Let’s go mushroom hunting

Seit ich ein kleines Kind bin, gehe ich regelmässig Pilze sammeln. Was bereits früh begonnen hat, hat sich über die Jahre zu meiner grössten Leidenschaft entwickelt. Während der letzten Saison habe ich meine Kamera mitgenommen und einige meiner Pilztouren videografisch festgehalten.

Wenn Leute von meinem Hobby erfahren höre ich ganz oft, «Kann ich auch mal mitkommen?». Das ist dann aber in der Praxis immer etwas schwierig, da Pilze nicht zu einer fixen Zeit wachsen, sondern dann, wenn die Bedingungen stimmen. Und das spontane Treffen in der heutigen Zeit rar geworden sind, weiss sowieso jeder. Deshalb habe ich mich entschieden Pilz Vlogs zu drehen. So kann man sich die Touren immerhin im Nachhinein anschauen und lernt gleich auch noch was, auch wenn man nicht physisch dabei ist.

Ein weiterer Grund für die Vlogs ist mein Grossvater. Er hat mich damals gemeinsam mit meiner Mutter in die Welt der Pilze eingeführt. Oft bin ich als Kind an seiner Hand durch den Wald spaziert. Mittlerweile ist er leider nicht mehr so gut zu Fuss unterwegs und kann nicht mehr mit in die Pilze kommen. Auf diesem Weg kann er sich nun die Videos anschauen und trotzdem ein Stück daran teilhaben.

Wichtig ist mir zu betonen, dass Pilze zur sicheren Bestimmung immer einer oder einem Pilzkontrolleur:in gezeigt werden sollten. Gerade für Anfänger:innen ist dies absolut unabdinglich!

Hier geht’s zu den Videos.

Das Drehen der Pilz Vlogs hat mir grundsätzlich sehr viel Spass gemacht. Ich bin gerne draussen unterwegs und das Filmen hat mir einen neuen Blick auf das Pilzesammeln gegeben. Gleichzeitig war es aber nicht immer nur angenehm. Manchmal wollte ich einfach sammeln, schauen und im Moment sein und nicht ständig daran denken, die Kamera mitzunehmen oder alles festzuhalten. Aus diesem Grund habe ich auch nicht jede Tour gefilmt, obwohl es inhaltlich spannend gewesen wäre.

Technisch bin ich beim Projekt mehrfach an meine Grenzen gestossen. Geschnitten habe ich die Videos mit Adobe Premiere. Das Programm kannte ich zwar bereits, allerdings nur aus sehr kleinen Projekten. Für längere Videos war vieles neu für mich und ich habe oft lange gebraucht, um Funktionen zu finden oder Probleme zu verstehen. Besonders herausfordernd war für mich der Ton. Beim XXL Vlog habe ich mit zwei Rode Wireless Ansteckmikrofonen gearbeitet. Dabei gab es ein Problem mit der Stereospur, da der Ton links und rechts unterschiedlich verteilt war. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, dieses Problem zu lösen, ohne genau zu wissen, woran es liegt. Am Ende habe ich den Ton mit der Funktion links rechts auffüllen halbwegs korrigieren können, auch wenn die Lösung nicht ideal war.

Diese Unsicherheit hat dazu geführt, dass ich die externen Mikrofone in den darauffolgenden Videos gar nicht mehr verwendet habe und stattdessen nur mit dem Kameraton gearbeitet habe. Das war zwar unkomplizierter, die Tonqualität ist dadurch aber teilweise hörbar schlechter. Auch beim Filmen selbst habe ich Fehler gemacht. In einigen Sequenzen sind die Kameraschwenks zu schnell, was für das Auge eher unruhig wirkt und nicht optimal ist.

Gestalterisch habe ich mich bewusst für eine sehr einfache Umsetzung entschieden. Die Videos enthalten nur wenige Schnitte und kaum Effekte. Ziel war es, dass man als Zuschauerin oder Zuschauer wirklich in den Wald und in die Natur eintauchen kann, ohne ständig visuell abgelenkt zu werden. Ein aufwendiges Colorgrading habe ich nur bei einem Video ausprobiert, bei den anderen habe ich darauf verzichtet, da das Ausgangsmaterial bereits stimmig war.

Trotz aller Schwierigkeiten habe ich aus diesem Projekt sehr viel gelernt. Vor allem im Bereich Ton, Schnitt und Arbeitsweise nehme ich viele Erkenntnisse mit. Rückblickend hätte ich mir in manchen Momenten mehr technische Sicherheit gewünscht, gleichzeitig gehören diese Erfahrungen aber zum Lernprozess dazu. Insgesamt hat mich das Projekt motiviert, weiterzumachen und auch künftig weitere Pilz Vlogs zu drehen, mit mehr Routine, mehr Gelassenheit und sicher auch mit besserem Ton.