Laberlabor die Zweite
Nach einer gelungenen Pilotfolge ging das Laberlabor dieses Semester in die zweite Runde! Wir führten zwei Selbstexperimente durch, aus denen wieder je eine Podcastfolge und ein Videotagebuch entstanden ist.
Experiment 1: 30 Tage Yoga
Den ganzen Juli lang haben wir tagtäglich eine Yoga-Session gemacht. Während Tabea und Jenny jeweils am Abend praktizierten, machte Vianne am Morgen Yoga. Ob wir dadurch entspannter, bewusster und vielleicht sogar auch sportlicher geworden sind? Hört und seht am besten selbst:
Experiment 2: Social Media Detox
Anfang Herbstsemester haben wir es gewagt: kein Instagram, TikTok, Snapchat, YouTube-Shorts, Pinterest und LinkedIn. Mit welchen Entzugserscheinungen wir zu kämpfen hatten und wieso Tabea und Vianne es unbedingt und Jenny nur bedingt empfehlen können, erfährt ihr hier:
Das Konzept
Nachdem wir im vergangenen Semester die Grundlage für unseren Podcast geschaffen haben, entschieden wir uns dazu, ein Konzept zu erstellen, um alle wichtigen Informationen an einem Ort festzuhalten. Dies taten wir noch in den Sommerferien, sodass wir – passend zum neuen Semester – direkt mit dem neuen Selbstexperiment für den Podcast starten konnten.
(vha)
Vianne:
Es hat Spass gemacht, unser Projekt «Laberlabor» dieses Semester weiterzuführen. Gelungen fand ich insbesondere die Expertenstimmen, die den Podcastfolgen mehr Hintergrundwissen und Tiefe lieferten. Bei der letzten Folge «Social Media Detox» habe ich die Postproduction übernommen. Bei Adobe Audition bin ich mit den beschränkten Werkzeugen im Programm nicht ganz klargekommen. Insbesondere das Tool, um eine Lücke, die beim Schneiden entstanden ist, zu schliessen, hat mir gefehlt und machte die Arbeit etwas langwieriger. Für die Stimmverbesserung und Hallunterdrückung versuchte ich mit Adobe Podcast – einer KI, die Stimme verbessert und Hintergrundgeräusche minimiert. Grundsätzlich funktionierte das gut, jedoch hörte es sich komisch an, wenn wir einander ins Wort fielen, weil die KI dann einzelne Stimmen als Hintergrundgeräusche wahrnahm und diese entfernte. Beim nächsten Mal würde ich darauf achten, dass wir einander weniger ins Wort fallen und vielleicht probieren, die Tonspuren einzeln von der KI verbessern zu lassen.
Wir haben das Experteninterview zur Social-Media-Folge aufgenommen, nachdem wir zu dritt die Podcastfolge mit unseren Erfahrungen und Erkenntnissen aufgenommen haben. Das machte es für mich im Schnitt herausfordernd, die Expertenteile so einzubinden, dass davor und danach ein logischer Übergang besteht. Falls es sich terminlich ergibt, möchte ich bei nächsten Folgen das Interview im Voraus machen. So können wir mehr darauf eingehen, was von der/dem Expert:in gesagt wird.
Beibehalten möchte ich auf jeden Fall die Skripte mit der groben Struktur der Folge. So schweifen wir beim Aufnehmen nicht zu sehr ab und vergessen auch nichts. Trotzdem fand ich es – vor allem bei der Social-Media-Folge – gut, dass wir einander dennoch Fragen gestellt haben und bei Erzählungen nachgehakt haben, auch wenn das nicht im Skript steht. So entsteht zwar eine Struktur, aber wir sind trotzdem noch ein «Laberpodcast» – so wie es unser Name ja auch aussagt.
Jenny:
Das Weiterführen des Podcasts hat dieses Semester zu vielen lustigen Momenten geführt. Es war wirklich schön, dass wir ein Projekt hatten, in das wir direkt starten konnten, ohne dass wir zunächst unzählige Abklärungen tätigen mussten. Zudem finde ich, dass wir zu dritt gut harmonieren.
