Auge machen – ein kurzer Animationsfilm

Die Augen sind das Tor zur Seele. Sie sind allgegenwärtig. Jede*r hat Augen – die einen benutzen sie zu wenig, die anderen zu viel. Eines ist sicher: Augen lügen nicht!

In diesem Animationsfilm geht es nicht um Catcalling oder darum, dass man sein Handy nicht am Steuer benutzen sollte. Der Film will zeigen, dass das eigene Verhalten Konsequenzen hat. Und dass rücksichtsloses oder fahrlässiges Verhalten zu nichts Gutem führen kann. So entstand auch der Titel «Auge machen», was umgangssprachlich bedeutet, auf etwas eifersüchtig zu sein. Diese Redewendung wird im Film auf andere Aspekte übertragen, bei denen mehr Bescheidenheit angebracht wäre.

Dieser Animationsfilm löst keine Probleme. Aber wenn er auch nur eine Person zum Nachdenken angeregt hat, hat er seinen Zweck erfüllt.

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Inhaltsangabe
Ein Mann verfällt einer Liebe, die ihn so sehr ergreift, dass sie ihn buchstäblich blind macht. Leider kann er seine Liebe nur durch Catcalling ausdrücken. Das Nächste, was er sieht, ist das Auto eines abgelenkten Fahrers, als er über die Strasse rennt. Dieser Fahrer, gefangen in der virtuellen Welt seines Handys, landet im Gefängnis und sieht sich dort einem dunklen Schatten seiner eigenen Schuld gegenüber – seinem feindseligen Zellengenossen.

(eli)

632 Frames lang ist mein Animationsfilm, wenn man nun bedenkt, dass manche Szenen aus mehreren Animationen (also mehreren Zeichnungen) bestehen, erhöht sich die Anzahl der gezeichneten Bilder noch deutlich. Ich würde sagen, dass ich etwa 900 Bilder gezeichnet habe. Diese 900 Bilder habe ich dann im Clean Up noch einmal nachgezeichnet und koloriert. Alles in allem ist das ganze Projekt doch etwas grösser geworden als gedacht, eigentlich hatte ich mit etwa 30 Sekunden gerechnet, aber ich habe schnell gemerkt, dass man die Bilder auch oft einfach wirken lassen muss. So kam ich am Ende auf eine beachtliche Länge von fast 1 Minute.

Der Animationsfilm ist sehr einfach gehalten. Bei den Figuren habe ich mich auf einfache Strichmännchen beschränkt, die in einer flachen Welt ihr Unwesen treiben. Die verschiedenen Charaktere haben eine charakteristische Farbe bekommen. Inspirationen für den Look des Films waren z.B. die Kinderserie «Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig», die Erklärvideos des YouTube-Kanals «CGP Grey» oder das Spiel «Escaping the Prison». Böse Zungen würden sagen: Kinderzeichnungen, aber ich mag diesen Stil.

Um besser auf den ganzen Prozess zurückblicken zu können Teile ich diese Reflexion in drei Teile auf: Pre-Production (Idee, Programme und Technik), Production (Zeichnen) und Post-Production (Tranistions und Sounddesign)

Pre-Production

Ich hatte schnell eine erste Idee für die Handlung. Parallel zur Entwicklung der Geschichte habe ich mir überlegt, welche Technik ich verwenden möchte. Für den Leistungsnachweis in Sketch and Draw habe ich bereits mit Procreate auf dem IPad gearbeitet. Deshalb entschied ich mich, auf dem IPad zu bleiben und neben Procreate auch Procreate Dreams zu verwenden, da es dort mehrere Ebenen gibt. In Procreate habe ich die Roughanimationen gezeichnet, das Clean Up und die Kolorierung dann in Procreate Dreams gemacht. Das bedeutete allerdings, dass ich mich zusätzlich in ein neues Programm einarbeiten musste, das wir im Unterricht nicht behandelt hatten. Dafür habe ich hauptsächlich Youtube Tutorials benutzt.

Bevor ich mit dem Zeichnen auf dem IPad angefangen habe, habe ich Skizzen und Thumbnails für jede Szene mit Bleistift auf Papier gezeichnet.

