Back in Time – das Heute festhalten, als wäre es gestern

«No matter how much time passes, no matter what takes place in the interim, there are some things we can never assign to oblivion, memories we can never rub away.» – Haruki Murakami

Forte dei Marmi ist ein äusserst charmantes Örtchen in der Toskana, Italien. Seit ich denken kann, kamen wir als Familie im Sommer an diesen schönen Ferienort. Meine Eltern heirateten im Jahr 1996 sogar hier, daher war dieser Ort noch vor meiner Geburt ein fester Bestandteil meines Familienlebens.

Ich habe über die Jahre viele Geschichten von Forte dei Marmi und all den Hotels, die es heute leider nicht mehr gibt, gehört und suchte regelmässig nach Fotos aus diesen Zeiten. Nebst den selbstgemachten Fotos meiner Familie, traf ich im Internet sehr schöne Fotografien aus den 80ern an. Als ich letzten Sommer mit meiner Analogkamera und sechs Schwarz/Weiss-Filmen bewaffnet in die Ferien fuhr, war schnell klar: Ich halte das heutige Forte dei Marmi im Stil des damaligen Forte dei Marmi fest – fotografisch.

Aus rechtlichen Gründen kann ich die echten Vintage-Bilder leider nicht hinzufügen, da sie auf Getty Images für je 500.- zu kaufen sind. Ich konnte meines Erachtens jedoch die Essenz der Stadt aus den 80ern im Jahr 2023 gut wiedergeben und abbilden.

Hier sind Einblicke in mein Projekt:

Die restlichen Fotos sind unter diesem Link zu finden.

(eli)

Dieses Projekt entstand nach einem regnerischen Nachmittag, als ich die alten – schwarz/weiss – Fotos der vergangenen Familienferien durchwühlt hatte. Die Idee, das moderne Forte dei Marmi mit einem eher veralteten Medium festzuhalten, schien mir ein schönes Projekt, dass ich in den Sommerferien verwirklichen könnte.

Als grosser Fan von analoger Fotografie und Fotografie allgemein, ist es für mich regelmässig schwierig, mich bei der Motivsuche zu beschränken. Forte dei Marmi ist voll mit fotogenen Stellen, sei dies am Strand, auf einem Steg oder im Dorfzentrum. Erst als ich nach nur drei Tagen dort schon meinen vierten Film in die Kamera setzen musste, wurde mir bewusst, dass ich vor einer Entscheidung stand. Entweder weiterhin grosszügig mit meinen Schüssen umgehen, oder wählerisch werden. Die Option, zusätzlichen Film zu kaufen, gab es in Forte dei Marmi leider nicht.

Ich war bisher noch nie mit meiner Analogkamera am Strand oder in der Nähe von Wasser allgemein, was definitiv eine Schicht mehr Vorsicht mit sich brachte und ich hatte auch mehr Bedenken, beim Wechseln des Films.

Die meisten meiner Fotografien bilden Personen ab. Auch hier war das vor allem anfangs der Fall, bis ich realisierte, dass ich nicht nur meine Familie ablichten konnte, um den 80er-Jahre Look rüberzubringen. Bei der Hitze im Sommer musste ich mich auch mehrmals dazu überwinden, mit dem Fahrrad oder zu Fuss Strecken zu gehen, die ich vorher noch nie gegangen/gefahren war, um mir Unbekanntes einfangen und die Ortschaft richtig darstellen zu können.

Ich durfte durch dieses Projekt mehr lernen, als ich das gedacht hätte. Nebst verschiedenen Kameraeinstellungen, die sich bei analogen Kameras erst nach der Entwicklung zeigen, lernte ich viel über den korrekten Zeitpunkt, auch in schwarz/weiss Fotos zu machen. Mir wurde viel bewusster, wie wichtig ein Motiv ist, wenn die Farbe nicht die ganze Gestaltung ausmachen kann. Ausserdem habe ich gelernt, dass es sowieso am besten ist, nicht nur das Altbekannte zu machen.