Hundefabrik Rumänien – Konzept Reportage

Hundefabrik Rumänien - Konzept Reportage

Rumänien ist zwar kein unbekanntes Land, ihre Ferien verbringen dort aber die wenigsten. Die meisten Mitteleuropäer werden Rumänien aufgrund ihres Haustieres kennen. Denn viele der heute in der Schweiz lebenden Hunde stammen aus dem Balkan. Im Jahr 2020 wurden gemäss einem SRF Bericht rund 31’000 registrierte Hunde in die Schweiz importiert. Die Dunkelziffer beläuft sich um zusätzliche 7’600 importierte Hunde. Wie sieht es in einem Land wie Rumänien, in dem über 600’000 Strassenhunde leben, wirklich aus?

Die Familie von Leah besitzt einen Hund, der aus Rumänien stammt. Yuri, sowie seine acht Geschwister, sind in einem sogenannten Public Shelter geboren. Was er dort erlebt hat, dass weiss nur er. Denn: Die Lebensumstände für Hunde in solchen Tierheimen sind prekär. Meistens leben sie auf engstem Raum, die Aufsichtspersonen kümmern sich nicht wirklich um die verängstigten Hunde. Gerade als Welpe, die Prägungszeit der Hunde, sind solche Lebensumstände für das weitere Leben äusserst einschneidend. 

Yuri wurde im Alter von ca. vier Monaten von einer Familie in der Schweiz adoptiert. Nach kurzer Zeit merkten seine Besitzer, dass das Leben mit dem Vierbeiner aus Rumänien anders ist, als sie es sich vorgestellt haben. So wurde Yuri zu einem sogenannten Rückläufer. Das sind Hunde aus dem Tierschutz, die von ihrer Adoptivfamilie zurückgegeben wurden. Durch Zufall lernte Leahs Familie den weissen Schäfer-Mix kennen. Es dauerte nicht lange, bis alle Familienmitglieder vernarrt in ihn waren und er fand ein neues Zuhause. Mittlerweile lebt er seit drei Jahren bei Leah.

Durch die Adoption lernte Leah die engagierte Tierschützerin Angela kennen. Sie setzt sich seit über zehn Jahren nicht nur für Hunde im Ausland ein, auch in der Schweiz macht sich Angela für Tiere stark. Vor kurzem erfüllte sie sich ihren Traum der Gründung einer eigenen Tierschutzorganisation. Von Tag eins kümmerte sie sich mit drei weiteren Vereinsmitgliedern mit Herzblut um die eigene Organisation. Es kam ein Projekt nach dem anderen dazu. Sehr spontan wurde dann eine Fläche Land in Rumänien gekauft. Es muss noch viel gemacht werden, doch das Land bietet sich an, um ein eigenes Tierheim für Hunde aufzubauen. Eines abseits von den überfüllten Public Shelters. Eines, auf dem die Hunde einfach Hund sein können.

Aufgrund des Kontaktes und dem persönlichen Bezug zum rumänischen Tierschutz stieg bei Leah das Interesse an dem Land. Vieles war ihr bekannt, doch wie die Verhältnisse gerade im Zusammenhang mit der Hundehaltung wirklich vor Ort sind, wusste sie nur aus Erzählungen. Da Elina ebenfalls eine Hundeliebhaberin ist, war schnell klar, dass ein Besuch nach Rumänien zu zweit gemacht wird. So entstand die Idee für das Digezz, welches im Frühlingssemester 2024 umgesetzt werden soll. 

Unser Vorhaben im Frühlingssemester 2024

Einerseits ist geplant, dass für die neu gegründete Tierschutzorganisation Rano & Huutch ein Imagefilm gedreht wird. Zusätzlich helfen wir ihnen ihr Social Media etwas aufzupeppen und erstellen ihnen ein dementsprechendes Konzept. Andererseits möchten wir aus persönlichem Interesse dem Hundeland bzw. der Hundefabrik Rumänien auf den Zahn fühlen. Was wird von der örtlichen Politik gemacht? Wie stehen Einheimische zu den dutzenden Hunden, die einfach frei auf der Strasse herumlaufen? Inwiefern helfen Tierschutzorganisationen dem Land? Und vor allem, wie sieht die Zukunft aus?

