Ein Logo, das Zähne bekommt

Ein Kartenspiel, viele Logoideen und eine Animation. Für das Treibhaus Tichu Team durfte ich ein neues Logo entwickeln und zum ersten Mal eine richtige Logoanimation umsetzen.

Beschreibung des Projekts

Das Treibhaus Tichu Team suchte nach einem neuen Logo. Die Vorgaben waren dabei relativ offen: Das Logo sollte etwas mit dem Kartenspiel Tichu zu tun haben, modern und verspielt wirken und den Namen des Teams integrieren.

Bevor ich überhaupt mit dem Zeichnen beginnen konnte, musste ich zuerst verstehen, was Tichu eigentlich ist. Deshalb bestand ein grosser Teil des Einstiegs aus Recherche. Ich habe versucht herauszufinden, was das Spiel ausmacht, wie die Community darum aussieht und welche visuellen Elemente sich dafür eignen könnten.

Danach begann die eigentliche Ideenphase. Anfangs entstanden eher einfache Skizzen, doch je länger ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto weiter öffnete sich der kreative Horizont. Ich wollte nicht einfach ein generisches Kartensymbol gestalten, sondern etwas mit eigenem Charakter entwickeln.

Insgesamt entstanden extrem viele Ideen. Aus diesen wählte ich schliesslich sieben Konzepte aus, die ich sauber in Adobe Illustrator umsetzte. Besonders spannend fand ich dabei, dass die endgültige Entscheidung nicht bei mir lag. Ich präsentierte dem Team alle sieben Varianten in einem eigenen Dokument und erklärte jeweils, welche Stärken die einzelnen Logos besitzen. Zusätzlich sprach ich eine persönliche Empfehlung aus.

Das finale Logo zeigt eine abstrahierte rote Figur mit Hörnern, Krone, Auge und scharfen Zähnen. Obwohl das Design stark reduziert ist, erinnert die Form gleichzeitig an eine Spielkarte, ein Monster und eine Art cartoonartigen Charakter. Genau diese Mischung machte das Logo für mich spannend.

Ich war sehr froh, dass sich das Team schlussendlich genau für dieses Logo entschied, weil ich sofort Ideen hatte, wie man daraus eine Animation machen könnte.

Die Animation

Die Animation entstand erst nachdem das finale Logo ausgewählt worden war. Vorher hatte ich mir noch kaum Gedanken dazu gemacht.

Im Modul Branded Motion beschäftigten wir uns mit Logoanimationen und genau dieses Wissen wollte ich hier anwenden. Ziel war nicht eine komplett überdrehte Cartoonanimation, sondern eher eine cleane und kontrollierte Motion-Design-Animation mit bewusst eingesetzten Bewegungen.

Besonders wichtig war dabei das Prinzip der Anticipation. Viele Bewegungen wurden zuerst leicht vorbereitet, bevor die eigentliche Aktion stattfand. Dadurch wirkt die Animation kontrollierter und professioneller.

Technisch war die Umsetzung aber deutlich schwieriger als erwartet. Vor allem die beiden Kieferteile bereiteten Probleme. Sie mussten sich unabhängig voneinander bewegen können, durften dabei aber trotzdem nie auseinanderfallen oder unnatürlich wirken. Gerade solche kleinen Dinge sorgen in Animationen schnell dafür, dass Bewegungen «falsch» aussehen.

Auch die Typografie und die Bewegungsabläufe des Kopfes waren anspruchsvoll. Ich musste lange testen, bis sich alles genau so verhielt, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Trotzdem war genau dieser Teil des Projekts wahrscheinlich der lehrreichste. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur etwas zu animieren, sondern tatsächlich Motion Design bewusst einzusetzen.

Hier der Link zu meinem Insta Video über das Logo 🙂 -> https://www.instagram.com/p/DYKnc7Gu5y6/?hl=de

Der kreative Prozess

Rückblickend bestand das Projekt aus zwei komplett unterschiedlichen Teilen: einer sehr offenen und chaotischen Ideenfindung und einer später sehr präzisen technischen Umsetzung.

Die Recherche und die vielen Skizzen waren extrem frei. Ich konnte unterschiedlichste Richtungen ausprobieren und musste mich erst langsam an das Thema herantasten. Sobald das finale Logo aber feststand, wurde alles deutlich technischer.

Gerade die Reduktion fand ich spannend. Obwohl das finale Logo sehr simpel aussieht, steckt viel Arbeit darin, die einzelnen Formen so weit zu vereinfachen, dass sie trotzdem Charakter besitzen.

Mein Workflow bestand zuerst aus analogen Skizzen, danach aus der Ausarbeitung in Adobe Illustrator und schliesslich der Animation in Adobe After Effects.

(mmi)

Das Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig saubere Vorbereitung in Motion Design ist. Rückblickend würde ich gewisse technische Dinge direkt anders aufbauen. Besonders bei der Animation hätte ich früher mit Pins gearbeitet, anstatt zuerst andere Lösungen auszuprobieren.

Dadurch verlor ich unnötig Zeit und musste einzelne Bewegungen später nochmals neu lösen.

Trotzdem bin ich mit dem Endresultat sehr zufrieden. Vor allem die Kombination aus reduziertem Design und Animation gefällt mir. Das Projekt hat mir ausserdem gezeigt, dass Logos nicht nur statische Zeichen sein müssen, sondern durch Bewegung plötzlich fast wie eigene Charaktere wirken können.

Besonders spannend war für mich auch die Zusammenarbeit mit dem Team. Weil ich mehrere Varianten präsentieren konnte, fühlte sich der Prozess deutlich professioneller an als viele frühere Projekte.