Ein Corporate Design für Madlaina Nay Fotografie
Als selbstständige Fotografin in Graubünden hatte ich lange kein einheitliches visuelles Erscheinungsbild — das sollte sich ändern. Im Rahmen dieses Projekts habe ich von Grund auf ein vollständiges Corporate Design entwickelt: von der ersten Logo-Skizze bis hin zu Visitenkarten, Briefpapier, Couvert und Fahrzeugbeschriftung.
Der Ausgangspunkt war eine klare Frage: Wie soll meine Marke wirken? Ich wollte professionell und kreativ wahrgenommen werden, ohne dabei aufdringlich zu sein. Die Antwort fand ich in einer reduzierten, ruhigen Formensprache. Das Hauptlogo basiert auf der Serifenschrift Ivy Bodoni — elegant, zeitlos und hochwertig. Genau das möchte ich widerspiegeln. Insbesondere weil ich mich Hauptsächlich auf die Hochzeitsfotografie fokussieren möchte. Bewusst habe ich auf ein zusätzliches Symbol wie eine Kamera verzichtet, da ein rein typografisches Logo besser zu meinem Stil passt.
Für verschiedene Anwendungsfälle entstanden drei Logo-Varianten: das Hauptlogo für Website, Offerten und Verträge, ein MN-Monogramm für Social Media und Wasserzeichen sowie ein Sublogo, das Monogramm und Schriftzug kombiniert. Jede Variante funktioniert sowohl hell als auch dunkel, damit das Branding auf jedem Hintergrund konsistent wirkt.
Die Farbpalette ist bewusst neutral gehalten: ein warmer Cremeton als Basis, dunkles Grau statt reinem Schwarz, ein dezentes Taupe als Akzent sowie helles Grau für Flächen. Das Ziel war ein Farbkonzept, das Professionalität ausstrahlt und gleichzeitig Raum für die Bilder lässt — denn am Ende soll die Fotografie im Mittelpunkt stehen, nicht das Design drum herum.
Abgeschlossen wurde das Projekt mit einer Reihe von Anwendungsbeispielen: Briefpapier, Couvert, Visitenkarten, Fahrzeugbeschriftung und Giveaways zeigen, wie das Corporate Design in der Praxis aussieht und funktioniert.
So kann ich in einem nächsten Schritt meine Website Designen.



















(mbi)
Die Entscheidung, kein Symbol ins Logo zu integrieren, war zunächst nicht klar. Erste Entwürfe mit Kamera-Elementen wirkten schnell überfüllt und 0815, typisch für Fotografen-Logos im Internet. Der Mut zur Reduktion hat sich rückblickend bewährt: Das rein typografische Logo wirkt ordentlicher und langlebiger. Ich muss ehrlich sagen, dass ich für das gestalten des Logos sehr viele Stunden gebraucht habe, weil ich es immer wieder geändert habe und nie wirklich zufrieden war. Denn ein Logo sollte man nicht jedes Jahr wieder ändern, da genau dass ist es was bei den Leuten in Erinnerung bleibt. Deshalb muss man bei der Gastaltung auf so viele Faktoren achten, damit es perfekt wird und die Arbeit die man macht widerspiegelt.
Ich habe auch aus dem Feedback, das ich während des Projekts erhalten habe, den Hinweis bekommen, dass Ivy Bodoni auf sehr kleinen Flächen schwer lesbar sei. Nach Abwägung habe ich mich entschieden, das Hauptlogo beizubehalten — denn genau für kleine Anwendungen wie Wasserzeichen, Instagram-Profilbild oder Sticker ist das Monogramm MN vorgesehen. Das ist kein Mangel des Logos, sondern der Grund, warum ein durchdachtes Markensystem aus mehreren Varianten besteht.
Was gut funktioniert hat: Die Schriftwahl mit Ivy Bodoni gibt dem Logo eine starke Eigenständigkeit. Viele haben es gleich mit Hochzeitsfotografie verbunden und darauf möchte ich mich in Zukunft auch spezialisieren. Wie schon erwähnt lösen die drei Logo-Varianten (Hauptlogo, Monogramm, Sublogo) das Problem, dass ein detailliertes Logo auf kleinen Flächen nicht funktioniert, eine Überlegung, die ich zu Beginn unterschätzt hatte.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Die Anwendungsbeispiele wie Fahrzeugbeschriftung und T-Shirt habe ich als Mockups umgesetzt, nicht real produziert. Es wäre interessant gewesen, zumindest einzelne Elemente physisch zu testen, etwa die Visitenkarten drucken zu lassen, um zu sehen, ob die Farbwirkung am Bildschirm und auf Papier übereinstimmt.
Insgesamt hat das Projekt gezeigt, dass ein Corporate Design weit mehr ist als ein Logo: Es ist ein System, das über viele Anwendungen hinweg konsistent funktionieren muss. Dieses Denken in Systemen war die grösste Lernerfahrung.