viel Improvisation auf dem engen Raum. Mit einem portablen LED-Licht setzte ich gezielte Akzente, um Kontraste zu schaffen und die Augen der Personen für einen lebendigen Ausdruck gezielt auszuleuchten.

4. Postproduktion & Feinschliff In der Postproduktion machte ich den gesamten Workflow vom Schnitt über das Color Grading bis hin zum Audio Mastering. Da ich bis jetzt noch keine ganze Produktion selber gemacht habe, war das eine Herausforderung für mich.

Audio Mastering: Die Raumakustik im Gartenhaus war für das Shotgun-Mikrofon nicht optimal. Um dennoch eine professionelle Tonqualität zu erreichen, bearbeitete ich die Audiospuren mit Adobe Podcast. So konnte ich die Sprachverständlichkeit massiv optimieren.

Schnitt: Das Sichten des umfangreichen Rohmaterials und das Finden des richtigen Rhythmus für den finalen Schnitt nahm viel Zeit in Anspruch.

Color Grading & Bildaufbereitung: Mein Ziel war ein natürlicher, aber hochwertiger Look. Die Low-Light-Aufnahmen aus dem Gartenhaus erforderten dabei eine intensive Bearbeitung. Besonders das gezielte Vermindern des Bildrauschens in den dunklen Bildbereichen erforderte viel Detailarbeit und technisches Know-how.

Hier ist das Video zu sehen:

https://www.instagram.com/reel/DYNjON6IZeK

https://drive.google.com/file/d/1IFqDemcHq5bobNlA44qx98d22I3S9bZg/view?usp=sharing

(mmi)

Julian, der mich gefragt hat, ob ich das Video für ihn machen könnte, hatte keine grossen Vorstellungen oder Erwartungen. Dementsprechend war er auch sehr zufrieden das Endresultat zu sehen. Ich bin von diesem Standpunkt (mit wenigen Erwartungen) aus vorgegangen, das war vielleicht ein Fehler. Wenn ich grössere Erwartungen an dieses Video gehabt hätte, hätte ich wahrscheinlich besseres und mehr Equipment mitgenommen. Ich hätte ein besseres Tonaufnahmegerät und Mikrofon, ein Stativ, eine bessere Kamera und Lichter verwendet. Jetzt rauscht das Video an gewissen Stellen, das hätte ich so vermeiden können.

Um auch in dem kleinen Raum Tiefenunschärfe zu haben, habe ich eine Blende von 1.4 verwendet. Leider war der Autofokus der Kamera nicht sehr gut und so sind gewisse Aufnahmen unschaft. Das ist sehr schade, da ich nicht viele Versuche hatte, die Aufnahmen zu machen.

Mit dem Color Grading bin ich nicht zu 100% zufrieden, da es nicht auf die DJI Osmo Actioncam abgestimmt ist. Jedoch konnte ich die Farben gar nicht zu sehr verändern, ohne, dass die Qualität sichtbar darunter leidet.