Meine Existenz vs Corona – ein Porträt

Corona, Corona, Corona… Ein Schreck, den uns noch lang in den Knochen stecken wird. Wir können von Glück reden, wenn «nur» unsere Freiheit davon beeinträchtigt wurde. Doch wie leben die Menschen, deren Lebensgrundlage von Corona in Frage gestellt wird?

Alex Wenner, Inhaber des Fitness-Studios «fight4fitness» in Bümpliz erlebt gerade die Folgen der Massnahmen, die der Bund zum Schutz der Bevölkerung verhängt hat. Von der Schliessung der Freizeitbetriebe ist auch sein Studio betroffen. Der Schaden an seinem Geschäft, und gleichzeitig seiner Existenz, sind verheerend: Was vor gut einem Jahr Alex‘ Lebensgrundlage war, ist heute ein riesiger Grund zur Sorge. Denn: Ist das Studio nicht offen, verdient Alex Wenner kein Geld. Und als Einzelunternehmer kann er sich bei keinem Amt melden, das ihm den Lohnausfall ersetzt.

Eine schwierige Situation – ein starker Geist. Das Corona nicht der Moment zum Aufgeben ist, beweist Alex Wenner in diesem Porträt.

Alex Wenner – Wenn Sport die Lebensgrundlage ist

(spu)

Dieses Projekt entstand aus der Not: Laura geht seit bald einem halben Jahr ins fight4fitness. Nach sofortiger Begeisterung lud sie Luana ein, ein Probetraining zu machen. Und schon waren wir beide angefixt: Das Training bei Alex im fight4fitness macht Spass, und bringts.

Mit den letzten verhängten Massnahmen und der Schliessung aller Freizeitbetriebe verändert sich jedoch die Situation: Wir müssen auf unser Training verzichten, Alex auf seinen Lohn. Aus Gesprächen mit ihm wird klar, dass er nach einem schwierigen Jahr fast vor dem Aus steht.

Uns war das nicht recht, denn jede(r), der Alex‘ Training besucht, weiss, dass er für fight4fitness lebt. Und dafür wollten wir uns einsetzen: Mit unseren multimedialen Fähigkeiten unterstützen wir Alex in seinem Marketing und seinem Auftritt, sodass er hoffentlich bald wieder voll ausgelastet ist.

Das Projekt

Für fight4fitness entwickelten wir eine neue Kommunikationsstrategie. Hier wendeten wir unser gesammeltes Wissen aus 3 Semestern Medien-BWL und MaMe an, sodass wir ein solides Fundament für alles Folgende erschufen.

Inhalte des Konzeptes:

  • Geschäftsmodell: Analyse des Angebots und des Marktes, Empfehlungen für Veränderungen
  • Konkurrenz und Zielgruppe: Konkurrenzanalyse im Desk Research in der näheren Umgebung (wahrscheinliche Zielgruppe, Angebot, Preise), Definition der direkten Konkurrenz. Analyse der momentanen f4f-Zielgruppe und Definition einer zusätzlichen Zielgruppen
  • Ertragsquellen: Analyse des momentanen Ertragsmodelles und Empfehlungen zum Pricing und neuen Vertragsarten (B2C sowie B2B)
  • Leistungsversprechen: Definition des Leistungsversprechens als Aufhänger für die Kommunikation
  • Marketing: Defition des Markenrads und der 7P
  • Massnahmen: Wir empfehlen einen Massnahmenkatalog, der auf den vorherig erfassten Daten basiert. So stellten wir sicher, dass alle Massnahmen so effektiv wie möglich gestaltet werden können

Zielgruppe: Wir schlugen in der Strategie vor, eine neue Zielgruppe zu avisieren. Bevor wir uns jedoch auf deren Interesse verliessen, prüften wir in einer Online-Umfrage, ob ausgewählte Menschen dieser Zielgruppe überhaupt auf das Angebot ansprechen. Die Umfrageergebnisse bereiteten wir grafisch auf und liessen sie Alex zukommen, denn sie bilden die Grundlage für unsere nächsten Schritte.

