Live-Übertragung der FIRST LEGO League
Was ist die FIRST LEGO League (FLL) und womit waren wir beauftragt?
Im Dezember 2025 war ich an der PHGR in Chur für die Live-Übertragung der FIRST LEGO League im Einsatz. Es war eine reine Vor-Ort-Übertragung, damit das Publikum die Wettkämpfe besser verfolgen konnte. Die Spieltische sind nämlich zu klein, als das man von weitem erkennen könnte, welche Challenge die Lego-Roboter der Teams gerade lösen. Aus diesem Grund zeigten wir die Matches über eine Grossprojektion sowie zusätzliche Bildschirme, die im Veranstaltungsgelände verteilt waren.

Ich war für Aufbau, Betrieb und Abbau mitverantwortlich und durfte am Veranstaltungstag zum ersten Mal die Regie besetzen. Gebrieft wurde ich von Marcel Näf, der diese Aufgabe bereits in der Vergangenheit betreut hat. Vor Ort arbeiteten wir als Team: zwei Personen an den Kameras und ich in der Regie. Die Kameramänner waren zu diesem Zeitpunkt noch im ersten Semester.
Technik, Ablauf und Korrekturen
Technisch arbeiteten wir mit Blackmagic-Equipment (ATEM-Regie, Studio-Kameras). Als Inputs hatte ich zwei Kameras sowie zwei PowerPoints als grafische Grundlage, auf der wir Elemente wie Timer und weitere Einblendungen umsetzen konnten. Das Sende-Programm ging dann auf einen Beamer und zwei Monitoren. Die Kommunikation im Team lief über Intercom, was sich im Betrieb als enorm hilfreich erwies.
Da wir zu Beginn selbst noch nicht genau wussten, wie sich die Teams und Schiedsrichter um den Tisch bewegen und wo die wichtigsten Momente stattfinden, entstand unser „Regieplan“ erst während des Events. Mit der Zeit entwickelte sich ein fester Ablauf: Start mit einer Halbtotalen auf den Schiedsrichter und den Gong, dann eine Totale aufs Spielfeld, danach wechselte jede Kamera auf „ihr“ Team. Zwischendurch schnitt ich bewusst auf Einzelperspektiven – Gesichter, Spannung, kurze Reaktionen – und gegen Ende wieder zurück in eine Ansicht, in der man den Timer gut sieht.





Damit das Ganze nicht nur nach „Splitscreen für 2:30 Minuten“ aussieht, haben wir zusätzlich Team-Bauchbinden erstellt. So konnten ich in der Regie einzelne Teams auch mal bewusst hervorheben und dem Publikum klar zeigen, wer gerade im Bild ist.
Ein weiteres Thema war Licht: Beim Aufbau merkten wir schnell, dass die vorhandene Beleuchtung nicht reichen wird. Ich habe deshalb direkt kommuniziert, dass wir zusätzliches, „gedecktes“ Licht brauchen. Es dauerte auch nicht lange und ermöglichte uns danach ein deutlich besseres Bild.
Dass am Ende alles so rund lief, ist mit Sicherheit dem ganzen Team zu verdanken. Darum möchte ich mich abschliessend bei Eric Bachmann, Enzo Kummer, Jan Beatrix und Jannik Krages für das geglückte Projekt bedanken.
(vha)
Insgesamt war das Umfeld sehr gelassen und gleichzeitig ideal, um einerseits mit dem Equipment sauber zu arbeiten. Da eine externe Firma, die das früher übernommen hatte, dieses Mal nicht konnte, sind wir eingesprungen – umso schöner war das Feedback: Der Verantwortliche der PH war am Schluss sehr zufrieden und dankbar, und auch Marcel Näf blickte positiv auf unsere Arbeit.
Ein Punkt, der mir hängen blieb, war die Rückmeldung zum Timer: Zwischenzeitlich hiess es, wir dürften ihn nicht „wegschalten“, weil Teams ihn sehen müssen. Das lag aus meiner Sicht daran, dass unser Auftrag eigentlich war, einen Einblick fürs Publikum zu geben – nicht den Timer als Spielhilfe zu liefern. Dafür bräuchte es vor Ort eine separate Lösung. Trotzdem habe ich im Verlauf besser darauf geachtet, spätestens in den letzten Sekunden wieder in eine Ansicht zu gehen, in der der Timer sichtbar ist, und habe das Thema mit den Schiedsrichtern nach dem Event angesprochen.
Was weniger gut lief, war teilweise die Situation direkt am Tisch: Viele Personen auf engem Raum (Schiedsrichter, Teammitglieder, Kamera) machten Bewegungen schwierig. Dazu kam, dass ich mehr Aufgaben gleichzeitig hatte als geplant – Regie führen, Folien wechseln, Bauchbinden setzen, Überblick behalten. Dadurch passierte es mir ein- oder zweimal, dass ich die falsche Team-Bauchbinde einblendete. Das war kein Drama, aber ein klarer Hinweis: Entweder braucht es eine zusätzliche Hand in der Regie oder ein Setup, das weniger Handgriffe parallel verlangt.
Weil wir den Beamer nicht direkt ansteuern konnten, wich sein Bild wegen eines Gelbstiches sichtbar von den Fernsehern ab. Hier wäre eine bessere Kalibrierung in Zukunft sinnvoll.
Mein persönliches Learning ist sehr klar: Ich habe gemerkt, dass mir diese Rolle liegt. Und ich nehme nochmals mit, wie wichtig Vorbereitung ist: Nur wenn Setup, Grafiken und Kommunikation sauber stehen, hat man im Livebetrieb genug Spielraum, um flexibel zu reagieren.