Alright? Yes, it’s Alright!

Am 12. Juni 2023 war es endlich so weit. Die dritte Single der Wiler Band Maltschik erschien mit dem Titel «Alright». In ihrem neuesten Disco Pop Song erzählen die fünf kreativen Köpfe die Geschichte von Momenten im Leben, in welchen Menschen dich versuchen schlecht zu machen oder man sich alleine gelassen fühlt mit seinen Ängsten. Genau in diesen Momenten muss man sich von allem losreissen und alles hinter sich lassen. Denn dann ist alles «Alright».

Wir, Fabian und Kevin, haben uns gemeinsam der Challenge gestellt, für Maltschik ein Musikvideo zu drehen. Kameras bedienen? Damit haben wir beide schon unsere Erfahrungen gesammelt. Einen zweitägigen Musikvideodreh planen und umsetzen? Nicht wirklich! Und genau deshalb war es uns ein Anliegen, gemeinsam in diese für uns unbekannte Welt einzutauchen.

Welche Hürden es auf diesem Weg zu bewältigen gab und wie unsere Flexibilität auf die Probe gestellt wurde, erfährst du in unserer Kritik. Zuerst aber, Kopfhörer auf und Video ab!

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(eli)

IDEE & PLANUNG
«Alright» auf und ab. Während unseres Brainstormings für das Musikvideo hörten wir uns den Song von Maltschik öfter an als wir Finger haben. Doch je mehr die Melodie in unserem Gedächtnis hängen blieb, desto mehr entwickelten wir ein Gefühl, in welche Richtung es gehen soll. Und wir waren uns einig: Da das Lied sehr rhythmisch ist, entschieden wir uns, dass sich die Band bewegen muss. Energie freisetzen. Losrennen. Von der Zivilisation, raus in die Natur. Diese neu gewonnenen Erkenntnisse teilten wir mit der Band, die wir mit unseren Ideen überzeugen konnten.

Nächster Schritt: Planung. Und da stiessen wir das erste Mal an unsere Grenzen. Die Herausforderung war klar: Die eingeschränkte Verfügbarkeit der Band und die Abhängigkeit durch das Wetter legten uns immer wieder Steine in den Weg. Die Drehorte sollten nicht nur gut erreichbar sein, auch die Nähe zueinander war uns wichtig. Da wir uns in der Umgebung rund um St. Gallen nicht gross auskennen, verliessen wir uns auf die Tipps und Ideen der Band. Denn es war uns wichtig, mehr oder weniger in ihrer Heimatregion unterwegs zu sein.

Einen halben Tag nahmen wir uns die Zeit, gemeinsam mit einem Mitglied der Band, verschiedene Seen, Wälder, Industrie und Stadtgebiete auszukundschaften. Am schwersten war es eindeutig, eine passende Location für eine Abbildung einer Stadt bzw. eines Industriegebietes für unser Musikvideo zu finden. Schlussendlich landeten wir in Kemptthal, im Quartier «The Valley» – und das mit passender Drehbewilligung und der perfekten Ziegelstein-Wand als Hintergrund. Zumindest dachten wir uns das.

 

UMSETZUNG
Am frühen Donnerstagnachmittag machten wir uns, mit mehr als genug Equipment im Gepäck, auf den Weg nach Wil bei St. Gallen. Die beiden Drehtermine waren für Freitag und Samstag angesetzt. Wir wollten uns jedoch die Zeit nehmen, um alle Kameras nach unseren Wünschen einzustellen und um sicherzugehen, dass unser Equipment am Drehtag mit genug Energie versorgt ist.

Der erste Tag war nicht nur für uns, sondern auch für die Band anstrengend. Die pralle Frühlingssonne machte ihnen bereits am Morgen früh zu schaffen. Und auch unsere Kameras bekundeten ihre Mühe und überhitzten. Abgesehen davon lief der Tag jedoch einigermassen reibungslos und nach Plan ab.

Anders sah es am zweiten Tag aus. Gegen Vormittag parkte unser Auto, immer noch vollgepackt, im «The Valley». Nur wenige Schritte davon entfernt, befand sich die Ziegelstein-Wand, die wir knapp drei Wochen vor dem Dreh für das Musikvideo ausgesucht haben. Doch anstatt einer leeren Ziegelstein-Wand trafen wir auf neu geschaffene Parkplätze und davor zwei riesige Kastenwagen. In diesem Moment dachten wir uns beide nur: «Scheisse, das darf doch nicht wahr sein!» So mussten wir kurzum umdenken und entschieden uns, die Aufnahme vor einer Laderampe zu filmen.

Das Projekt entpuppte sich schlussendlich als sehr gross. Unsere Aufnahmen entstanden aus unzähligen Winkeln und Perspektiven, was sich wiederum in unserer Timeline widerspiegelte. Alleine das Synchronisieren dauerte mehr als einen Tag. Und auch das Color Grading war, durch den Gebrauch von drei verschiedenen Kameratypen, eine Herausforderung.

 

LEARNINGS
Was wir für unseren nächsten Dreh auf jeden Fall mitnehmen möchten: Einen Plan B haben. Glücklicherweise hat das Wetter mitgespielt und uns keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar hätten wir ein Ausweichdatum in der Hinterhand gehabt, jedoch lag dieses relativ nahe am Termin der Abgabe. Damit verbunden, würden wir uns im Nachhinein mehr Zeit nehmen, um nach mehr Locations zu scouten, um auch auf unvorhersehbare Szenarien vorbereitet zu sein. Und dass es somit wichtig ist, am Set ein gewisses Mass an Flexibilität von allen Mitwirkenden zu haben.