Atelier Unperfekt – Der visuelle Auftritt meines Schmucklabels
Meine Liebe zu Schmuck entstand lange bevor ich mir über Brand Guides und Social-Media-Konzepte Gedanken machte. Im Dezember brachte ich mir selbst das Silberschmieden bei und mache seitdem meine eigenen Ringe. Ich entschied mich, für mein Schmucklabel «unperfekt» einen Markenauftritt zu gestalten.

Prozess
Zu einem visuellen Auftritt gehören ein Onlineshop, Social-Media-Beiträge, das Branding und Fotoshootings. Schnell zeigte sich, dass es gar nicht so einfach ist, nicht kunterbunt und in einem wilden Durcheinander Posts hochzuladen, Schriften zu vermischen und mit Farben um mich zu werfen. Doch wie vermarkte ich meinen Schmuck mit Wiedererkennungswert? Und vor allem: Wie mache ich das authentisch?
Ich wollte schon motiviert loslegen, als ich begriff: Es ist sehr wichtig zu wissen, was mein Label eigentlich ausmacht – und das begann bei der Namensfindung. Der Name unperfekt soll dieselbe Aussage vermitteln wie das Wort Einzigartigkeit, jedoch auf eine bewusst unperfekte Weise. Mir war wichtig, dass bereits der Name zeigt, dass alles von mir handgemacht ist und der Wert des Handwerks in der heutigen Zeit besonders in seiner Unperfektheit liegt. Kleine Kanten und Kratzer gehören dazu und machen den Charme aus. Ich erstellte mehrere Moodboards und Mindmaps, um meine Ideen und Werte zu sortieren.
Wofür unperfekt steht:
- Handwerk
- Authentizität
- Einzigartigkeit
- Naturverbundenheit
Webseite
Da ich mich vor allem auf die gestalterischen Aspekte einer Website konzentrieren und mich in diesem Projekt nicht mit Programmieren herumschlagen wollte, nutzte ich den Webbuilder von Hostinger. Mit Illustrator erstellte ich nicht nur das Logo, sondern auch verschiedene Icons und Muster, um meiner Website einen handgemachten Touch zu verleihen.
Schau gerne in meinem Onlineshop vorbei: https://atelierunperfekt.ch



Social Media
Mein Hauptfokus lag auf der Produktion von Reels, da diese vom Algorithmus am besten gepusht werden. Ich erstellte eine Social-Media-Strategie, um meinen Shop mit der neuen Sommerkollektion anzukündigen. Ausserdem legte ich Wert darauf, mich selbst vorzustellen und mich vor der Kamera zu zeigen, um Nähe und Vertrauen zu schaffen. Mit Videos über die Herstellung meines Schmucks und kurzen Trendvideos ergänzte ich meinen Auftritt.
Als Plattform für meinen Schmuck wählte ich Instagram. Meinen Account gibt es schon länger, da ich früher geknüpften Schmuck hergestellt habe. Jedoch gestaltete ich den Account völlig neu und löschte dafür alle bestehenden Inhalte. Alle aktuellen Inhalte sind im Rahmen meines Projektes entstanden. Dadurch musste ich bei meinen Followerzahlen nicht nochmals von vorne beginnen. Ich erstellte 12 Beiträge und 14 Reels sowie diverse Stories. Weil ich mir Bilder vom Shooting für die Webseite aufsparen wollte, griff ich oft erneut zur Kamera, stellte sie auf ein Stativ und machte so per Selbstauslöser Fotos von mir selbst. Ausserdem fotografierte ich die Produkte, machte Momentaufnahmen meiner Arbeit oder Fotos von Kundenbestellungen.
Schau doch gerne auf meinem Instagram-Kanal vorbei: https://www.instagram.com/unperfekt_tt
Videoproduktion
Es war mir wichtig, qualitativ hochwertige Videos mit gutem Ton und guter Kameraqualität zu erstellen, auch wenn das einiges mehr Aufwand bedeutete, als nur mit dem Handy zu filmen. In der Postproduktion legte ich besonders Wert auf schnelle Schnitte und das Spiel mit Schriften und subtilen Soundeffekten.
Branding und Verpackungsdesign
Mein Logo formte ich auf der Grundlage verschiedener Elemente, die immer wieder in meinem Schmuck zu finden sind: blumenartige Muster, Punkte und Schnörkel. Daraus entstanden etwa 30 verschiedene handskizzierte Versionen, aus denen sich nach langem Überlegen und Experimentieren mein aktuelles Logo herauskristallisierte. Bei der Logoschrift experimentierte ich mit verschiedenen Schriftarten, doch keine gefiel mir wirklich. Schlussendlich entschied ich mich für meine eigene Handschrift, um dem handwerklichen Aspekt meiner Arbeit noch mehr Bedeutung zu geben. Aus dem Logo erstellte ich ausserdem eine vereinfachte Version.
Bei der Verpackung entschied ich mich für eine schlichte braune Kartonbox, auf deren Deckel ich mein Logo stempelte. Dafür schnitzte ich mein Logo zuerst in Linol, um anschliessend den Karton mit Farbe zu stempeln. Das Besondere daran: Kein Stempel ist perfekt oder sieht gleich aus wie andere. Ausserdem erstellte ich Sticker, Visitenkarten und Dankeskarten, die ich zu einem späteren Zeitpunkt drucken werde.









