«blau212121»: Branding-Prozess über Skizzen und Brainwriting zu Logo und Wording

Von einem einzigen Wort zum unverwechselbaren Markenauftritt. Wie ich das Branding für das Modeprojekt «blau212121» entwickelt habe.

Für das Modeprojekt «blau212121» einer Kollegin, habe ich ein Branding konzipiert und gestaltet. In diesem Rahmen habe ich ein Logo gestaltet und ein Wording entwickelt. Zu Beginn des Prozesses war lediglich das Wort «blau» festgelegt, es sollte Teil des künftigen Projektnamens werden.

Um das Logo zu entwerfen, habe ich durch Skizzieren versucht den Anfangsbuchstaben von «blau» auf eine interessante und ästhetische Art zu interpretieren. Das Skizzieren half mir eine grosse Anzahl an Formen möglichst rasch zu visualisieren und deren Potential zu überprüfen. Eine Idee, in der ich Potential sah, war ein schlichtes ballonartiges «B» in einem starken Blauton, den ich mit Illustrator und Blender als 3D-Modell ausgestaltet habe. Leider entsprach das Resultat weder meiner ursprünglichen Vorstellung, noch gefiel es meiner Kollegin. Daher wurde diese Idee verworfen.

Daher fing ich erneut an zu skizzieren. Schliesslich entschied ich mich dafür, die Kurven des Buchstaben «B» an den Formen der Fingereinsätzen von Scheren zu orientieren. Diese Idee überzeugte mich nicht nur ästhetisch, sondern auch wegen dem thematischen Bezug zu meiner Kollegin, welche gelernte Schneiderin ist. Nun habe ich die Idee auf unterschiedliche Scheren angewandt. Im Austausch mit meiner Kollegin, haben wir uns schliesslich für eine Variante entschieden. Nun habe ich mich an den Kurven der entsprechenden Fingereinsätze orientiert, um erneut von Hand eine interessante Form zu finden. Anschliessen habe ich das «B» in Adobe Illustrator verfeinert und finalisiert. Die finale zweidimensionale Form habe ich schliesslich noch im Blender als 3D-Modell gerendert.

Parallel dazu habe ich in mehreren Brainwriting-Sessions über das Wording für den zukünftigen Projektnamen gebrainstormt. Dabei kam ich auf die Idee das festgelegte Wort «blau» durch eine Zahlenfolge zu ergänzen. Aber welche Zahlen? Ich habe Postleitzahlen, Geburtsjahr, verschiedene Blautöne in Hexadezimal Schreibweise, Leet-Speech und so weiter ausprobiert, ohne eine zufriedenstellende und als Instagram-Name verfügbare Variante zu finden. Schliesslich kam ich auf die Idee, die Buchstaben des festgelegten Wortes zu dechiffrieren. Wenn für jeden Buchstaben von «blau» dessen Position im Alphabet genommen wird und die einzelnen Nummern aneinandergereiht werden, entsteht die Zahlenfolge «2 12 1 21». Diese simple Zahlenfolge aus dreimal 21 überzeugte meine Kollegin und mich sofort und glücklicherweise war auch der Name «blau212121» auf Instagram noch verfügbar.

(eli)

Prozess

Onboarding:
Vor Beginn des Branding-Projekts erfolgte ein gründliches Onboarding, um den Projektkontext zu verstehen und das Wort «blau» als integralen Bestandteil des Projektnamens festzulegen.

Generieren und Überprüfen von Ideen:
Nach dem Onboarding wurden Ideen für Logo und Wording generiert. Dabei wurden verschiedene Ansätze für das Logo skizziert und schnell auf ihr Potenzial hin überprüft. Gleichzeitig wurde nach einer passenden Zahlenfolge gesucht, um das Wort «blau» für Instagram zu ergänzen.

Verwerfen von Ideen:
Die ballonartige «B»-Idee wurde aufgrund unzureichender Ergebnisse verworfen. Auch viele Ansätze für das Wording wurden sorgfältig überprüft und abgelehnt, wenn sie nicht den gewünschten Effekt erzielten oder als Instagram-Name nicht verfügbar waren.

Verfeinern und Finalisieren von Ideen:
Nach dem Verwerfen der ersten Idee wurden neue Skizzen erstellt, die sich auf die Formen von Scherenfingereinsätzen bezogen. Diese Idee überzeugte ästhetisch und thematisch im Zusammenhang mit der Schneiderkunst. Nach der Einigung auf eine Variante wurde das «B» in Adobe Illustrator verfeinert und finalisiert. Das Wording wurde durch das Anordnen der Buchstaben im Alphabet und die Kombination der entstehenden Nummernfolge «2 12 1 21» zu einem einprägsamen Instagram-Namen gelöst.

 

Selbstkritik:

Gut:

  • Schnelle Generierung und Überprüfung von Ideen durch Skizzieren respektive Brainwriting
  • Verwerfen von «Darling»-Ideen die nicht funktionierten
  • Endprodukte Logo und Wording

weniger gut:

  • erste Idee mit möglichem Potential zu früh und ohne Absprache mit Kollegin finalisiert
  • Abhängigkeit des Wordings von der Verfügbarkeit von Instagram Namen

Erkenntnisse:

  • Ideen schnell generieren und überprüfen
  • «break-your-darlings»
  • überzeugende Gestaltung-/Wording-Ideen erkennen