Nachhaltiges Engagement Dokumentieren
Aktivistische Dokumentarfilme spielen in der strategischen Kommunikation von NGOs eine zunehmend wichtige Rolle. Die Bachelorarbeit untersucht, wie NGOs narrative Konzepte einsetzen, um ihre Botschaften in dokumentarischen Videoformaten zu kommunizieren. Als Lehrprojekt begleiteten Cédric Züllig und ich während einem Monat einen Segelfrachter.




Thesis
Drei dokumentarische NGO-Videos von jeweils Greenpeace, Amnesty International und Terre des hommes wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse auf ihre narrative und visuelle Gestaltung hin untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die drei Organisationen in ihrer Bildsprache auf ein ähnliches Grundmuster stützen: Nahe bis amerikanische Einstellungen inszenieren Interviews, während Totalen den räumlichen und thematischen Kontext liefern – die Kamera bleibt dabei überwiegend statisch. Narrativ wird das zentrale Problem jeweils zunächst anhand individueller Schicksale eingeführt und erst anschliessend durch Expert:innenaussagen oder Zahlen eingeordnet, bevor die Lösung durchgängig als Advocacy- oder Entwicklungsnarrativ kommuniziert wird. Deutliche Unterschiede zeigen sich hingegen im Produktionsgrad und in der Schnittfrequenz: Terre des hommes schneidet mehr als doppelt so schnell wie Amnesty International, dessen Video sich durch seine zurückhaltende, kaum inszenierte Bildgestaltung dem journalistischen Feature annähert. Über alle drei Fälle hinweg werden die Protagonist:innen mehrheitlich als handlungsfähige Subjekte dargestellt, nicht als passiv Betroffene – wobei Mitleid und Betroffenheit dennoch zu den prägenden Emotionen zählen.
Lehrprojekt
Mit «a little broken but still working» haben Cédric Züllig und ich einen 60-minütigen Dokumentarfilm produziert. Zusammen mit einer 16-köpfigen Crew begleiteten wir das Schiff Avontuur auf dem Weg von Horta bis nach Hamburg. Das Segelfrachtschiff konkurrentiert nicht mit den grossen Frachtschiffen, sondern möchte ein Umdenken beim Konsum von speziell verschifften Waren anregen. Der Film thematisiert den Alltag auf dem 106 Jahre alten Frachter und ob denn das wirklich Nachhaltiger als Ölfrachter ist. Der Film wird noch an verschiedenen Festivals eingereicht und ist deshalb nicht frei zugänglich.