Ein konzeptueller Selflearning-Ansatz für nachhaltiges Lernen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie wir lernen, insbesondere in der Programmierausbildung. Klassische Lehrmethoden, die oft auf das Auswendiglernen von Syntax setzen, treten zunehmend in den Hintergrund. Gefragt ist heute ein konzeptionelles Verständnis im Sinne des Computational Thinking, also die Fähigkeit, komplexe Probleme zu analysieren, in Teilprobleme zu zerlegen und systematisch zu lösen.

Thesis

Meine Bachelorarbeit untersucht, wie Selflearning-Plattformen gestaltet sein müssen, um nachhaltiges und langfristig anwendbares Lernen zu fördern. Dabei spielt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle. Im Fokus steht die Frage, inwieweit KI den individuellen Lernprozess unterstützen, anpassen und verbessern kann.

Zur Beantwortung dieser Frage habe ich theoretische Grundlagen analysiert, bestehende Forschung ausgewertet und einen eigenen Ansatz entworfen. Im Mittelpunkt standen didaktische Konzepte, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch aktives und reflektiertes Denken fördern.

Lehrprojekt

Das Lehrprojekt setzt die Erkenntnisse der Thesis praktisch um, indem ein interaktiver Prototyp einer KI-gestützten Selflearning-Plattform entwickelt wurde. Diese Plattform vereint dialogbasierte Lektionen mit der GPT-API, strukturierte Theorieinhalte, adaptive Feedbackmechanismen und ein Fortschrittstracking, um Lernverläufe messbar zu machen. Getestet wurde der Prototyp mit Studierenden, wobei die Evaluation sowohl quantitative Daten wie Feedback-Scores und Testergebnisse als auch qualitative Analysen der Chatverläufe einbezog. Zusätzlich wurden subjektive Selbsteinschätzungen der Teilnehmenden mit objektiven Wissenszuwächsen verglichen. Die Auswertung ergab, dass Klarheit, gezielte Unterstützung und die Förderung aktiver Denkprozesse entscheidend für den Lernerfolg sind. Eine hohe Interaktionshäufigkeit allein führt nicht automatisch zu besseren Leistungen. Die Qualität der Interaktion erwies sich als wichtiger Faktor. Das Projekt verdeutlicht, wie datenbasiertes und individuell anpassbares Lernen im Programmierkontext gestaltet werden kann und liefert damit einen Beitrag zur Entwicklung moderner Lernplattformen.

Zur Lernplattform: code-bildung.ch