Production

Nun begann ich, die einzelnen Szenen auf dem IPad in Procreate zu zeichnen. Dieser Arbeitsschritt nahm die meiste Zeit in Anspruch. Ich versuchte, wie im Sketch and Draw Kurs gelernt, die «Pose to Pose» Methode anzuwenden, also zuerst die Keyfarmes zu zeichnen. Das Zeichnen der Walk Cycles hat am längsten gedauert. Mit den Animationen bin ich zum Teil sehr zufrieden. Die Szene, in der Rot vom Bett springt, finde ich gut gelungen. Mit den Walk Cycles am Anfang bin ich auch zufrieden. Ich habe schnell gemerkt, wie schwierig es ist, Gesichter zu animieren, auch wenn es nur einfache Figuren sind. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich diese Szenen noch einmal überarbeiten, z.B. das Pfeifen.

Nachdem ich die Roughanimationen fertiggestellt hatte, exportierte ich sie von Procreate nach Procreate Dreams, was sehr gut funktionierte. Nun konnte ich meine Szenen in einer Timeline aneinanderreihen. Auch Szenen mit mehreren Animationen konnte ich nun «zusammenbauen». Auf einer neuen Ebene konnte ich nun mit dem Clean Up beginnen, also habe ich alle meine Zeichnungen angehalten. Dieser Schritt war notwendig, da ich die Rough Animations (wie im Sketch and Draw Kurs gelernt) skizzenhaft gezeichnet habe. So entstanden flüssigere Animationen und die Zeichnung bestand nicht mehr aus vielen einzelnen Linien, sondern wurde konstanter. Auch hier hätte ich mehr Zeit investieren können, damit die Linien noch sauberer herauskommen. Um ehrlich zu sein, hätte ich mir erhofft, dass die Clean Ups generell etwas schöner herauskommen, hier merkt man wahrscheinlich, dass ich nicht so oft zeichne und mir einfach die Übung fehlt, bestimmte Formen zu zeichnen. Der letzte Schritt bei Procreate Dreams war also das Kolorieren.

Post-Production

Der ganze Zeichenprozess dauert sehr lange, aber da alles (auch technisch) funktionierte, kam ich relativ schnell voran. Ich teilte die einzelnen Bilder in Ordner pro Szene auf und importierte sie als «Image Sequence» in After Effects. Dann habe ich die Szenen aneinandergereiht und mich um die Übergänge gekümmert, die ich noch einbauen wollte. Danach wollte ich das Ganze vorkomponieren und in Premiere importieren. Dieser Prozess war aber extrem mühsam, immer wieder gingen einzelne Bilder verloren und wurden durch Colorbars ersetzt. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, was genau das Problem war, weiss ich nicht.

Das Sounddesign in Premiere funktionierte dann wieder ohne Probleme. Da ich aber relativ genaue Vorstellungen hatte, wie bestimmte Sachen klingen sollten, habe ich die meisten Sound Effekte selbst aufgenommen.

Fazit

Nun ist tatsächlich ein Animationsfilm entstanden. Auch wenn ich mit dem Endergebnis nicht hundertprozentig zufrieden bin, bin ich stolz darauf, ein grosses Projekt mit vielen Facetten umgesetzt zu haben.Vom Konzept über das Zeichnen bis hin zur Aufnahme der Soundeffekte habe ich alles selbst gemacht. Programme wie Procreate Dreams habe ich komplett neu gelernt und auch in After Effects musste ich mir neue Fähigkeiten aneignen. Dabei haben mir vor allem Tutorials auf Youtube und viel Googeln geholfen. Ich habe nicht nur praktische Skills gelernt, sondern auch, was es bedeutet, ein Projekt in dieser Grössenordnung umzusetzen. Auch wenn ich alleine gearbeitet habe, war es wichtig immer einen Überblick zu haben, wo ich stehe, was noch zu tun ist und bis wann. Hätte ich mir keine Deadlines gesetzt, wäre ich wahrscheinlich nie mit der Zeichnung fertig geworden. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, wie wichtig es ist, sich bei so grossen Projekten Etappenziele zu setzen, um immer wieder kleine Erfolge feiern zu können, da es sonst, zumindest für mich, mental schwierig ist, am Ball zu bleiben.