Crashtest – ein Musikvideo

Das offizielle Musikvideo des Songs Crashtest von Temps Triste ist da! Der Song wird im Video vom Tänzerpaar Moveinscenery begleitet.

Der St. Galler Grafiker und Künstler Tristan Gehin, bekannt unter dem Künstlername Temps Triste, produziert hobbymässig Musik auf Soundcloud. Er stellte uns seinen Song Crashtest zur freien Verfügung. Mit der Unterstützung des Tänzerpaars Moveinscenery (Fabian Gantenbein & Chantal Breitenmoser) entstand in Buchs (SG) in einer alten Güterhalle der SBB ein Musikvideo. Die Tanzchoreo von Moveinscenery aus Appenzell wurde eigens für diesen Song konzipiert.

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Das Musikvideo

(dbo)

Planung

Unsere Idee zu einem Musikvideo mit zwei Tänzern war schnell gefunden. Zu unserem Glück haben wir sofort zwei sehr engagierte Tänzer gefunden, die sich für das Projekt interessierten und sogar eigene Ideen mitbrachten. Das Location Scouting erwies sich als schwieriger. Wir haben durch Freunde von einem passenden Ort erfahren. Ein altes Bahnhofsgebäude, dass von Jugendlichen zum Skaten genutzt wird. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Fenster und Türen abgeriegelt wurden. Nach mehreren Telefongesprächen mit den SBB Immobilien und dem Architekten, der das Gebäude gekauft hatte, bekamen wir endlich das Ok in dem Gebäude filmen zu dürfen.

Wir haben für die Choreo der Tänzer und die Planung des Films so viel Zeit eingeplant wie wir zur Verfügung hatten. So wollten wir sicherstellen, dass Der Videoschnitt zur Choreo und zur Geschwindigkeit der Musik passt. Dafür haben wir eine Drehplan erstellt, welcher die einzelnen Shots und die Stelle der Cuts beinhaltet. Durch die Ganze Planung hat sich der Dreh immer mehr nach hinten geschoben. Hätten wir früher mit dem Filmen begonnen hätten wir evtl. ein zweites Mal drehen können, und so vermasselte Shots nachfilmen können.

Location

Da das Gebäude sehr alt und einsturzgefährdet ist und die Tänzer barfuss tanzten, musste der Boden erst gründlich gewischt und Möbel und anderer Müll verschoben werden. Bei der Besichtigung wie auch am Dreh selbst wurden wir von Bauarbeitern oder SBB Mitarbeitern unterbrochen und gebeten das Gebäude sofort zu verlassen. Dass uns der Dreh erlaubt wurde, wurde uns fast nicht geglaubt. Wir hätten uns die Bestätigung besser schriftlich geholt.

Equipment

Wir hatten einerseits sehr viel Material zu tragen, zudem war die hälfte davon unbrauchbar. Eine Lampe hatte gar keinen Akku. Das hätten wir überprüfen sollen, aber wir haben darauf vertraut, dass das Material vollgeladen in die Ausleihe zurückgebracht worden war. Beim ausgeliehenen DJI Ronin Gimbal fehlte ein Kabel, so dass es nicht bedient werden konnte. Zum Glück hatte Thomas ein eigenes Gimbal, auf das wir ausweichen konnten. Zum Filmen verwendeten wir die Sony A7III aus der Ausleihe. Da Thomas Gimbal (DJI Ronin SC) für kleinere Kameras gemacht ist, mussten wir das mitgelieferte G-Master Objektiv durch ein Zeiss 24-70mm F4.0 Objektiv (für APSC- Kameras) von Thomas austauschen. Zusätzlich haben wir einen kleinen Monitor verwendet, um besser zu sehen, was man filmt. Auch da war ein Akku leider von Anfang an leer.

Licht

Mit dem Licht hatten wir einige Probleme, was wir in der Post Production nochmals feststellen mussten. Die Halle war eher dunkel, da die Meisten Fenster mit Holzplatten zugenagelt waren.  Durch die Fenster an der Decke und die sich bewegende Sonne war das Licht zudem ständig an einem anderen Ort. Auch die vorbeiziehenden Wolken veränderten das Licht ständig. Für den Dreh haben wir zwei LED Scheinwerfer gemietet. Ein Licht hatte von Beginn an kein Akku. Mit dem anderen versuchten wir so gut es ging ein anständiges Licht zu kreieren. Ein grosser Fehler war es, das Licht nicht für jede Aufnahme zu verwenden. So wurden die Shots zum Teil heller, zum Teil dunkler.

Film

Ursprünglich wollten wir zu zweit filmen, dies klappte zum einen nicht, da das Material nicht vollständig war, zum anderen bemerkten wir schnell, dass wir uns gegenseitig oft im Bild standen. Deshalb haben wir uns schlussendlich abgewechselt. Der eine filmt, der andere kümmert sich um das Licht.

Schnitt

Da die Musik an vielen Stellen relativ ähnlich tönt, erwies es sich als relativ schwierig, Bild und Ton zu synchronisieren. Hier wäre es hilfreich gewesen, wenn einer der Tänzer während dem Schnitt vor Ort gewesen wäre, damit er gleich Feedback geben kann, ohne dass man das Video X-Mal exportieren musste. Wir haben mit Ausnahme von einigen Shots in 4K gefilmt. Schnell wurde uns während dem Schnitt jedoch klar, das unsere Laptops sehr langsam werden und zum Teil sogar abstürzten. Deshalb haben wir schlussendlich  das Videomaterial auf Full HD heruntergespielt.

Ton

Da wir ohnehin ein Musikvideo drehten, brauchten wir uns am Set nicht um den Ton zu kümmern. Lediglich für die Anfangsszenen hätten wir Ton aufnehmen können, mit Soundeffects von Epidemicsound konnten wir dieses Problem jedoch beheben. Bei der Musik war uns der Anfang zu abrupt, zum Glück war Tristan, der uns den Song zur Verfügung gestellt hatte, bereit, den Anfang nochmals zu verändern.

Colorgrading

Wir haben das Ganze mit S-Log 2 gefilmt, der Raum war aber sehr dunkel. Filmt man mit S-Log 2 sollte man das Bild im besten Fall etwas überbelichten, um auf das Beste Resultat zu kommen. Das war uns aber leider nicht möglich. Dies erschwerte schlussendlich das Color Grading sehr. Auch dass die Bilder farblich zueinander passen war eher kompliziert. Im Nachhinein hätten wir wohl besser mit einem Cine4 Picture Profile gefilmt. Das Colorgrading wurde in Davinci Resolve gemacht, da es die bessere Software für Color Grading ist. Beim Export von Premiere Pro nach Davinci Resolve und wieder zurück, verschoben sich einige Videos um ein paar hundertstel Sekunden. Zudem hatten wir danach Probleme mit der Verlinkung der einzelnen Videodateien.

Titel und Abspann

Wir wollten im Titel einen Glitch-Effekt einbauen, haben uns  aber dazu entschieden, dass dies nicht zu unserem Film passt. Durch die Erstellung des Glitch-Effekts ging unnötig Zeit verloren.

Learnings

Am Set hätten wir  Fotos machen sollen, für Titelbilder und ähnliches.

Wir hatten grosse Probleme mit Switchdrive und Autosafe.

Beim Filmen hätten wir dem Licht mehr Aufmerksamkeit schenken sollen.

Wir hätten die Aufgabenverteilung zwischen uns aber auch den Tänzern genauer definieren sollen.

Akkus unbedingt vorher überprüfen.