Algerien – ein Kurzfilm

Ende Januar bin ich für zwei Wochen nach Algerien gereist, um vor allem Zeit in der Sahara zu verbringen. Gemeinsam mit meinem Vater und einem Amazigh habe ich in der Wüste gezeltet, den Alltag miterlebt und die Landschaft auf mich wirken lassen. Im Gepäck: meine sehr alte Canon-Kamera und die Idee, daraus einen Film zu machen im retro Look.

Was entstanden ist, ist ein rein visueller Reisefilm. Kein Voice-Over, keine Interviews, kein gesprochener Kommentar. Nur Bilder und Musik. Der Film erzählt die Reise chronologisch und lässt die Aufnahmen für sich sprechen: Wüstenlandschaften, das Zusammenleben mit den Amazigh, stille Momente und alltägliche Szenen.

Aus zwei Wochen Rohmaterial habe ich in Adobe Premiere Pro einen Film geschnitten. Dabei ging es mir weniger um eine klassische Reisedokumentation als um ein Gefühl. Die Sahara hat eine eigene Ruhe und Weite, die sich schwer in Worte fassen lässt. Genau deshalb habe ich bewusst auf Sprache verzichtet und stattdessen versucht, diese Stimmung rein über die Bilder und den Rhythmus des Schnitts zu transportieren.

Ich habe nebst dem Film auch viele Bilder gemacht:

Film (Vimeo hat die Qualität leider deutlich reduziert)

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Premiere Pro Timeline

(mbi)

Ausgangslage und Zielsetzung

 

Ziel war es, aus dem Filmmaterial meiner zweiwöchigen Reise in die algerische Sahara einen eigenständigen visuellen Kurzfilm zu schneiden. Der Film sollte ohne gesprochene Sprache funktionieren und die Atmosphäre der Reise rein über Bilder und Musik vermitteln. Technisch wollte ich den gesamten Workflow in Premiere Pro abdecken: Sichtung, Schnitt und Musikuntermalung.

 

 

Herausforderungen

 

Die grösste Herausforderung war die Menge an Material. Über zwei Wochen hinweg habe ich täglich gefilmt, ohne einen festen Drehplan. Das bedeutete, dass ich in der Postproduktion mit einer grossen Menge an unstrukturiertem Rohmaterial sass und erst einen roten Faden finden musste. Vieles war schön, aber nicht alles hat zusammen funktioniert. Die Auswahl der richtigen Clips und der Aufbau eines Erzählbogens ohne Worte war deutlich schwieriger als gedacht. Ich hatte in der Sahara gar kein Netz und keine Möglichkeit meinen Kamera Akku zu laden, deshalb musste ich auch teils aufs filmen verzichten und einschätzen, wann ich filme und wann nicht.

Dazu kam, dass nicht alle Aufnahmen technisch einwandfrei waren. In der Wüste sind die Lichtverhältnisse extrem: tagsüber gleissendes Licht, abends sehr schnell dunkel. Einige Clips waren überbelichtet, andere hatten zu viel Kontrast. Ich habe zudem eine sehr alte Kamera benutz, weil ich den Look cool fand, aber sie war auch nicht super ausgestattet.

 

Reflexion

 

Im Nachhinein hätte ich vor Ort gezielter filmen sollen. Vor allem ist im Film manchmal nicht klar wie ich von A nach B gekommen bin, diese kleinen Sequenzen sind enorm wichtig und fehlen teils. Ein grober Drehplan oder zumindest eine Shot-Liste hätte mir in der Postproduktion viel Zeit gespart. Wenn man einfach alles filmt, hat man zwar viel Material, aber der Schnitt wird zur eigentlichen kreativen Arbeit, weil die Auswahl so viel schwerer fällt.

Trotzdem bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Der Film fängt ein, was ich in der Sahara erlebt habe, und er tut das auf eine Weise, die sich richtig anfühlt: still, visuell, ohne Erklärungen.