Handyverbot an Schweizer Schulen
Handyverbote gehören mittlerweile an den meisten Schweizer Oberstufenschulen zum Alltag. Doch was bewirken sie eigentlich wirklich? Verändern sie das Nutzungsverhalten der Jugendlichen nachhaltig – oder verschiebt sich das Problem einfach nur? Und wie steht es um das soziale Miteinander im Schulalltag, wenn das Smartphone während der Unterrichtszeit tabu ist? Diesen Fragen bin ich in meiner Bachelorarbeit nachgegangen.
Die Thesis
Obwohl schulische Handyverbote an einem Grossteil der Schweizer Oberstufenschulen gelten, ist ihre Wirkung auf das Nutzungsverhalten und das soziale Miteinander von Jugendlichen empirisch bislang kaum untersucht. Genau hier setzt meine Arbeit an: Ich wollte herausfinden, welche Auswirkungen schulische Handyverbote auf das Smartphone-Nutzungsverhalten sowie auf das soziale Miteinander der Schüler:innen haben und dabei bewusst die Perspektive der betroffenen Jugendlichen selbst ins Zentrum stellen.
Dafür habe ich ein Mixed-Methods-Design gewählt: drei leitfadengestützte Interviews mit Lehrpersonen und Mitgliedern der Schulleitung sowie eine quantitative Online-Umfrage mit 148 Schüler:innen aus sechs Schulklassen in den Kantonen Aargau, St. Gallen und Schwyz, von denen 118 vollständig ausgefüllte Fragebögen ausgewertet werden konnten. Während die Interviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden, erfolgte die Auswertung der Umfragedaten deskriptiv-statistisch.
Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Handyverbote reduzieren zwar die sichtbare Smartphone-Nutzung während des Unterrichts, verändern das Gesamtnutzungsverhalten aber kaum nachhaltig. Deutlich spürbarer sind die Veränderungen beim sozialen Miteinander. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die schulische Förderung von Medienkompetenz und Selbstregulation nach wie vor unterentwickelt ist. Handyverbote allein reichen also nicht aus, um einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien zu fördern. Nötig sind vielmehr ergänzende Präventions- und Medienkompetenzangebote unter Einbezug des Elternhauses.
Das Lehrprojekt
Für das Lehrprojekt wollte ich einen bewussten Kontrast zur analytischen Arbeit an der Thesis setzen: Ich wollte mich kreativ austoben und wieder einmal selbst hinter der Kamera stehen. Entstanden ist ein Video, das zum Nachdenken anregen soll. Im Zentrum steht ein selbst geschriebener Text, inspiriert von der Poetry-Slam-Szene und massgeblich beeinflusst vom Instagram-Kanal hiersprichtlisa.
Das finale Ergebnis des Kurzfilms wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.