Ein Lagerbier mit Haltung
Für ein Projekt vom Bierwerk Züri und dem Verein Zurich Pride Festival entwickelte ich die visuelle Identität einer Bierdose. Das Bier wurde als Unterstützungsprojekt für den Verein Zurich Pride Festival lanciert und ist seit dem 1. Juni 2026 erhältlich. Meine Aufgabe umfasste die gesamte kreative Konzeption, von der Namensfindung über die Entwicklung verschiedener Designrichtungen bis hin zur finalen Gestaltung der Bierdose und deren Druckaufbereitung.
Nachdem ich das Briefing erhalten habe, entwickelte ich verschiedene Designs und versuchte dabei die richtige Balance zu finden. Das Design sollte Queerness, Offenheit und Vielfalt transportieren, ohne sich ausschliesslich über bekannte Symbole oder Klischees zu definieren. Mir war wichtig, eine Gestaltung zu schaffen, die sich authentisch anfühlt und möglichst viele Menschen anspricht. Der Gestaltungsprozess verlief über mehrere Feedbackrunden.






Nach der dritten Runde wurden drei Favoriten der Community in einem öffentlichen Voting präsentiert, das über die Instagram-Story des Zurich Pride Festival Accounts durchgeführt wurde. Die Community konnte dort für ihren Favoriten abstimmen und so das endgültige Design mitbestimmen.
Für das Community Voting ergänzte ich die Entwürfe um alle Elemente, die für die spätere Umsetzung auf der Bierdose erforderlich waren. Dazu gehörten die Logos des Vereins Zurich Pride Festival und des Bierwerks Züri, die Produktbezeichnung «Lagerbier hell» sowie ein QR-Code, über den direkt an den Verein gespendet werden kann.
Community-Voting auf Instagram




Das finale Design kam nicht nur auf der Bierdose zum Einsatz, sondern wurde vom Bierwerk Züri auch für weitere Kommunikationsmittel wie Bierdeckel, Plakate und verschiedene Werbematerialien adaptiert. Dadurch entstand ein konsistenter visueller Auftritt, der das Produkt über unterschiedliche Kanäle hinweg wiedererkennbar macht. Mit der Lancierung per 1. Juni 2026 wird das Pride Brew einem breiten Publikum zugänglich gemacht und in ausgewählten Gastronomiebetrieben und im Handel (z.B. Drinks of the World) erhältlich sein.
Finales Design

Nachdem ich das finale Design für die Produktion aufbereitet und an die Druckerei übergeben hatte, erhielt ich die Gelegenheit, das Bierwerk Züri zu besuchen. Dort durfte ich das fertige Bier degustieren und erhielt spannende Einblicke in den Brauprozess. Der Besuch wurde vom Bierwerk Züri filmisch begleitet und in einem Instagram-Reel festgehalten.
Besonders spannend war für mich der enge Zeitrahmen des Projekts. Für die Entwicklung des Namens, die Konzeption mehrerer Designrichtungen, die Ausarbeitung der finalen Gestaltung sowie die Druckaufbereitung standen mir insgesamt nur rund fünf Tage zur Verfügung. Diese intensive Arbeitsphase stellte eine neue Herausforderung dar und verlangte schnelle Entscheidungen, effiziente Prozesse und eine klare Priorisierung. Gleichzeitig war es eine wertvolle Erfahrung, ein Projekt dieser Grösse innerhalb eines so kurzen Zeitfensters umzusetzen und dennoch verschiedene kreative Ansätze zu entwickeln.
Die Kombination aus Markenentwicklung, Packaging Design und Community-Einbindung machte das Projekt für mich besonders lehrreich. Die Möglichkeit, ein Produkt von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung gestalterisch zu begleiten, hat mir wertvolle Einblicke in den gesamten Designprozess vermittelt.
Weitere Informationen zum PRIDE BREW unter zurichpridefestival.ch/bier
(mmi)
Die Entwicklung der Designvorschläge war eine neue Herausforderung für mich, da für das Projekt nur wenig Zeit zur Verfügung stand. Innerhalb kurzer Zeit mehrere überzeugende Konzepte zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen des Kunden entsprechen als auch meinen eigenen gestalterischen Ansprüchen gerecht werden, war nicht einfach.
Rückblickend bin ich jedoch positiv überrascht, wie viele unterschiedliche Designansätze in dieser Zeit entstanden sind. Trotz des engen Zeitplans konnte ich mehr Entwürfe entwickeln als ursprünglich erwartet und verschiedene kreative Richtungen ausloten.
Im Gestaltungsprozess wurde mir zudem bewusst, dass nicht jedes Design, das mir persönlich gefällt, automatisch für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet ist. Einige Entwürfe waren zwar visuell ansprechend, erfüllten jedoch die Anforderungen an ein Bierlabel nicht ausreichend oder kommunizierten die gewünschte Botschaft nicht klar genug. Dadurch habe ich gelernt, gestalterische Entscheidungen stärker aus der Perspektive der Zielgruppe und des Produkts zu betrachten und persönliche Vorlieben von funktionalen Anforderungen zu unterscheiden.
Insgesamt hat mir das Projekt wertvolle Einblicke in die Entwicklung von Packaging Designs unter Zeitdruck gegeben und gezeigt, wie wichtig es ist, kreative Ideen mit den praktischen Anforderungen eines realen Produkts in Einklang zu bringen.