Frame für Frame aufs Papier
In meinem Projekt habe ich eine digitale Animation in eine analoge Bildserie übersetzt. Inspiriert von einem Social-Media-Video wollte ich ausprobieren, wie sich eine Bewegung verändert, wenn jedes einzelne Frame in einem anderen Stil gestaltet wird. So entstand aus einer rennenden Pferdeanimation ein experimentelles Zusammenspiel aus digitaler Vorlage, Handzeichnung und verschiedenen analogen Techniken.
Für mein Projekt liess ich mich von einem Video auf Social Media inspirieren. Darin zeigte ein Künstler eine Animation, bei der jedes einzelne Frame analog in einem anderen Stil gezeichnet wurde. Diese Idee faszinierte mich, weil dadurch eine Bewegung nicht nur als Animation sichtbar wird, sondern jedes Bild zusätzlich einen eigenen Charakter erhält. Ich wollte deshalb selbst ausprobieren, wie eine solche Arbeitsweise funktioniert und wie sich verschiedene Gestaltungstechniken innerhalb einer Animation miteinander verbinden lassen.
Zu Beginn überlegte ich mir, welches Tier ich für meine Animation umsetzen möchte. Ich entschied mich für ein Pferd, da seine Rennbewegung sehr dynamisch ist und sich gut für eine flüssige Animation eignet. Anschliessend suchte ich auf YouTube nach einem passenden Video, in dem ein rennendes Pferd zu sehen ist. Dieses Video fügte ich in den Rough Animator ein und zeichnete die Bewegung Frame für Frame nach. Dadurch entstand zuerst eine digitale Grundlage, welche die Bewegung des Pferdes möglichst sauber und fliessend wiedergibt.
Nachdem die Animation im Rough Animator fertig war, übertrug ich die einzelnen Frames auf Papier. Dafür pauste ich jedes Bild einzeln ab. Danach begann der spannendste, aber auch zeitintensivste Teil des Projekts: Jedes Frame gestaltete ich mit einer anderen Technik oder in einem anderen Stil. Einige Methoden liessen sich sehr schnell umsetzen, während andere deutlich mehr Zeit brauchten. Besonders aufwendig waren Techniken, bei denen ich zum Beispiel ein ganzes Frame mit Punkten ausfüllte. Solche Bilder dauerten teilweise bis zu einer Stunde.






















Am Schluss fotografierte ich alle gestalteten Frames erneut ab und setzte sie wieder zu einer Animation zusammen. So entstand eine Arbeit, die digitale und analoge Gestaltung verbindet.
Hier findet ihr meine fertige Animation:
(mmi)
Entstehung der Idee
Das Projekt ist sehr spontan entstanden. Durch Zufall habe ich auf Social Media ein Video gesehen, das mich inspiriert hat. Ich fand die Umsetzung spannend und dachte mir, dass ich diese Technik gerne selbst ausprobieren möchte. Zu Beginn war ich der Meinung, dass daraus eher ein kleines, schnelles Projekt entstehen würde. Im Verlauf merkte ich jedoch, dass deutlich mehr Zeit und Aufwand dahintersteckt, als ich zuerst erwartet hatte.
Einstieg in Rough Animator
Ein erster wichtiger Schritt war die Arbeit mit Rough Animator. Da ich das Programm seit ungefähr einem Jahr nicht mehr benutzt hatte, musste ich mich zuerst wieder einarbeiten. Obwohl mir die Grundfunktionen noch bekannt waren, brauchte ich etwas Zeit, um mich wieder sicher darin zurechtzufinden.
Abpausen der Bewegung
Besonders zeitaufwendig war das Abpausen der Pferdebewegung aus einem YouTube-Video. Es war nicht immer einfach, die richtige Position des Pferdes zu finden, damit die Bewegung am Ende flüssig und überzeugend wirkt. Ich brauchte mehrere Versuche, bis ich mit der Bewegung und dem Ablauf der Animation zufrieden war.
Gestaltung der einzelnen Frames
Nachdem die Grundanimation stand, begann für mich der kreative und spassigere Teil des Projekts. Ich pausierte die einzelnen Frames auf Papier ab und gestaltete jedes Bild in einem anderen Stil. Auch diesen Arbeitsschritt habe ich anfangs unterschätzt. Besonders zu Beginn nahm ich mir viel Zeit, um für jedes Frame eine passende Gestaltungsidee zu entwickeln. Teilweise entschied ich mich für eher aufwendige Umsetzungsmöglichkeiten und experimentierte mit verschiedenen Stilen und Techniken.
Mit der Zeit griff ich jedoch auch immer wieder auf einfachere Methoden zurück. Das war sinnvoll, um den Arbeitsaufwand realistisch zu halten. Bei gewissen Bildern hätte ich mir im Nachhinein aber doch noch etwas mehr Zeit nehmen können, um die Gestaltungsidee besser auszuarbeiten oder eine spannendere Lösung zu finden.
Fotografieren und Videoschnitt
Als alle Frames gestaltet waren, musste ich sie abfotografieren und zu einem Video zusammenschneiden. Auch dieser Schritt brachte nochmals einige Herausforderungen mit sich. Besonders beim Hintergrund für die Fotos habe ich verschiedene Varianten ausprobiert. Ich testete unter anderem einen weissen und einen schwarzen Hintergrund, war damit aber nicht wirklich zufrieden. Schliesslich stellte ich mir selbst einen passenden Hintergrund zusammen, der besser zur Wirkung des Projekts passte.
Beim Fotografieren war es schwierig, immer ungefähr denselben Bildausschnitt einzuhalten. Dadurch entstanden kleine Unterschiede zwischen den einzelnen Aufnahmen. Für ein nächstes Mal würde ich deshalb wahrscheinlich mit einem Stativ arbeiten, damit die Fotos genauer ausgerichtet sind und die Animation insgesamt noch ruhiger wirkt.
Fazit
Insgesamt war es sehr spannend zu sehen, dass eine digital geplante Animation auch analog weitergeführt und umgesetzt werden kann. Die Kombination aus digitalem Abpausen, analoger Gestaltung und anschliessendem Videoschnitt hat mir gezeigt, wie vielseitig diese Methode ist. Ich denke, dass man daraus noch viele weitere kreative Projekte entwickeln könnte.
Mit dem Endergebnis bin ich grundsätzlich zufrieden. Gleichzeitig sehe ich an einigen Stellen noch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der Gestaltung einzelner Frames und bei der Genauigkeit des Fotografierens. Bei einem nächsten Projekt dieser Art würde ich diese Punkte bewusster einplanen und technisch sauberer umsetzen. Trotzdem war das Projekt für mich eine wertvolle Erfahrung, weil ich viel über Animation und Bildgestaltung gelernt habe.