Fitogram und Website: Als weitere Massnahme empfohlen wir Alex, eine Studio-Management-Software zu implementieren. Bei unserer Recherche trafen wir auf das Produkt Fitogram, das auf Kurs-Studios wie fight4fitness ausgelegt ist. Das wichtigste: Das Tool hat eine direkte Schnittstelle zu WordPress, weswegen wir somit die Website von f4f upgraden können. Die Kundendatenbank bietet die Grundlage für eine der Massnahmen, das Newsletter-Mailing: Denn wir sind der Überzeugung, dass die Kundenbindung ein essenzieller Faktor beim Erfolg von f4f ist. Die Implementierung von Fitogram nehmen wir im nächsten Semester vor, da dies einige WordPress-Kenntnisse voraussetzt und wir uns zuerst einlesen wollen. In diesem Schritt werden wir auch gleich weitere Korrekturen vornehmen können wie z.B. die Änderung der Bildsprache auf der Website.

Aufgrund dieses umfangreichen Fundaments wollen wir im neuen Jahr einige der Massnahmen realisieren. Wichtig dabei ist, dass wir sie selbst umsetzen können, denn Alex erhält diese Leistungen komplett kostenfrei von uns. Einzige Gegenleistung: Das Porträt, in dem wir Alex auf Digezz vorstellen.

Das Video wurde an einem Vormittag im fight4fitness-Studio gedreht. Wir teilten uns die Aufgaben auf: Laura war verantwortlich für das Material und die Bilder, Luana war verantwortlich für das Video-Konzept, die Interviewleitung und den Ton. Wir arbeiteten nur mit eigenem Material, hatten davon aber genügend zuhause. Wir benutzten für den Dreh:

  • ein iPhone 11 Pro Max mit Filmic Pro und Anschluss eines Kamera-Mikrofons für die Bilder und den Kameraton
  • ein iPhone 6 und ein Lavalier-Mikrofon für den Interview-Ton (Stimme Alex)
  • ein iPhone 10 und ein zur Tonangel umfunktioniertes RODE-Videomic für den Umgebungston und die zweite Stimmaufnahme beim Interview
  • ein DJI Osmo Gimbal für die bewegten Aufnahmen
  • eine Rig, auf der das iPhone 11 und das Kamera-Mikrofon befestigt waren

Beim Dreh hatten wir etwas mit dem Licht zu kämpfen, denn aufgrund der verschiedenen Perspektiven und Drehorte war es bei jeder Aufnahme etwas anders. Trotz dem wiederholten Weissabgleich konnten wir in der Postproduktion keine perfekten Farben erzielen – das müssen wir noch üben. Wir sind dafür sehr happy mit unserem Audio, da Alex‘ Stimme trotz Hall im Studio und improvisiertem Set-Up sehr klar durchkommt. Für den Schnitt und die Postproduktion haben wir Premiere Pro verwendet, für die Grafiken haben wir mit Illustrator und After Effects gearbeitet.

Unser Protagonist Alex war sehr kamerascheu. Dies stellte eine zusätzliche Hürde dar. Ihm war wichtig, möglichst wenig direkt auf den Aufnahmen zu sehen zu sein. Für die Drehaufnahmen stellte dies kein grosses Problem dar, wir machten einfach genügend Schnittbilder. In der Post Production merkten wir aber rasch, dass es schwierig ist, passende Bilder zum Dialog zu finden. Für die beschränkten Möglichkeiten die wir hatten, sind wir jedoch mit dem Endergebnis zufrieden.

Learnings:

  • Genau hinschauen: Wir haben an diesem Projekt gelernt, dass es wichtig ist, die Details in die Rechnung miteinzubeziehen. Viele Ideen ergaben sich uns nur, weil wir uns mit den „Kleinigkeiten“ befasst haben. Und das grösste Plus: Wir verstehen nun, wie der Markt tickt – unsere Massnahmen können wir somit gezielt und effektiv umsetzen.
  • Nicht zu viel vornehmen: Wir haben dieses Projekt sehr viel grösser abgesteckt,als wir schlussendlich realisieren konnten. Wir lernten erst beim Machen, wie viel Zeit das konzeptionelle Arbeiten braucht und wie viel Effort man in die Recherche stecken muss. Um keine Idee unrealisiert zu lassen, splitten wir unser Projekt also in zwei Teile und fahren nächstes Semester mit der Umsetzung weiter.
  • Breit denken: Für die Empfehlung der Massnahmen mussten wir uns im Brainstorming weit aus unserer Komfortzone wagen, damit wir überhaupt gute Ideen finden. Dafür sind sie nun umso besser.

Wie es weiter geht, erfahrt ihr nächstes Semester 🙂