Die Gestaltung des Krieges
Wie filmische Gestaltungsmittel Krieg inszenieren und reflektieren – eine medienethische Einordnung
Thesis
Filmische Gestaltungsmittel wie Kameraführung, Licht, Farbe, Ton und Musik codieren Bedeutung und beeinflussen die Wahrnehmung von Zuschauenden, oft auch unbewusst. Diese Arbeit untersucht, wie die Spielfilme CIVIL WAR (Alex Garland, UK/US, 2024) und WARFARE (Alex Garland & Ray Mendoza, UK/US, 2025) audiovisuelle Gestaltungselemente einsetzen, um Krieg zu inszenieren und kritisch zu hinterfragen, und wie sich diese Gestaltungselemente medienethisch einordnen lassen. Methodisch stützt sich die Arbeit auf eine vergleichende Filmanalyse: Für beide Filme wird je ein Sequenzprotokoll erstellt, in dem der Film hinsichtlich visueller und auditiver Gestaltungsmittel analysiert wird. Die Ergebnisse werden anschliessend zwischen den beiden Filmen verglichen, um Gemeinsamkeiten und Abweichungen herauszuarbeiten. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die medienethische Einordnung der Gestaltungsmittel.
Im Rückblick auf die Forschungsfrage zeigt sich ein spannendes Bild der beiden Filme. Während CIVIL WAR vor allem durch die Gestaltungsmittel die Zuschauenden zur Reflexion von Krieg anregt, so ist WARFARE eher die persönliche Aufarbeitung des Co-Regisseurs einer Schlacht, welche die Zuschauenden aus einer beobachtenden Distanz mitverfolgen können. CIVIL WAR bewegt sich zwischen dokumentarischer Zurückhaltung und vereinzelter Ästhetisierung, hält jedoch immer wieder Distanz zu einer eindeutigen Wertung des Gezeigten. WARFARE verfolgt demgegenüber einen durchgehend hohen Realismusanspruch auf visueller wie auditiver Ebene und verbleibt dafür erzählerisch einseitig bei den US-Soldaten.
Lehrprojekt
Als Lehrprojekt entstand ein etwa 10-minütiger Essayfilm, welcher an die Forschung der Thesis anknüpft, dabei aber einen anderen Aspekt fokussiert. Ausgehend von der Tatsache, dass Filme unsere Wahrnehmung immer beeinflussen, wird darin aufgearbeitet, ob nicht alle Filme und somit auch alle Kriegsfilme in irgendeiner Form als Propaganda gedeutet werden können. Der Essayfilm tastet sich kapitelweise an diese Frage heran und nutzt dabei einige berühmte Bildbeispiele und selbst erstellte Motion Graphics, um das Thema audiovisuell zugänglich zu machen. So entsteht ein essayistischer Zugang zu einer weitergedachten Frage der Thesis.