Da wir uns mit den Aufgaben jeweils abwechseln, durfte ich bei der ersten Folge dieses Semesters die Postproduktion unseres Videotagebuchs übernehmen. Dies verlief sehr gut, besonders da es sich um ein eher einfachen Schnittstil handelt. Zu Beginn erstellen wir einen kurzen Teaser, dann folgt das Intro und die Clips werden chronologisch gezeigt. Das grösste Problem gestaltete sich dadurch, dass wir die Aufgaben rotieren. Wir haben keine fixe Festplatte, die wir von Person zu Person überreichen. So müssen wir uns immer gegenseitig die vergangenen Projekte zusenden, um sicherzustellen, dass die Schriftgrösse/Font/Pfeile etc. übereinstimmen. Würde ich das Projekt nochmals neu starten, so würde ich mit einer externen SSD arbeiten, denn auch wenn dies umständlicher scheint, ist es der einfachste Weg, um alle Elemente an einem Ort zu haben.
Im Podcaststudio selbst fühlte ich mich dieses Semester bereits wohler. Das Filmen des Videotagebuchs ist für mich noch immer unangenehm, weil ich es einerseits ständig vergesse und andererseits oftmals etwas abschweife und somit viel längere Clips produziere als die anderen. Nächstes Semester werde ich mir vorab Notizen machen, um mich hoffentlich etwas kürzer halten zu können.
Tabea:
Im Rahmen des Yogaexperiments durfte ich den Schnitt der Podcastfolge übernehmen. Dieser Prozess erwies sich als deutlich zeitintensiver als erwartet. Einerseits arbeitete ich zum ersten Mal mit Adobe Audition, weshalb ich mich zunächst mit der Benutzeroberfläche sowie den verschiedenen Werkzeugen und Funktionen vertraut machen musste. Andererseits war die Ausgangslage des Audiomaterials sehr komplex.Die Podcastfolge wurde insgesamt dreimal aufgezeichnet. Dabei zeigte sich, dass einzelne Erzählungen aus der ersten Aufnahme besonders gelungen waren, während gewisse Aussagen aus der zweiten Version stammten. In der dritten Aufnahme wiederum tauchten neue Inhalte auf, die zuvor noch nicht erwähnt worden waren. Da nach der dritten Aufnahme weder Zeit noch Motivation für eine vierte bestanden, arbeitete ich ausschliesslich mit dem vorhandenen Material. Das führte dazu, dass ich einen Cross-over-Cut über alle drei Aufnahmen hinweg umsetzen musste. Zusätzlich erschwerend kam hinzu, dass versehentlich nur eine gemeinsame Tonspur mit allen Stimmen aufgenommen wurde, anstatt drei separater Spuren. Dies machte den Schnitt deutlich mühsamer, insbesondere in Momenten, in denen sich die Sprechenden gegenseitig ins Wort fielen. In solchen Passagen war es herausfordernd, saubere Schnitte zu setzen und die Lautstärken korrekt zu pegeln. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich aus der Reihenfolge der Aufnahmen: Das Experteninterview wurde erst nach der eigentlichen Podcastaufnahme geführt. Dadurch fehlte während des Schnitts eine klare dramaturgische Verbindung, und die Übergänge zum Interview liessen sich nicht organisch gestalten. Aus diesem Grund war ich im Nachhinein mehrmals im Radiostudio, um zusätzliche Übergänge einzusprechen. Für zukünftige Projekte wäre es sinnvoller, das Experteninterview im Vorfeld aufzunehmen, damit während der Podcastaufnahme gezielt auf die Aussagen der Expert:innen Bezug genommen und Übergänge bewusst geplant werden können. Nach vielen Stunden Arbeit – und spürbar weniger Nerven – war ich letztlich sehr erleichtert, als der Podcast fertig geschnitten war. Rückblickend hat mir die Arbeit grundsätzlich Freude bereitet, gleichzeitig war der Gesamtprozess jedoch sehr komplex und in meinem Empfinden ein etwas zu grosses Puzzle.
Bei der Social-Media-Folge durfte ich den Videoschnitt übernehmen. Im Vergleich zur Podcastproduktion empfand ich diesen Arbeitsprozess als deutlich zugänglicher, effizienter und insgesamt sehr motivierend. Der Schnitt ging mir relativ schnell von der Hand, was vor allem daran lag, es nur sehr kurze Videoclips waren und ich mich in Premiere Pro besser auskenne, als in Audition. Des Weiteren konnte ich noch witzige Sounddesigns und Zuschnitte reinpacken, sodass das Video humorvoll bleibt.