Coole Socke!

Wie bedankt man sich bei Kunden auf eine Art, die wirklich in Erinnerung bleibt? Diese Frage stand am Anfang des Projekts. Meine Aufgabe war es, für lemonbrain, die Agentur bei der ich arbeite, eine Weihnachtsaktion zu entwickeln, die zur Persönlichkeit der Agentur passt: hochwertig, aber nicht steif. Witzig, aber nicht billig.

Die Antwort waren Socken. Und ein Claim, der alles zusammenhält: «Coole Socke». Ein Begriff, der Wertschätzung transportiert, den Empfänger zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig das Produkt beschreibt. Dieser Satz wurde zum roten Faden, der sich durch alle Touchpoints der Aktion zieht. Um das Weihnachtsthema mit dem phsysichen Geschenk zu verbinden, habe ich Weihnachtssprüche gezielt mit Korrekturhinweisen mit den Socken kombiniert. Aus «Oh, du fröhliche» wurde «Oh, du coole Socke». Aus «Nächster Termin: Weihnachten» wurde «Nächster Termin: Socken anziehen».

Nach einer Konzeptionsphase mit mehreren Ideen im Rennen wurde durch eine Besprechung mit der Geschäftsleitung klar, dass es die Socken sein werden. Von da an habe ich das Projekt eigenständig weiterentwickelt. Kreativ wie organisatorisch. Neben der Ausarbeitung der kreativen Leitlinie habe ich auch die gesamte Organisation übernommen: Angebote für Versandmaterial einholen, Postpreise recherchieren und Abklärungen mit dem Sockenproduzenten koordinieren.

Den ersten Touchpoint bildete die Weihnachtskarte. Auf der Rückseite führte ein personalisierter QR-Code direkt auf die Landingpage. Jeder Kunde öffnete damit eine Seite, auf der seine Lieferadresse bereits vorausgefüllt war. Eine kleine Geste mit grosser Wirkung auf die Nutzererfahrung. Die Karte habe ich in schwarzen Couverts versendet und von Hand beschriftet, was den persönlichen Touch der Agentur widerspiegelt.

Die Landingpage habe ich in HTML, CSS und JavaScript umgesetzt. Minimalistisch im Design, aber lebendig durch Mikroanimationen und Scrollytelling-Elemente. Hier konnten die rund 190 angeschriebenen Kunden ihre Schuhgrösse wählen und ihre Adresse angeben. Das Backend-Team der Agentur sorgte dafür, dass die Bestellungen sauber in einer Datenbank gespeichert werden.

Hier kannst du die Website live entdecken: https://coole-socken.lemonbrain.ch/

lemonbrain Weihnachtsaktion Website Mockup

Das Sockendesign habe passen zur Brand Personality bewusst schlicht gehalten. Als verspieltes Detail trägt die Socke den Schriftzug «Coole Socke» an der Fusssohle. Die Etikette habe ich im gleichen Geist gestaltet, mit augenzwinkernden Pflegehinweisen, die den Claim auch im kleinsten Detail weiterspielen.

Nach Ablauf der Bestelldeadline wurden die Socken produziert und verschickt. Von der ersten Idee bis zum letzten Päckchen hat sich das Projekt bis Ende Februar gezogen. Rund 100 der 190 angeschriebenen Kunden haben bestellt. Das Feedback war durchweg positiv, auf die Karte zur Weihnachtszeit wie auch später, als die Socken finally in den Händen der Kunden landeten.

(mbi)

Dieses Projekt hat mich auf fast allen Ebenen gefordert. Kreativ, technisch, organisatorisch. Und manchmal auch mental.

Was ich als echten Erfolg werte ist, dass nach der Auswahl der definitiven Geschenkidee, der kreative Kern hat schnell klar war. Der Claim und die Idee mit den umgeschriebenen Weihnachtssprüchen und dadurch die Konsistenz über alle Werbemittel hinweg. Zu Beginn war ich etwas unsicher ob es zu einfach war, aber manchmal ist weniger mehr. Das hat sich stimmig angefühlt und ist auch so wahrgenommen worden. Ich habe durchweg positives Feedback erhalten und vor allem die Kreativität wurde sehr geschätzt.

Was mich vor allem herausgefordert hat, war das Design der Socken selber. Ich habe in diesem Projekt gelernt, dass jede:r bei Socken ganz eigene Präferenzen hat und es daher nicht so einfach ist, Socken zu designen, die allen gefallen. Im Team gab es ganz klare Meinungen und so war es nicht ganz einfach eine Richtung zu finden, mit der alle Leben konnten. Einige wollten ganz klar weisse Socken, andere Schwarze. Manche waren bei einem auffälligen Design andere wollten schlicht. Hier war es für mich wichtig, nicht nach eigenen Präferenzen zu entscheiden sonder immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass es zu unsere Brand passen muss. Schwierig war auch das Anfertigen der Druckdaten, da ich noch nie Textilien gestaltet hatte und die Druckform nicht wie gewohnt war.

Eine neue Erfahrung war die Zusammenarbeit mit dem Dev-Team beim Programmieren der Landingpage. Bisher hatte ich Coding-Projekte immer mit anderen Student:innen, in der gewohnten Umgebung und nach der FHGR Logik, umgesetzt. Hier war ich zum ersten Mal in einem fremden System unterwegs und musste lernen, wie kollaboratives Entwickeln funktioniert. Das war anfangs ungewohnt, hat mich aber weitergebracht. Und zum Glück hat mir das Entwicklerteam auch immer gerne alles mit viel Geduld erklärt und mich nicht allein gelassen. Auch hatte ich manchmal Probleme, dass Effekte in Safari nicht funktioniert haben. Die Fehlersuche hat mich manchmal viel Zeit gekostet.

Was mich phasenweise ausgebremst hat, war die fehlende Entscheidungsstruktur. Bei einem internen Projekt ist oft unklar, wer bei was das letzte Wort hat. Das hat mich verunsichert und den Prozess unnötig verlangsamt. Fürs nächste Mal nehme ich mir vor, auch bei internen Projekten von Beginn an ein zielführendes Projektmanagement anzulegen, wo Rollen und Verantwortlichkeiten geklärt sind.

Mühsam war auch die Logistik: Versandmaterial vergleichen, Postpreise recherchieren, Anbieter einschätzen. Nicht weil es unlösbar war, sondern weil mir in diesem Bereich der Überblick fehlte und die riesige Anbietervielfalt mich immer wieder ins Stocken brachte. Hier habe ich viel Zeit verloren, weil ich immer das Gefühl hatte, noch etwas besseres zu finden. Gegen Ende wurde es entsprechend eng: Die Karten mussten idealerweise noch vor Weihnachten ankommen, da ab dem 24. Dezember kaum jemand mehr im Büro ist. Aber am Ende hat alles rechtzeitig geklappt und das Feeback war es definitiv wert.

Für den Digezz-Beitrag habe ich noch Produktfotos gemacht. Hier hatte ich leider einen etwas hohen ISO-Wert, weshalb die Bilder ein starkes Rauschen aufwiesen, was mich viel Zeit in der Bearbeitung gekostet hat.