Wissenschaftliches Infoposter – Thema Walhai
Der Walhai ist der grösste Fisch der Welt – und trotzdem nicht sehr bekannt. In diesem Projekt habe ich ein wissenschaftliches Infoposter gestaltet, das seinen Lebenszyklus, seine Bedrohung durch den Menschen und bestehende Schutzmassnahmen visuell dargestellt.
Idee
Die Idee zu diesem Projekt entstand aus meinem persönlichen Interesse an Meeresbiologie und Umweltschutz. Der Walhai fasziniert mich schon länger: er ist der grösste Fisch der Welt, absolut harmlos für den Menschen und trotzdem wissen nur wenige Menschen mehr über ihn. Gleichzeitig wird er von der IUCN als gefährdet eingestuft, da seine Population seit 1980 um die Hälfte geschrumpft ist. Diesen Widerspruch – riesig, aber unsichtbar / harmlos, aber bedroht – wollte ich in einem Infoposter sichtbar machen.
Für die Umsetzung habe ich mich für Procreate und InDesign entschieden. Ich kannte Procreate bis dahin noch fast gar nicht, und auch in InDesign fehlte mir noch die Routine. Beide Programme gezielt kennenzulernen und meine Fähigkeiten darin zu verbessern, war deshalb ein wichtiges Ziel dieses Projektes. Ebenso wollte ich das Zusammenspiel zwischen Illustration und Text besser verstehen. Ein Infoposter schien mir dafür die ideale Aufgabe.
Recherche
Für die inhaltliche Grundlage recherchierte ich zuerst verschiedene Quellen, darunter IUCN, WWF, OceanCare und Fishbase. Zusätzlich habe ich mehrere Organisationen direkt per Mail angeschrieben und um Quellenempfehlungen und nach aktuellen Zahlen zu fragen. Vom WWF und OceanCare erhielt ich jeweils eine ausführliche Rückmeldung, die für meine Recherche sehr hilfreich waren.
Der WWF schickte mir konkrete Quellenempfehlungen mit wissenschaftlichen Referenzen, und OceanCare Informationen zu Rettungsaktionen und aktuellen Forschungsmethoden. Besonders neu und spannend war für mich der Hinweis zu Sharkbook, einer Website für KI-gestützte Erkennung der Punktemuster auf dem Rücken der Walhaie, ähnlich wie bei einem Fingerabdruck.



Konzept und Skizze
Bevor ich mit dem eigentlichen Gestalten begann, habe ich mir ein Pinterest-Board erstellt und gezielt nach Inspiration gesucht; wissenschaftliche Illustrationen, Infografiken, Unterwasser-Grafiken. Das half mir, ein klares Bild von der gewünschten Stimmung und dem angestrebten Stil zu entwickeln.
Danach habe ich direkt in Procreate eine Skizze erstellt, die den grundlegenden Aufbau des Posters als Kreislauf festlegte. Die Idee dahinter war, den Lebenszyklus des Walhais (Fortpflanzung, Lebensraum, Ernährung, Wachstum und Lebensdauer) als Abfolge von Luftblasen im Wasser darzustellen. Pfeile zwischen den Blasen führen den Blick des Betrachtenden durch die Reihenfolge.
Die anthropogene Bedrohung sollte diesen Kreislauf bewusst unterbrechen – als störendes Element von aussen, das den natürlichen Ablauf aus dem Gleichgewicht bringt. Am unteren Rand folgt ein separater Abschnitt zu den Schutzmassnahmen – als Gegenpol zur Bedrohung.
Parallel dazu habe ich ein einfaches Farbkonzept entwickelt, eine kleine Farbpalette, die die Grundstimmung des Posters festgelegt hat, bevor ich mit der eigentlichen Umsetzung begonnen habe.




Gestaltung und Umsetzung
Die Umsetzung erfolgte in Procreate und InDesign. Als Grundstimmung habe ich eine dunkle Unterwasseratmosphäre gewählt. Der Walhai selbst steht gross in der Bildmitte und gibt dem Poster ein visuelles Zentrum. Die einzelnen Themen des Kreislaufs sind passend zum Lebenszyklus als organische Luftblasen im Wasser gestaltet. Passend dazu sind die Illustrationen bewusst schlicht und in einem fast weissen Farbton gehalten, damit sie sich klar vom Hintergrund abheben, ohne vom Inhalt abzulenken. Gezeichnet habe ich diese in Procreate und später habe ich die Grafiken in InDesign mit dem Text kombiniert.








