Ein kurzer Werbespot

Das BWZ Lyss bietet diverse Weiterbildungskurse für Jugendliche und Erwachsene an. Um diese etwas bekannter zu machen, entschied man sich dafür, verschiedene Kommunikationsmittel zu erstellen. Ich war der Glückliche und durfte einen kurzen Werbespot für die Unternehmung produzieren.

Das Video entstand im Spätsommer 2022 und soll die Kurse des BWZ Lyss vorstellen. Knackpunkt: die Zeit. Der Clip durfte nicht mehr als eine Minute dauern, was sich später als knifflig herausstellte.

Schau dir an, was bei der Produktion herausgekommen ist:

(mou)

Planung und Storyboard
Für die Erstellung des Storyboards nutzte ich eine Übersicht des Kursangebots. Daraus entwickelte ich Ideen für Szenen und Einstellungen, die aussagekräftig sind. Da der Spot ohne Off-Text funktionieren sollte, musste ich mir gut überlegen, wie ich die verschiedenen Sequenzen aufbaue. Ein aufwändiger Teil der Planung war die Organisation der Mitwirkenden. Schlussendlich waren die Drehs der drei Unterkategorien über zwei Drehtage verteilt, da nicht alle Statistinnen und Statisten am selben Tag kommen konnten.

Dreh
Vor dem Dreh wurden die Statistinnen und Statisten ausführlich gebrieft. Da jeweils gerade die Kursleiter:innen selbst vor der Klasse standen, waren sie sich ihrer Rolle bewusst und brauchten kaum gebrieft zu werden. Zum Filmen verwendete ich die Fuji XT-3. Für stabile Aufnahmen aus der Hand und für Aufnahmen mit bewegter Kamera, verwendete ich den DJI RS2 Gimbal. Licht brauchte ich nicht mitzunehmen, da das Klassenzimmer im Spätsommer stets mit Sonnenlicht geflutet wird.

Schwierigkeiten Dreh
Das Zimmer hatte eine riesige Glasfront. Durch das Sonnenlicht war dieser Bereich immer extrem überbelichet. Trotz F-Log-Aufnahmen war es sehr schwierig die Überbelichtung zu vermeiden. Dazu kam, dass der ganze Raum einen unangenehmen Grün-Ton hatte. Trotz Weissabgleich schien die Farbe nicht besonders schön. Das lag wohl an den Wänden, die nicht ganz weiss waren.

Vertonung
Der Sound besteht lediglich aus einem Soundtrack, den ich erworben habe. Für einen Off-Text und eine professionelle Stimme, die ihn spricht, hatte ich schlicht zu wenig Zeit. Die wichtigsten Informationen habe ich mit After-Effects Texteinblendungen eingefügt.

Color Correction
Durch die teils überbelichteten Aufnahmen, war es sehr schwierig, eine zufriedenstellende Farbkorrektur vorzunehmen. In Zukunft muss ich sicherlich besser auf das Histogramm achten und vor allem einen externen Monitor mitführen. Den Weissabgleich konnte ich nachträglich anpassen. Es dauerte aber sehr lange, dieselbe Farbtemperatur für alle Clips zu erreichen. Es ist mir bewusst, dass es auch jetzt nicht perfekt angeglichen ist. Durch die Youtube-Komprimierung finde ich es aber im Grossen und Ganzen ausgeglichen.

Texteinblendungen
Die Teilbereiche des Kursangebots musste ich jeweils mit Texteinblendungen veranschaulichen. Diese erstellte ich in After-Effects. CD-Elemente wie Farbe, Schrift und Logo bekam ich vom Auftraggeber. Hier musste ich die richtige Länge der Einblendungen finden, damit sie mit dem Schnitt übereinstimmen und gleichzeitig aber auch gänzlich lesbar sind. Schlussendlich musste ich die Texte sehr kurz einblenden. Ich finde aber, dass die Überschriften in dieser Zeit gut lesbar sind.

Fazit
Ein Dreh mehr mit Gimbal hat sehr gut getan. Ich habe neue Tricks angewendet und weitere dazugelernt. Wie bereits angesprochen, werde ich für den nächsten Dreh auf jeden Fall einen externen Monitor mitnehmen. Das erleichtert die Belichtung enorm. Die überbelichteten Bereiche stören mich persönlich sehr. Vor allem, weil ich eigentlich weiss, wie man das vermeiden kann. Auch auf den Weissabgleich werde ich beim nächsten Dreh besser achten. Es ist zwar nachträglich möglich, Anpassungen zu machen, aber sicher praktischer, wenn die Farb-Temperatur schon von Beginn weg stimmt. Im Grossen und Ganzen ist mir aber ein stimmiger Werbespot mit dynamischem Schnitt gelungen. Vieles kann ich noch verbessern. Die Erfahrung war aber sehr wertvoll für weitere Projekte.