Ich bin Bauer

Artikelbild Gian Sutter

Am Morgen um 5 Uhr aufstehen, im Stall die Kühe melken und dann auf dem Feld arbeiten. Die Subventionen vom Staat kassieren und mit der gesamten Familie auf dem Betrieb arbeiten – das sind nur die bekanntesten Klischees über Bauern. Doch was steckt wirklich dahinter?

Wir glauben zu wissen, was Bauern den ganzen Tag lang machen: Kühe melken, Felder pflegen, Traktor fahren. Doch wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht wirklich, was Bauern machen. Oder? Das nehmen wir zum Anlass, einen Bauer zu Besuchen und ihm ganz unvoreingenommen Fragen zu stellen.

Wir haben Gian Sutter einen Morgen lang auf seinem Betrieb in Samedan begleitet.

(hil)

Fadri Barandun:

Ich hatte bislang nicht wirklich viel technische Erfahrung, also ging ich David an, ob er mir sein Know-How weitergeben will. David sagte sofort zu und schlug vor, ein Portrait zu machen, da könne man auf eine einfache Art und Weise viel lernen. Also ging ich Gian Sutter, ein bekannter Bauer im Dorf an und fragte ihn, ob wir so ein Portrait über ihn machen können.

Ich lernte in diesem Projekt sehr viel. David konnte mir die Technik (Kamera, Ton, Licht) erklären und ich konnte vieles ausprobieren. Aber auch Sachen wie den Drehort rekognoszieren, geeignete Interview-Standorte auswählen oder ein Auge für spannende Motive entwickeln. In der Postproduktion verhalf mir David, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen und gab mir Tipps beim vorgehen und dem Workflow. Das Auswählen der Quotes, die Wahl der Musik oder auch geeignete B-Role-Shots einzubauen überliess David zu einem grossen Teil mir, was nicht heisst, dass er daran nichts gemacht hat – im Gegenteil. Er gab Feedback zu meinen Versionen und machte die Finalisierung auf Bild und Tonebene.

Ich bin mit dem Endprodukt durchaus zufrieden – besonders, weil es mein erstes Projekt dieser Art ist.

Eigenkritik:

Ich muss mir eine noch exaktere Arbeitsweise aneignen. Viel Zeit verlor ich, weil ich gewisse Sachen mehrmals machen musste. Dazu gehört insbesondere das einhalten des Workflows in der Postproduktion. Ebenfalls kann ich mir noch mehr von Davids Hartnäckigkeit was die exakte Arbeitsweise angeht abschneiden, sei das bei der Produktion oder bei der Postproduktion. In einem potentiellen ähnlichen Projekt in Zukunft möchte ich konkret die Arbeit mit dem EQ in Adobe Audition und mein können hinter der Kamera verbessern.

David Indumi:

Ich habe mich sehr gefreut, als Fadri mich gefragt hat ob wir gemeinsam ein kleines Filmprojekt realisieren wollen. Es ging ihm darum, einmal erste Erfahrungen im Bereich Video zu sammeln. Sofort war für mich klar: Es muss ein Praxisprojekt her – wohl am einfachsten ein Portrait. Und so organisierte er den Protagonisten, ich kümmerte mich um die Organisation der Technik. Nur wenige Tage später standen wir am morgen um 06:3o pünktlich im Stall. Es war ein gemeinsames arbeiten und gab keine klassische Rolleneinteilung. So unterstützten wir uns gegenseitig bei der Dreharbeit. Einmal führte ich die Kamera, einmal Fadri – dasselbe beim Ton und dem Licht. Ich habe bereits etwas mehr Erfahrung bei solchen oder ähnlichen Dreharbeiten, weshalb es für mich wichtig war, mehr den Begleiter zu sein und bei Fragen zur Verfügung zu stehen und Fadri ausprobieren zu lassen. Was aber nicht bedeuten soll, dass ich keine Fehler machte oder bereits alles könnte.

So wurde mir einmal mehr bewusst wie wichtig es beispielsweise ist Shots schnell überlegen und ausführen zu können, den Fokus schnell an die gewollte Stelle ziehen zu können, LOG richtig zu belichten – und noch vieles mehr. Zudem lernt man beim weitergeben von Wissen auch immer sehr viel dazu. Und ich konnte auch vieles von Fadri lernen – andere Sichtweisen, anderer Stil beim filmen, kritische Fragen welche ich mir selbst noch nie gestellt habe usw.

Auch in der Produktion entdeckte ich dann einige neue Dinge. Zum Beispiel wie Denoising im Bild einigermassen gut funktioniert, erhielt etwas mehr Routine im Grading und natürlich noch eine Menge mehr.

Eigenkritik:

Im Grading und der Bildbearbeitung darf ich sicher noch einiges weiter dazu lernen. Die Farben matchen noch nicht ganz und es könnte sicher noch einiges mehr herausgeholt werden. Oft beisst sich das zwar mit der Zeit, welche zur Verfügung steht, jedoch will ich hier noch weiter vorankommen. Es stellt sich aber sowieso noch die Frage: Wie optimal ist es überhaupt bei einem Nonfiktionalen Projekt, welches mit einer 8 bit 4:2:0 fähigen Kamera in zum Teil lichtschwachen Räumen gefilmt wurde, in Log zu filmen?