Logo-Entwicklung für CTRL Café Bar

Ein echtes Café in Zürich brauchte eine visuelle Identität und ich durfte sie entwickeln. Das Projekt «CTRL Cafe Bar» war ein Experiment mit realem Kundenkontakt: Kein fiktiver Briefing-Text, keine Musterlösung, sondern ein Auftraggeber mit echter Vorstellung, echtem Feedback und echten Ansprüchen.

Die Anfrage kam am 31. März und die Deadline lag auf dem 24. April, da die Eröffnung des Cafés als Pop-up am 4. Mai geplant war. Damit stand mir rund ein Monat zur Verfügung, was für dieses Projekt ein gut kalkulierbarer Zeitraum war. Ich habe mir in dieser Phase bewusst Zeit genommen, um alles rechtzeitig und in Ruhe umsetzen zu können.

Der Prozess begann mit einer ersten gemeinsamen Ausrichtung: Der Kunde hatte bereits eine Vorstellung von Farbe und ungefährem Look. Zu Beginn analysierte ich verschiedene Cafés, Bars und Gastronomiebetriebe hinsichtlich ihrer visuellen Identität. Dabei interessierte mich insbesondere, wie Typografie, Farben und grafische Elemente eingesetzt werden. Diese Recherche half mir dabei, den Markt besser einzuordnen und eine Positionierung für CTRL Café Bar zu entwickeln, die sich von bestehenden Konzepten abheben kann.

Ich habe daraufhin einige unausgearbeitete Logo-Varianten erstellt, die hauptsächlich mit verschiedenen Schriften spielten, nicht um fertige Konzepte zu präsentieren, sondern um gemeinsam eine Richtung zu bestimmen. Dieser frühe Austausch war entscheidend: Wir mussten von Anfang an dieselbe Vorstellung haben, bevor ich unnötig viel Zeit in die Ausarbeitung investierte.

Die Entwürfe entstanden nicht zufällig, sondern auf Basis unterschiedlicher gestalterischer Ansätze. Einige Varianten fokussierten stark auf die technische Bedeutung von «CTRL» als Tastaturbefehl, andere legten den Schwerpunkt auf die Café-Atmosphäre oder auf eine moderne urbane Ästhetik. Durch diese Breite konnten wir bereits früh herausfinden, welche Richtung passt.

Nach der Richtungsfindung entstanden noch weitere, nah beieinanderliegende Varianten. Parallel dazu habe ich die gewählte Schrift selbst angepasst. Ich habe sie vertikal nach oben gezogen und die Punzen (die Öffnungen in den Buchstaben) individuell überarbeitet, damit das Logo mehr nach Café und weniger nach Tech wirkt. Der Charakter, ein Logo-Zusatz, den ich zunächst auf dem iPad skizziert habe, wurde anschliessend in Illustrator digital ausgearbeitet und vektorisiert. Der Charakter zeigt eine abstrakte Person mit Locken. Nur Gesicht, Arm und Hand sind sichtbar. Die Person nippt an der Kaffeetasse, die sie in der Hand hält. Die Farbwelt des Logos basiert auf einem satten Bordeauxrot. Der Kunde war während des gesamten Prozesses eingebunden. Trotz des relativ engen Zeitrahmens konnten wir uns mehrere Überarbeitungsrunden leisten, da wir täglich Kontakt hatten und es schnelle Feedbackschleifen gab. Am Ende wurden alle Dateien für den direkten Einsatz aufbereitet: für Digital als SVG und PNG, für Print als EPS und PDF. Das Ergebnis: ein Logo und ein Brand Charakter als Logozusatz, mit dem der Betreiber sehr zufrieden ist. Wir stehen weiterhin in regelmässigem Kontakt, und für kommende Projekte wird er erneut auf mich zukommen.

Rückblickend bestand der grösste Teil der Arbeit nicht im eigentlichen Zeichnen des Logos, sondern in Recherche, Konzeptfindung, Kundenkommunikation und den zahlreichen Überarbeitungsschleifen. Viele Anpassungen betrafen dabei keine komplett neuen Entwürfe, sondern feine gestalterische Details wie Proportionen, Rundungen und Abstände, die schrittweise optimiert wurden, bis die finale Lösung entstand. Gerade diese wiederholten Feedback- und Überarbeitungsschlaufen machten den Entwicklungsprozess deutlich umfangreicher als zunächst angenommen.

(mbi)

Mein persönliches Lernziel war es, meine Illustrator-Skills zu verbessern, und das ist mir gelungen. Gerade die Arbeit mit Vektoren, Typografie und Farbe auf professionellem Niveau hat mir gezeigt, wo ich sicher bin und wo noch Entwicklungspotenzial liegt.

Was ich unterschätzt hatte: Wie wichtig die allererste Abstimmung ist. Die Font-Varianten zu Beginn waren kein Umweg, sondern eine Investition, sie haben den Designprozess massgeblich effizienter gemacht, weil wir danach in dieselbe Richtung gearbeitet haben. Das nehme ich als Methode für künftige Kundenprojekte mit.

Ein wichtiges Learning war der Umgang mit den verschiedenen Dateiformaten: SVG und PNG für Digital, EPS und PDF für Print, und zu verstehen, wann welches Format sinnvoll ist. Zudem hat mich dieses Projekt gelehrt, wie entscheidend die Skalierbarkeit eines Logos ist: Ein gutes Logo muss sowohl auf einer Visitenkarte als auch auf einem Schaufenster funktionieren. Das zwingt zur Reduktion, was für mich fast das schwierigste war.