Nachhall – Vorbereitung eines interaktiven Psychodramas
Was bleibt, wenn Erinnerungen lügen? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt unseres interaktiven Kurzfilms «Nachhall». Um die Geschichte mit Entscheidungsstrukturen und mehreren Enden umsetzen zu können, haben wir uns im aktuellen Semester mit der konzeptionellen Vorbereitung beschäftigt. Die Dreharbeiten finden im nächsten Semester statt.
Als Vorbereitung und Grundlage für die Umsetzung im nächsten Semester haben wir ein Treatment, den Ablauf sowie eine Version des Drehbuchs für einen interaktiven Kurzfilm geschrieben. Da interaktive Formate eine höhere Komplexität mit sich bringen, lag der Fokus dieses Semesters auf Vorbereitungsarbeiten. Die eigentliche Produktion erfolgt im kommenden Semester.
Nachhall arbeitet mit mehreren Entscheidungspunkten, an denen die Zuschauer*innen zwischen zwei Optionen wählen. Diese Entscheidungen führen zu unterschiedlichen Handlungssträngen und insgesamt drei möglichen Enden. Bestimmte Szenen bleiben je nach Pfad verborgen und erschliessen sich erst beim wiederholten Ansehen.
Inhaltlich begleitet der Film Lexie, die sich für den Tod ihrer besten Freundin Luna verantwortlich fühlt. Der verhängnisvolle Abend ihres Todes wird stückchenweise rekonstruiert und je nach Entscheid unterschiedlich verarbeitet. Die drei möglichen Enden stehen für Verdrängung, Zerbrechen oder Akzeptanz.
Erarbeitung der Story
In einem ersten Schritt haben wir unsere Vorstellungen des Psychodramas im Team diskutiert und den groben Storyverlauf mit allen Entscheidungsabzweigungen auf einem Whiteboard visualisiert. So konnten wir die Pfade und Rücksprünge früh sichtbar machen und erkennen, wo Szenen zu ähnlich werden oder wo es Sackgassen gibt. Das Whiteboard diente uns als Grundlage für Struktur und Dramaturgie.





Den groben Ablauf, skizziert auf einem Whiteboard
Anschliessend haben wir an mehreren Tagen einen ersten Drehbuchentwurf geschrieben. Die grösste Herausforderung war es, die verschiedenen Handlungsstränge so darzustellen, dass sie verständlich bleiben, insbesondere in Momenten, in denen durch eine Entscheidung an einen ganz anderen Punkt der Geschichte gesprungen wird. Deshalb haben wir diesen Entwurf bewusst als Arbeitsfassung angelegt, die im nächsten Semester final fertiggestellt wird.





Einige Auszüge aus dem Drehbuch.
Nächste Schritte
Als zentrales Ergebnis dieses Semesters haben wir auf Grundlage des Drehbuchs ein Treatment erstellt. Darin sind Story und Figuren, Zielgruppe und Relevanz, die Entscheidungsmechanik, die technische Umsetzbarkeit sowie der angedachte visuelle Stil gebündelt. Das Treatment soll im nächsten Schritt helfen, extern klar zu kommunizieren, worum es bei Nachhall geht, und was für die Umsetzung benötigt wird.
Hier kann das fertige Treatment angesehen werden.
Mit dem Treatment gehen wir in den nächsten Wochen auf Schauspielschulen zu, um die Rollen zu besetzen. Parallel möchten wir Förderstellen und Projekte anfragen, um ein kleines Produktionsbudget zu ermöglichen, beispielsweise für Outfits, Set-Elemente oder eine Entschädigung für die Schauspieler*innen.
Mit der Umsetzung wird bereits vor Semesterstart weitergearbeitet: Wir präzisieren aktuell das Drehbuch, erarbeiten ein grobes Storyboard und konkretisieren Überlegungen zu Setdesign und Produktion. Die Dreharbeiten sind derzeit zwischen Ende März und Ende April geplant, damit im Mai genügend Zeit für Schnitt, Postproduktion und die Umsetzung der interaktiven Webseite bleibt.
(abb)
Bereits die Ausarbeitung einer ersten Drehbuchversion war deutlich aufwändiger als ursprünglich erwartet. Mit rund 50 Seiten zeigt sich die Komplexität, die interaktive Erzählformen mit sich bringen. Dieser Umfang erachten wir aktuell aber als zu komplex, weshalb wir die Story bei einer Überarbeitung voraussichtlich noch kürzen werden.
Auch die Darstellung der interaktiven Pfade im Drehbuch erwies sich als Herausforderung. Obwohl wir mit einer nummerierten Struktur gearbeitet haben, bleibt der Überblick bei Wechseln zwischen den Pfaden teilweise unklar. Um für eine bessere Übersicht zu sorgen, planen wir bei der Überarbeitung folgende Anpassungen:
- Eine digitale Version des groben Ablaufs als Flow-Chart, inklusive Szenennummern.
- Eine klarere Nummerierung der Szenen, damit jederzeit ersichtlich ist, in welchem Pfad man sich befindet.
- Interne Verlinkungen innerhalb des Drehbuchs, um bei Entscheidungen direkt zu den entsprechenden Szenen zu gelangen.
Organisatorisch zeigte sich, wie wichtig frühe Vorbereitung für ein Projekt dieser Grösse ist. Um Zeitdruck in der Produktionsphase zu vermeiden, werden wir bereits vor Semesterbeginn mit weiteren Vorarbeiten starten. Während die Besetzung der Rollen noch offen ist, konnten wir die Filmcrew bereits frühzeitig aus Studierenden unseres Semesters zusammenstellen, was eine solide Basis für die kommende Umsetzung schafft.