Everest Unser Weg Zum Gipfel

Autorin: Katharina Bumann

Der Mount Everest, 8848 Meter hoch und somit der höchste Berg der Welt, ist das gewagte Ziel meines Papas. Als 34 jähriger Familienvater, Wirt und leidenschaftlicher Hobbybergsteiger aus Saas-Fee, bricht er einen Monat vor meinem zweiten Geburtstag in das Himalayagebirge auf. Seine Entscheidung ist eine grosse Herausforderung für die ganze Familie.

Über seinen Weg zum Gipfel und wie ich und meine Familie diese Zeit erlebt haben, habe ich eine Geschichte geschrieben und aufgenommen. Diese Audioaufnahme habe ich mit eigens erstellten Sounds und Skizzen kombiniert und somit eine Audiovisuelle Erzählung geschaffen. Das fertige Audiobook findet man auf YouTube und ist über einen in unserem Restaurant eingerahmten QR-Code abrufbar.

(bas)

Ablauf

Ich durfte dieses Semester während, meiner Zeit an der FH in Graz ein Digezz Projekt realisieren. Nach einem Gespräch mit dem Projektleiter, Herr Sude Fabian, wo wir zwei Ideen besprochen haben, entschied ich mich die Erste zu realisieren. Ich nahm es mir zum Ziel, aus einer von mir geschriebenen Geschichte ein Hörbuch mit selbst aufgenommenen Sounds zu machen.

Ich schreibe am liebsten Geschichten, welche mich irgendwie betreffen, über Themen die mich interessieren oder inspirieren. Also begann ich mit einem MindMap Themen zu beurteilen und auszusortieren. Ich kam zum Entschluss, über meinen Papa zu schreiben, der vor zwanzig Jahren den Everest bestieg und wie ich und meine Familie diese Zeit in Erinnerung haben. Das Thema eignet sich auch für das Erstellen passender Sounds optimal, was ein entscheidendes Kriterium war.

Ich begann also mit Recherche: Ich informierte mich über den Berg, das Land in welchem er steht, die Routen zum Gipfel, die Gefahren am Berg, wie der Körper auf dieser Höhe funktioniert, die Kosten dieser Expedition und in welcher Hinsicht sich diese Expedition bis heute verändert hat. Sobald ich mich im ersten Schritt ausgiebig informiert habe, notierte ich mir Fragen, welche ich in getrennten Interviews mit meiner Mama und meinem Papa führte. Ich führte die Gespräche per Webex. Da meine Eltern einen Gastro Betrieb in einem Skigebiet führen, wurde das Interview in mehreren Sitzungen durchgeführt. Danach habe ich weiter recherchiert, mich tiefer in die Themen gelesen, welche ich mit meinen Eltern besprochen habe. Mit einem Rechercheprotokoll hielt ich die gesammelten Informationen und dazugehörigen Quellenangaben fest, damit ich während dem Schreibprozess immer darauf zugreifen kann.

Nun musste ich meine Recherchen, mit den Informationen aus den Interviews und eigenen Erinnerungen vereinen. Ich setzte mich zweimal in der Woche für mehrere Stunden an den Text, bis ich einen ersten Entwurf hatte. Die Geschichte entschied ich zweispurig aufzugleisen. Ein Handlungsstrang soll Papa’s Weg zum Gipfel aufzeigen, der andere unsere Zeit zu Hause, im Betrieb, mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Während weiteren 4 Wochen überarbeite ich den Text mehrmals und liess meine Eltern den Text durchlesen, um die Richtigkeit Ihrer Informationen und Aussagen zu prüfen. Ich kürzte die Geschichte schlussendlich nochmal stark, bis ich mit dem Endprodukt inhaltlich zufrieden war. Nun gab ich es einer externen Person um den Text noch grammatikalisch zu kontrollieren.

Nachdem ich den Text dann nochmal grammatikalisch überarbeitet habe, begann ich die Stellen zu markieren, bei welchen ich Sounds hinzufügen kann. Dafür las ich den Text einige male laut vor und versuchte mir vorzustellen, wo welcher Sound die Geschichte bereichern könnte. Während der folgenden Woche organisierte ich verschiednen Utensilien wie ein Zelt, ein Seil, einen Pickel, einen Wasserkocher, einen Gaskocher, Handschuhe, Daunenjacken, usw. und probierte damit verschiedene Dinge aus, um die gewünschten Geräusche zu rekonstruieren. Die Sounds musste ich mit meinem Handy aufnehmen, da die FH Joanneum in Graz ihre Aufnahmegeräte nur für maximal zwei Tage am Stück ausleiht. Am einem der Tage bat ich noch einige Freunde, mir bei meiner Arbeit behilflich zu sein. So halfen sie mir zum Beispiel, das Aufeinanderschlagen der Fäustlinge mehrerer Personen am Gipfeltag nachzustellen.

Sobald die gewünschten Sounds im Kasten waren, setzte ich mich in einen möglichst ruhigen Raum und sprach die Geschichte ein. Ich versuchte gezielte Pausen einzusetzen, damit die Sounds nicht komplett überspielt oder verdrängt werden. Die Audios habe ich spezifisch benannt und auf meinen Laptop geladen, damit ich sie dort weiterverarbeiten kann. Anschliessend schnitt ich mir die Audios zurecht.

Um mein Projekt möglichst multimedial zu gestalten, erstellte ich Skizzen, um das Hörbuch mit passenden Bildern zu begleiten. Ich schnitt die Bilder zu einem Video zusammen, legte die fertige Audiospur darüber und erstellte einen QR Code um darauf zugreifen zu können. Diesen QR-Code habe ich dann eingerahmt und in der Lounge im Restaurant meiner Eltern aufgehängt, wo man sich nun die Geschichte über die Wirtefamilie anhören kann. 

Zum Audibook habe ich die Geschichte auch als PDF zum Mit- oder Nachlesen erstellt.

Learnings

  • Für das Aufnehmen der Sounds wäre ein richtiges Aufnahmegerät ideal gewesen. Für das nächste Mal werde ich mich bemühen, eines für längere Zeit ausleihen zu können.
  • Es wäre ausserdem schön gewesen, mit einem Musiker die Begleitmusik zu erstellen und aufzunehmen. Für dieses Projekt habe ich die musikalische Begleitung aus dem Internet geholt.
  • Mit den Skizzen an und für sich bin ich zufrieden, die Geschichte ist gesprochen aber dann doch länger geworden als erwartet, da hätte ich mehr Bilder gebraucht als ich schlussendlich verwendet habe.