In einem ersten Schritt haben wir das Gespräch mit Angela und ihrem Vereinspartner Viktor gesucht. Mit ihnen haben wir uns über die Situation in Rumänien ausgetauscht. Durch ihr Insiderwissen sowie mit vertiefter Recherche haben wir ein Exposé für eine Reportage angefertigt. Aufgrund der umfassenden Thematik möchten wir sie in zwei Teile aufteilen. Ausserdem möchten wir eine breite Zielgruppe ansprechen, sowie unser Publikum über die Hundehaltung in Rumänien aufklären und für die Adoption sensibilisieren. Aus diesem Grund entschlossen wir uns dafür, unser Projekt crossmedial umzusetzen. Sprich, wir werden neben unserer filmischen Reportage einen Instagram-Kanal ins Leben rufen, auf welchem wir unsere Erfahrungen teilen. 

Hier ist das Exposé zu finden. In einem weiteren Schritt werden wir weitere Tierschutzorganisationen anschreiben, um weitere Stimmen für unsere Reportage zu gewinnen. Ausserdem möchten wir versuchen, die rumänische Politik in unser Projekt einzubeziehen. Ob wir dabei Glück haben werden, das werden wir sehen. Für unseren Insta-Kanal werden wir ein ansprechendes Logo designen und die Posts dem CICD entsprechend entwerfen.

(eli)

Mit dem Kontakt zu Angela, die schon sehr grosses Wissen über die Hundehaltung in Rumänien hat, haben wir gutes Insiderwissen. Auch sind wir in der Vorbereitung noch genug früh dran und können weitere Informationen aus verschiedenen Quellen suchen. Aus vergangenen Projekten haben wir beide bereits Erfahrungen mit spontanen Projekten gemacht. Sie sind zwar schlussendlich immer gelungen, jedoch schadet es nicht, wenn man sich genügend Vorbereitungszeit nimmt. So können wir sicherstellen, dass nicht Wichtiges vergessen geht. Ausserdem ist eine gute Planung essenziell. Wir möchten innerhalb von sieben Tagen den Imagefilm und die Reportage umsetzen. Wir stehen beidem positiv entgegen, wissen jedoch, dass gerade bei einem filmerischen Projekt meistens alles anders kommt als geplant. Somit können wir die Zeit bis zur Reise nach Rumänien nutzen, um uns Gedanken über mögliche Schwierigkeiten und Hindernisse zu machen und vertieft zu recherchieren.

Das Exposé wird sich bis zu unserer Reise mit grosser Wahrscheinlichkeit noch ändern. Wir haben gehört, dass die Behörden in Rumänien eher kritisch gegenüber Tierschutzvereinen stehen. Sie akzeptieren sie, Kooperationen gibt es praktisch keine. Ob wir politische Stimmen für unsere Reportage gewinnen können, das wird sich noch herausstellen.

Die Zusammenarbeit an unserem Konzept war unkompliziert. Wir haben bereits an einigen Projekten zusammengearbeitet und wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können. In einem ersten Schritt haben wir uns mehrmals persönlich über die Idee ausgetauscht. Nach einiger Zeit entstand daraus eine Vision, die wir nur noch auf Papier bringen mussten. Während des ganzen Arbeitsprozesses haben wir untereinander kommuniziert, so dass wir ein gemeinsames Endprodukt erstellen konnten. Als nächstes heisst es, letzte Vorbereitungen treffen, Interview-Partner finden und vor allem Koffer packen! Wir sind beide sehr gespannt, was uns in Rumänien erwartet. Egal wie es herauskommen wird, wir sind uns sicher, dass die vor uns liegenden Erfahrungen viel Profit für zukünftige Arbeiten von uns bringen wird.