Kokolores

Kokolores Fluecky

Dominik Flückiger ist Musiker und Komponist mit Wurzeln aus dem Berner Oberland und der Innerschwyz. Der Musikstudent ist mit traditioneller Schweizer Volksmusik aufgewachsen, hatte aber zugleich schon immer Vorlieben für andere Musikstile wie Jazz, Funk, Klassik, Rock und Pop. In Dominiks Musik verschmelzen verschiedene musikalische Einflüsse zu einem Ganzen.

Eine Komposition namens «Kokolores» – womöglich sorgt der Titel für Fragezeichen. Falls nicht, dann ganz sicher der Titel in Kombination mit dem Schwyzerörgeli. Was auf den ersten Blick urchig aussieht und Klischees von Alprufen und Kühen unterstreicht, entpuppt sich beim genauen Hinsehen und vor allem Zuhören als Aufklärungsarbeit gegen die Stereotypisierung und Vorurteile.

Synonyme für «Kokolores» sind «Blödsinn» oder «Schwachsinn». Das würden womöglich auch eingesessene Traditionalisten zum Titel von Dominik sagen, da man das Schwyzerörgeli bisher nur flüchtig in Kombination mit Elektronik und Schlagzeugsounds kennt.

Tauche ein und überzeuge dich selbst – auch du wirst überrascht sein, wie ein Schwyzerörgeli klingen kann.

Folge Dominik auf Instagram, wenn du mehr von ihm hören willst:

https://www.instagram.com/dominikflueckiger/

Das ganze Musikvideo ist ausserdem auch hier zu sehen:

https://www.instagram.com/doka_media/

(dbo)

Dominik Flückiger kenne ich seit meiner Kindheit. Zusammen haben wir schon sehr viel erlebt, nicht zuletzt durch die Musik. Er entschied sich schliesslich, Musik zu studieren, während ich nach reichlich Überlegungen einen anderen Weg einschlug. Die Liebe zur Musik, existiert in mir aber bis heute, deswegen war es naheliegend für eine Komposition von Dominik ein Musikvideo zu produzieren.

Konzeptplanung

Genau so einzigartig wie die Komposition und der Titel, sollte auch das Musikvideo werden. Wir wollten kein 0815-Musikvideo sondern etwas Spezielles mit einem roten Faden produzieren. Es soll eine Art Geschichte erzählt werden. Nach vielen verworfenen Ideen kamen wir Stück für Stück zu unserem finalen Konzept; Der Zuschauer soll mittels Retro-Fernseher, der bei jedem Schauplatz im Bild ist, durch die verschiedenen Locations geführt werden. Dies passiert mit einem Zoom in das Bild des Fernsehers, das zugleich die nächste Location darstellt. Einen solchen Fernseher fanden wir, nach Suchaufruf und Recherche bei einem Händler in Bern. Vielen Dank dafür!

Wir bedienten uns dann im Intro und Outro an den gängigen Klischees, mit denen junge, innovative Volksmusiker zu kämpfen haben; Kühe, kitschige Alprufe und wies sich auf einem Hof gehört: Holzbrunnen. Dass diese Szenen aber alle in einem «Retro-Fernseher» abgespielt werden, der in einer Art «Gerümpelkammer» steht, sollte den aufmerksamen Zuschauer an der Stereotypisierung zweifeln lassen und Interesse wecken.

Es war mir wichtig, genug Zeit in die Konzeptplanung zu stecken und mit Dominik schon vor dem Dreh einige Stunden zu diskutieren. Gerade weile es mein erstes Musikvideo ist das ich drehe, und das erst noch alleine, empfand ich eine gute Planung als Schlüssel zum Erfolg.