(mmi)
Für mich war mein Projekt sehr bereichernd, weil ich meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte und mit viel Freude an der Gestaltung meines Labels arbeitete. Da ich zuvor noch nie ein Branding entwickelt hatte, war es für mich besonders herausfordernd, herauszufinden, was ich mit Farben, Schriften und dem Logo aussagen möchte und wie ich einen einheitlichen visuellen Auftritt gestalten kann.
Den Aufwand, den ein kompletter Onlineauftritt mit sich bringt, unterschätzte ich anfangs. Besonders das Erstellen der Videos war zeitaufwendig, und ich arbeitete teilweise ineffizient, da ich oft ohne genauen Plan die Kamera aufstellte und zu filmen begann. Dadurch entstand viel Videomaterial, das ich schlussendlich nicht verwenden konnte. Deshalb änderte ich meine Vorgehensweise und schrieb für jedes Reel einen genauen Drehplan. So stellte ich sicher, nur Inhalte zu filmen, die ich später auch tatsächlich verwenden konnte.
Anfangs dachte ich, dass das Fotoshooting mit Selina ausreichen würde, um sämtliche Fotos für meine Social Media und die Webseite zu erstellen. Während des Prozesses merkte ich jedoch schnell, dass Herstellungsfotos, Produktfotos aus nächster Nähe sowie Bilder von mir als Künstlerin fehlten. Deshalb griff ich immer wieder erneut zur Kamera, um passende Fotos zu machen, was viel Zeit in Anspruch nahm.
Bei der Organisation und Strukturierung meiner Ordner wurde mir bewusst, wie wichtig eine saubere Arbeitsweise ist. Für zukünftige Projekte nehme ich mir vor, von Anfang an genauer zu arbeiten. Teilweise verbrachte ich unnötig viel Zeit damit, Videos zu suchen, die verstreut auf der Cloud, meinem Schreibtisch und meiner SSD-Karte abgespeichert waren.
Auch bei der Entwicklung meines Logos war ich anfangs sehr unentschlossen und holte mir viel Inspiration. Dabei merkte ich, dass sich kreative Prozesse nicht erzwingen lassen, sondern oft Zeit brauchen. So entstanden auch mehrere Versionen der Webseite, die ich immer wieder überarbeitete und optimierte, bis mir eine wirklich gefiel. Unterschätzt habe ich zudem den technischen Aufwand einer Website. Das Gestalterische ist nur ein Teil davon – das Erstellen einer E-Mail-Adresse, die Verknüpfung von Zahlungsmöglichkeiten sowie wichtige Seiten wie AGB und Impressum hatte ich anfangs ausser Acht gelassen.
Während meines Projekts hatte ich viele Lernerfolge, die meisten davon im Bereich Social Media. Besonders die Performance meiner Beiträge analysierte ich genau und übernahm die gewonnenen Erkenntnisse in meine nächsten Videos. Die Aufmerksamkeitsspanne vieler Menschen ist kurz, weshalb Videos schnell geschnitten und spannend aufgebaut sein müssen. Eine wichtige Erkenntnis war für mich, mehr Fokus auf starke Hooks zu legen. Ausserdem performten Videos, in denen ich selbst zu sehen bin, deutlich besser als andere. Mit der Zeit fand ich meine persönliche Formel für die Anzahl Beiträge: ungefähr ein bis drei Posts oder Reels pro Woche – denn Regelmässigkeit ist entscheidend.
Meine Lernfortschritte
- Videoproduktion mit technischem Equipment wie Mikrofon, Licht und Kamera
- Bearbeitung von Videomaterial für Short-Form-Content
- Natürliches und selbstbewusstes Auftreten vor der Kamera
- Nachbearbeitung von Bildern in Lightroom und Photoshop
- Vertiefung technischer Kenntnisse in Illustrator, Photoshop und Lightroom