Gleichstellung im Instagram-Feed

Wie erklärt man Gleichstellung so, dass es nicht nur theoretisch klingt, sondern im Alltag ankommt? Ein Einblick in die Entstehung von «gleichfair» – einem edukativen Instagram-Account mit Illustrationen.

Hier geht es zum Account: instagram.com/gleichfair

Einfach erklärt

Die Vorgabe an mich selbst war klar: Die Inhalte sollen auf den ersten Blick verständlich sein und Menschen dort abholen, wo sie täglich unterwegs sind – im Instagram-Feed. Begriffe wie Gleichberechtigung, Mental Load oder Victim Blaming sollten so erklärt werden, dass sie ohne Vorwissen nachvollziehbar sind und sich direkt mit Alltagssituationen verknüpfen lassen.

Gleichzeitig wollte ich keinen trockenen Theorie-Account, der nur Zitate und Definitionen teilt. Durch eigene Flat-Illustrationen, klare Headlines und kurze Karussell-Posts sollte der Feed lebendig wirken und Lust machen, weiterzuwischen.

Illustrationen als Sprache

Für die Inhalte habe ich zu jedem Thema zuerst recherchiert, Definitionen verglichen und Beispiele gesammelt, bevor ich alles auf wenige Sätze pro Slide reduziert habe. Ein klares Corporate Design sorgt dafür, dass alle 34 Posts als zusammengehöriger Feed wahrgenommen werden.

Gerade die Illustrationen wurden zur wichtigsten Spielwiese: Jede Figur, jede Szene und jede Farbentscheidung sollte die Botschaft unterstützen, ohne zu überladen. Viel Ausprobieren, Feedback und mehrere Überarbeitungsrunden waren nötig – oft habe ich Slides mehrfach angepasst, bis Bildsprache, Text und Ton wirklich stimmig waren.

(mbi)

Rückblickend bin ich mit der inhaltlichen Qualität und der gestalterischen Konsistenz von «gleichfair» zufrieden, gleichzeitig war der Aufwand pro Beitrag deutlich höher als geplant. Der klar definierte Illustrationsstil und das strenge Layout-Raster haben die Wiedererkennbarkeit gestärkt, aber auch dazu geführt, dass schon kleine Anpassungen viel Zeit gekostet haben. Besonders herausfordernd war die Verdichtung komplexer Themen auf wenige Slides: Zwischen korrekter Recherche, verständlicher Sprache und visueller Reduktion die richtige Balance zu finden, war ein ständiges Abwägen.

Die bewusst offene Themenplanung hat den Account näher an aktuelle Diskurse und Beobachtungen aus dem Alltag gebracht, gleichzeitig aber die Produktionssteuerung erschwert. Gerade gegen Ende des Semesters entstanden viele Beiträge parallel, was stellenweise zu Zeitdruck und weniger Raum für Iteration führte. Für eine nächste Projektphase würde ich früher priorisieren, welche Themen wirklich zentral sind, und das visuelle System leicht vereinfachen, um mehr Kapazität für Community-Interaktion, Feedback und spontane Formate zu schaffen.