Interaktives Curriculum-Tool für den Studiengang Soziale Arbeit an der BFH
Im Rahmen des Moduls Digezz entwickelte ich ein interaktives digitales Tool zur Visualisierung des Zusammenspiels der Module «Persönliche Entwicklung einer professionellen Identität (PEPI 1–3)» sowie der Module des Modulbereichs «Arbeiten mit und in der Praxis» im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit einem externen Auftragsgeber, dem Studiengang Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule. Ausgangspunkt bildete eine von der Studiengangsleitung zur Verfügung gestellte inhaltliche und strukturelle Vorlage, welche die relevanten Module, deren zeitliche Abfolge sowie deren inhaltliche Verzahnung abbildete. Ziel meiner Arbeit war es, diese komplexen curriculären Zusammenhänge gestalterisch und interaktiv so aufzubereiten, dass sie für Studierende sowie weitere Anspruchsgruppen übersichtlich, verständlich und intuitiv erfassbar werden.
Die Umsetzung erfolgte bewusst in Figma. Das Tool eignete sich besonders gut, da es die Kombination aus Gestaltung, Strukturierung und interaktiver Prototypisierung in einem gemeinsamen Arbeitsumfeld ermöglicht. Inhalte konnten modular aufgebaut, visuelle Hierarchien klar abgebildet und Interaktionen realitätsnah simuliert werden. Gleichzeitig bot Figma eine effiziente Grundlage für den iterativen Austausch mit der Auftraggeberin, da Anpassungen schnell umgesetzt und direkt kommentiert werden konnten. Die Wahl von Figma unterstützte damit sowohl den kollaborativen Arbeitsprozess als auch die schrittweise Präzisierung der gestalterischen Lösung.
Der Entwicklungsprozess erfolgte in engem Austausch mit der Studiengangsleiterin Judith Studer sowie mit wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Studiengangs Soziale Arbeit. In mehreren Meetings und Feedbackrunden wurden die Entwürfe gemeinsam diskutiert, inhaltlich überprüft und gezielt angepasst. Dabei ging es sowohl um die korrekte Abbildung der curricularen Logik als auch um Fragen der Verständlichkeit, Priorisierung und visuellen Gewichtung einzelner Module. Die Rückmeldungen aus diesen Gesprächen flossen kontinuierlich in die Weiterentwicklung des Tools ein und führten zu mehreren inhaltlichen und gestalterischen Anpassungen.
Innerhalb des vorgegebenen inhaltlichen Rahmens entwickelte ich unterschiedliche visuelle Darstellungsansätze, prüfte diese hinsichtlich Verständlichkeit, Übersichtlichkeit und Nutzbarkeit und entwickelte sie iterativ weiter. Ein zentraler Fokus lag auf der klaren Strukturierung komplexer Inhalte, einer konsistenten Designsprache sowie der nachvollziehbaren Darstellung von Beziehungen, Übergängen und Überschneidungen zwischen den einzelnen Modulen. Ziel war es, nicht nur Informationen abzubilden, sondern die inhaltlichen Zusammenhänge visuell erfahrbar zu machen.
Der Arbeitsprozess war stark iterativ geprägt und umfasste mehrere Entwurfs- und Überarbeitungsphasen, regelmässige Feedbackgespräche sowie eine schrittweise Präzisierung der Gestaltung und Interaktionslogik. Rückmeldungen der Auftraggeberin sowie der beteiligten wissenschaftlichen Mitarbeitenden wurden systematisch aufgenommen, reflektiert und in die Weiterentwicklung integriert. Dadurch konnte die visuelle Lösung kontinuierlich geschärft und eng an die Anforderungen des Studiengangs angepasst werden.
Neben der gestalterischen Umsetzung übernahm ich auch die Konzeption der Interaktionslogik innerhalb des Figma-Prototyps. Durch den Einsatz von Komponenten, Varianten und interaktiven Zuständen entstand ein Tool, das nicht nur als statische Visualisierung dient, sondern als exploratives Orientierungsinstrument genutzt werden kann. Nutzerinnen und Nutzer erhalten dadurch eine visuelle Unterstützung, um sich im Studienverlauf zu orientieren und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Modulen besser zu verstehen.
Das entwickelte Tool wird aktuell im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule eingesetzt und findet an verschiedenen Stellen im Studienverlauf Anwendung. Damit ist das Projekt nicht nur als Studienleistung im Rahmen des Digezz-Moduls zu verstehen, sondern als praxisnahes Arbeitsresultat mit direktem Nutzen im Hochschulalltag.
Das Projekt ist zudem bewusst als Vorstufe zu einer späteren technischen Umsetzung als Website konzipiert. Die in Figma entwickelte Struktur bildet eine tragfähige Grundlage für eine mögliche Überführung in ein webbasiertes Tool, das langfristig unabhängig vom Design-Tool genutzt werden kann. Die definierte visuelle Logik, die modulare Struktur sowie die konzipierten Interaktionen lassen sich direkt in ein Frontend-Konzept übersetzen und ermöglichen eine nachhaltige Weiterentwicklung des Projekts.



Der Curriculum-Guide kann unter dem folgendem Link angesehen werden:
Zum Figma Projekt!
(abb)
Rückblickend erwies sich die Wahl von Figma als sinnvoll für den iterativen Entwurfs- und Abstimmungsprozess mit dem externen Auftraggeber. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass ich zu Beginn den Umfang und die Komplexität des Projekts unterschätzt habe. Insbesondere die Vielzahl an Modulen und deren Beziehungen führten dazu, dass erste Entwürfe inhaltlich korrekt, visuell jedoch teilweise zu dicht und überladen wirkten. Erst durch mehrere Überarbeitungsschritte konnte eine angemessene Balance zwischen Informationsdichte und visueller Klarheit gefunden werden.
Auch der iterative Prozess hätte zu Beginn strukturierter geplant werden können. In einzelnen Phasen arbeitete ich stark lösungsorientiert, ohne gewisse konzeptionelle Entscheidungen ausreichend früh zu hinterfragen. Dies führte dazu, dass gestalterische Ansätze später nochmals grundlegend angepasst werden mussten. Für zukünftige Projekte nehme ich mit, konzeptionelle Entscheidungen frühzeitig klarer zu definieren und stärker zu priorisieren.
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Abbildung von Interaktionen im Figma-Prototyp. Obwohl das Tool viele Möglichkeiten zur Simulation von Zuständen und Übergängen bietet, wurde mir im Verlauf des Projekts bewusst, dass gewisse Interaktionen in der Praxis weniger intuitiv sind, als sie im Prototyp erscheinen. Eine frühere und breitere Einbindung von Testpersonen hätte geholfen, Nutzungshürden früher zu erkennen und gezielter darauf zu reagieren.
Auch die Perspektive einer späteren technischen Umsetzung als Website wurde anfänglich nicht konsequent genug mitgedacht. Erst im Verlauf der Arbeit zeigte sich, dass einzelne visuelle und interaktive Lösungen technisch komplex oder nur eingeschränkt umsetzbar wären. Für zukünftige Projekte ist es daher ein zentrales Learning, technische Machbarkeit und spätere Implementierungsmöglichkeiten bereits in frühen Konzeptionsphasen stärker mitzudenken.
Insgesamt war das Projekt trotz dieser Herausforderungen sehr lehrreich. Die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Arbeitsprozess sowie mit den Grenzen des gewählten Tools trug wesentlich dazu bei, meine gestalterischen, konzeptionellen und methodischen Kompetenzen weiterzuentwickeln.