Finales Infoposter
Das fertige Poster liegt im Format A1 vor, wurde in Procreate illustriert und in Adobe InDesign zusammengesetzt und gelayoutet. Es vereint wissenschaftliche Inhalte mit illustrativem Design und erfüllt damit das Ziel eines informativen und visuell ansprechenden Infoposters.





(mbi)
Das Projekt war inhaltlich, gestalterisch und organisatorisch für mich sehr spannend, aber auch fordernd und lehrreich.
Inhaltlich hat mich die Recherchephase am meisten überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass meine Mails an diverse Organisationen beantwortet werden. Darum hat es mich sehr gefreut, als mir OceanCare und WWF ausführlich geantwortet hatten. Das hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, direkt nachzufragen, anstatt sich nur auf die Online-Recherche zu beschränken. Die Quellen, die ich erhalten habe, waren sehr spezifisch und brachten definitiv einen Mehrwert für mein Projekt. Gleichzeitig war die Recherche an gewissen Stellen schwieriger als erwartet. Der Walhai ist verglichen mit anderen Tierarten noch wenig erforscht, was bedeutet, dass detaillierte und verlässliche Quellen nicht ganz einfach zu finden waren.
Gestalterisch war die grösste Herausforderung die Reduktion. Ich hatte in der Recherche sehr viel Material gesammelt und musste lernen, Informationen konsequent wegzulassen und stark zu kürzen. Das Infoposter wirkt nämlich nur, wenn die Inhalte wirklich auf das Wesentliche reduziert sind, ein überladenes Plakat verliert schnell an visueller Wirkung. Auch hatte ich unterschätzt, wie wenig Platz eigentlich auf einem solchen A1-Format tatsächlich da ist. Die wichtigsten Informationen herauszufiltern stellte sich als extrem schwierig dar, da ich am liebsten alle spannenden Infos aufs Poster gebracht hätte. Auch die Layoutaufteilung brauchte viel Zeit, bis die Balance zwischen Titel, Kreislauf, Haupt-Illu und Schutzmassnahmen stimmte. Ebenso habe ich während des Gestaltungsprozesses meine Farbentscheidungen mehrmals hinterfragt und immer wieder neue Varianten ausprobiert. Schlussendlich bin ich aber bei meiner ersten Farbpalette geblieben, da sich das Orange schön vom dunklen Blau hervorhebt und von Weitem heraussticht.
Mit dem Kreislauf-Aufbau bin ich sehr zufrieden. Er stellt biologische Zusammenhänge ohne viel ergänzenden Text logisch dar und gibt dem Plakat eine klare Struktur. Schwieriger war die Umsetzung einzelner Illustrationen: Abstrakte biologische Konzepte wie die Fortpflanzung des Walhais visuell darzustellen, ohne dabei zu komplex oder vereinfachend zu werden, war eine echte Herausforderung.
Technisch musste ich leider feststellen, dass Procreate für grosse Illustrationen an seine Grenzen kommt, denn die Auflösung war für ein A1-Poster nicht immer ideal. Bei einem ähnlichen Projekt in dieser Grösse würde ich mir nochmals überlegen, ein anderes Programm für die Illustrationen zu verwenden. Das Zusammenspiel zwischen Procreate und InDesign hat hingegen gut funktioniert. Ich habe im Verlauf des Projekts definitiv viel dazugelernt und weiss nun besser, wie ich das Programm einsetzen kann. Anfreunden konnte ich mich mit Procreate aber noch nicht vollständig, aber es ist ein Werkzeug, mit dem ich mich auch in Zukunft auseinandersetzen möchte.
Das Thema würde ich auf jeden Fall auch wieder wählen. Es hat mir eine Möglichkeit geboten, verschiedene Interessen zu kombinieren (Informations-Design, Meeresbiologie und Illustration) und genau das hat das Projekt so spannend für mich gemacht. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Poster erfüllt meine Vorstellungen; es ist visuell ansprechend gestaltet und vermittelt wichtige Informationen auf eine verständliche Weise.