Am Set von «Jesus V. Barabbas»

Ein Wochenende lang stand ich hinter der Kamera und am Mischpult eines Kurzfilms, der die biblische Geschichte von Jesus und Barabbas in die heutige Zeit verlegt. «Jesus V. Barabbas» erzählt die Geschichte eines modernen Gerichtsprozesses – inspiriert von der Wahl des Volkes, die damals zum Tod Christi führte. Was passiert, wenn man diese Entscheidung in einen heutigen Gerichtssaal überträgt?

Über drei Drehtage hinweg war ich gemeinsam mit einer weiteren Person verantwortlich für die Tonaufnahme am Set des Valencia College Florida sowie für die Behind-the-Scenes-Fotografie. Daneben habe ich die Produktion organisatorisch unterstützt, von der Koordination der Abläufe vor Ort bis zur Kommunikation. Entstanden ist dabei nicht nur Tonmaterial für den fertigen Film, sondern auch ein visuelles Archiv des gesamten Produktionsprozesses.

(mmi)

Organisation & Umsetzung

Ich bin durch eine Freundin, die am Valencia College Film studiert an diese Möglichkeit gekommen. Der Job war unbezahlt, jedoch voller neuer Erfahrungen. Es hat unglaublich Spass gemacht teil dieser Produktion sein zu dürfen und ich bin sehr gespannt auf das Endresultat.

Der Dreh erstreckte sich über drei Tage mit jeweils langen Drehtagen und einem straffen Zeitplan. Vor Produktionsbeginn habe ich mich mit dem Shooting Schedule und dem Call Sheet vertraut gemacht, um die einzelnen Shots, deren Anforderungen und den Tagesablauf im Voraus zu kennen. Am Set war ich gemeinsam mit einer zweiten Person für den gesamten Ton verantwortlich, das umfasste das Einrichten und Positionieren des Equipments, die Pegelkontrolle während der Takes und die Anpassung an wechselnde Raumsituationen und Szenentypen (Dialog, Closeups, Establishing Shots). Damit musste ich mich vor dem Dreh nochmals auseinandersetzen, da es wichtig war, dass alles sitzt, wenn wir drehen.

Parallel dazu habe ich die Produktion fotografisch dokumentiert: Aufbau, Proben, Dreharbeiten, Zwischenmomente. Die Bilder dienen sowohl als Behind-the-Scenes-Material für die Produktion als auch als visueller Nachweis für diese Dokumentation. Organisatorisch habe ich bei der Koordination zwischen Cast und Crew unterstützt, beim Aufbau und Abbau mitgeholfen und dafür gesorgt, dass der Ablauf möglichst reibungslos läuft. Auch für Aufgaben wie die Mit-Organisation von Verpflegung konnte ich mithelfen.

Herausforderungen

Eine der grössten Herausforderungen war der kurzfristige Ausfall mehrerer Darsteller:innen. Einige Rollen mussten am Set spontan neu besetzt werden, was den ohnehin engen Zeitplan zusätzlich unter Druck setzte. Am Ende bin ich selbst als Jury-Mitglied vor die Kamera gesprungen, um die Szene möglich zu machen. Das hat von allen Beteiligten Flexibilität und Improvisationsbereitschaft verlangt.  Gerade diese Momente haben mir aber gezeigt, wie wichtig es ist, am Set ruhig zu bleiben und lösungsorientiert zu arbeiten, auch wenn nicht alles nach Plan läuft.

Da der Film sich aktuell noch in der Postproduktion befindet, kann ich hier keinen fertigen Schnitt zeigen, die Dokumentation konzentriert sich deshalb auf den Produktionsprozess selbst und meine Rolle darin.