BadTaste Party Flyer
Für die Bad Taste Party des Turnvereins Madiswil habe ich den Flyer und Sticker gestaltet. Ziel war ein auffälliges, humorvolles und bewusst unperfektes Design, das sich klar vom klassischen Vereinsauftritt abhebt. Gestalterisch sollten sowohl die Farben des Vereins als auch der lokale Bezug sichtbar werden, insbesondere das Vereinsgrün und Elemente aus dem Dorfwappen.
Als zentrale Figur diente der „Linksmähder“ aus dem Madiswiler Wappen, der in einer überzeichneten, trashigen Version neu interpretiert wurde. Um eine passende Ausgangsbasis zu finden, experimentierte ich mit verschiedenen KI-Bildgeneratoren (ChatGPT, Midjourney, Seedream, Nano Banana). Die generierten Resultate lieferten zwar interessante Ansätze, waren jedoch visuell wenig konsistent, insbesondere bei gezielten Anpassungen einzelner Details.

Aus diesem Grund habe ich die Figur anschliessend manuell in Photoshop weiterbearbeitet. So konnte ich Proportionen und Details gezielt steuern und den gewünschten überzeichneten Look präzisieren. Typografie, Farbwahl und Bildelemente wurden bewusst plakativ und teilweise überladen eingesetzt, um den Bad-Taste-Charakter konsequent zu unterstützen. Die Gestaltung sollte auffallen, polarisieren und gleichzeitig mit einem Augenzwinkern den lokalen Bezug transportieren.
Ergänzend zum Flyer habe ich rein aus Neugier ein kurzes Video mit einem KI-Videogenerator erstellt und anschliessend mit einem einfachen Schnitt ergänzt. Ziel war es, die Bad-Taste-Ästhetik auch im Bewegtbild weiterzuführen und vor allem auch die generierte Figur des Linksmähder zu integrieren. Die grösste Herausforderung war die Sprache, da das Video auf Schweizerdeutsch funktionieren sollte. Dazu habe ich 4 Programme (Veo, Pika, Sora, Runway) ausprobiert und schlussendlich mit Veo gearbeitet, weil es im Frühsommer 2025 das zuverlässigste Tool im Umgang mit Schweizerdeutsch war. Das generierte Video wurde nicht für die Bewerbung der Party eingesetzt, sondern diente dem persönlichen Experimentieren und dem Vergleich verschiedener KI-Tools.
(abb)
Einsatz von KI-Tools
Die Arbeit mit generativen KI-Tools war experimentell und spannend, zeigte im Frühsommer 2025 jedoch noch klare Limitationen. Besonders bei konsistenter Bildgenerierung und gezielter inhaltlicher Steuerung stiessen die Tools schnell an ihre Grenzen. Das KI-generierte Resultat des «Linksmähder» diente deshalb als Grundlage zum weiteren Bearbeiten und nicht als 1:1 finales Ergebnis.
Gestalterischer Kontrollverlust als Herausforderung
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, bewusst nicht nach klassischen Designprinzipien zu arbeiten. Es fiel mir nicht leicht, gestalterisch loszulassen und den gewollten Trash-Look als „fertig“ zu akzeptieren, da er bewusst meinen üblichen ästhetischen Ansprüchen widerspricht, die eher minimalistisch und clean sind.
Reflexion
Das Projekt hat mir gezeigt, dass gutes Design nicht zwangsläufig mit Perfektion gleichzusetzen ist, sondern stark von Ziel, Kontext und Wirkung abhängt. Der bewusste Bruch mit gestalterischen Konventionen war hier kein Mangel, sondern ein zentrales Gestaltungsmittel.