Umsetzung eines filmischen Portraits

Mein Vater wird im Sommer pensioniert. Wie gelingt ein Schlussstrich nach 40 Jahren Arbeit? Was macht Hoffnung, was macht Angst? Zusammen mit einem bereits pensionierten Mann zeigt der Film, wie ein Übergang in die Pension gelingen kann – nicht nur im Rückzug, sondern auch aktiv im Kontakt mit Menschen und durch sinngebende Tätigkeiten.

Aufhören, etwas Neues beginnen. Nach Jahrzehnten im Arbeitsleben ein grosser Umbruch. Ich führte zwei Interviews: mit meinem Vater und mit einem Mann, der bereits seit acht Jahren pensioniert ist. Dabei begleitete ich meinen Vater in seinem Arbeitsalltag, erfuhr welche Unsicherheiten ihn begleiten und worauf er sich freut.

Die B-Rolls ergänzen seine Erzählungen und geben dem Film Raum zum Atmen. Den pensionierten Jürg konnte ich bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim Roten Kreuz zeigen, bei der Bandprobe sowie in ruhigen Momenten zu Hause und beim Spazieren.

Entstanden ist ein emotionaler und dennoch hoffnungsmachender Film, der zwei Perspektiven auf dasselbe Thema aufzeigt. Ich wurde positiv überrascht von reflektierten Aussagen, schönem filmischen Material und stimmungsvollen Hintergrundgeräuschen. Die Abendsonne tauchte Jürgs Wohnung in ein warmes, fast traumhaftes Licht – als Kontrast dazu steht der eher klinische Alltag im Spital.

Mit Untertiteln ist der Film auch für Personen zugänglich, die kein Schweizerdeutsch verstehen, sowie für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen.

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(mbi)

Beim nächsten Mal würde ich den Ton von Anfang an mehr mitdenken und nicht als nachrangig behandeln. Alleine gleichzeitig gute Ton- und Bildaufnahmen umzusetzen ist anspruchsvoll.

Ausserdem würde ich dem Film noch mehr Luft lassen – es gibt ruhige Szenen, jedoch auch einzelne schnelle Schnitte, die dem ruhigen Charakter des Films nicht ganz entsprechen.

Es war meine erste Erfahrung mit Final Cut Pro, was mich vor einige technische Herausforderungen stellte. Das Projekt nahm schnell über 600 GB ein, was bei einer internen Kapazität von 1 TB zunehmend schwierig wurde. Eine externe Festplatte konnte kurzfristig Abhilfe schaffen, erwies sich jedoch für die Videobearbeitung als zu langsam.

Es war zudem das erste Mal, dass ich einen ganzen Film eigenständig umgesetzt habe – von der Kamera über den Ton bis zum Schnitt. Das war stellenweise herausfordernd.

Besonders anspruchsvoll war es, die nötige Distanz zu wahren, da das Thema meinen Vater persönlich betrifft.