Audio:

Dominik als Musikstudent hat ein sehr grosses Wissen was Soundaufnahmen, Mix und Mastering angeht. Somit nahm er die Audio alleine auf. Zusätzlich zur Örgeli-Stimme spielte er alle Bass, Schlagzeug und Elektronik-Sounds selbst ein. Ich konnte ihm aber über die Schulter schauen und sehr viel lernen, betreffend allgemeiner Musikproduktion, Mix und Mastering. Nebst den vielen Learnings, die ich selbst aus dem Projekt ziehen kann, weiss ich nun dank vielen Inputs von Dominik auch noch mehr über die Musikproduktion. Da ich selbst auch Musik mache, war es mir nicht fremd, jedoch ist es schon was anderes, wenn man es mit einem Musikstudenten anschauen darf und in die Tiefe „hören“ kann.

Drehtage

Wir planten mit insgesamt 12 verschiedene Drehlocations, die wir sorgfältig aussuchten. Das führte uns durch verschiedene Kantone in der Schweiz. Bevor wir definitiv mit den Drehtagen begannen, besichtigten wir natürlich die Locations und wählten sie definitiv aus. Letztlich planten wir 3 Drehtage ein, 2,5 Tage wurden effektiv fürs Drehen benötigt.

Es war ein Erlebnis, um 4:45 Uhr aufzustehen, um im Sonnenaufgang auf einem Berg zu drehen. Auch drehten wir in einer Burg, Werksatt, auf Gleisen, in einem Silo und vieles mehr. Schliesslich wurden aber nicht alle Locations verwendet. Gefilmt habe ich alles mit einer Sony Alpha 7iii mit Standardobjektiv und passendem ND-Filter dazu und LED-Panels.

Da die Tonaufnahme schon existierte, spielte Dominik quasi «Playback» indem wir die Aufnahme per Audio-Böxli abspielten und er dazu performte. So hatte ich in der Post-Production keine Probleme mit dem synchronisieren. Dennoch war es ein tolles Erlebnis einen Dreh selbst in die Hand zu nehmen und alleine durchzuführen. Nächstes mal wäre es sinnvoll, statt nur einem Tripod, ein «richtiges» Stativ dabei zu haben.

Postproduction

Mir war von Anfang an klar, dass ich viel Zeit in die Post-Production investieren werde. Dies hat mehrere Gründe:

  • Das gesamte Material wurde in 4k gefilmt. Dies mit dem Hauptgrund, weil ich bei den Übergängen der Locations sehr nah ins Bild heranzoomen musste. Ich wollte das es auch im Zoom noch scharf ist.
  • Daraus entstanden fast 70 GB Material, welches sorgfältig sortiert und beschriftet wurde. Dass es 4k Material ist, bekam auch mein Computer zu spüren…
  • Ich hatte hohe Ansprüche an das Video und auch an die reibungslosen Übergänge, deshalb wollte ich es perfekt machen.
  • Die Maskierungen im Fernseher sollte verblüffend echt aussehen.
  • Das Video soll rhythmisch sein, genau wie der Titel «Kokolores».

Wir haben zuvor nur eine provisorische Liste der Abfolge der Schauplätze erstellt. Da wir bei jeder Location das gesamte Stück filmten, hatten wir die Freiheit die Abfolge der Locations entsprechend anzupassen. Wir definierten also die Reihenfolge und ich setzte mich ans zusammenschneiden. Ich zeigte Dominik meine Rohfassung die er bis auf einige kleine Änderungen sehr ansprechend fand. In einer Night-Session bis in die Morgenstunden verfeinerten wir die letzten Punkte bis wir beide sagen konnten: Nun ist es perfekt.

Darüber hinaus planten wir eine kleine Promophase auf Instagram und Facebook, ich erstellte also zusätzlich einen Trailer und Teaserbilder.

Es war ein tolles Projekt und mir wurde einmal mehr bewusst, was mir wirklich Spass macht. Es war zwar herausfordernd dieses Projekt alleine zu stemmen, aber ich sehe dies Rückblickend nicht als „arbeiten“ an, auch wenn ich den Stundenaufwand unterschätzt habe.