Fuji Archive
Schön ist’s, wenn schöne Momente mit der Kamera eingefangen werden können. Von den Strassen in Kopenhagen und Paris über verschwitzte Tanzbattles bis hin zu Tattooterminen und Abenden mit Freund:innen – für dieses Projekt habe ich meine Fujifilm-Kamera auf Reisen und zu verschiedensten Begegnungen mitgenommen. Daraus entstand ein visuelles Archiv aus Momentaufnahmen, unterschiedlichen Lichtstimmungen und persönlichen Erinnerungen.
«Fuji Archive» ist ein fotografisches Scrapbook, das verschiedene Orte, Situationen und Stimmungen dokumentiert – festgehalten mit der Fujifilm X-T50. Neben den Bildern zeigt das Scrapbook auch die verwendeten Kameraeinstellungen und Filmsimulationen und macht sichtbar, wie unterschiedlich Licht, Farben und Settings die Bildwirkung beeinflussen können.
Ein Scrapbook, das ganz nach mir schreit – hier ein kleiner Vorgeschmack:












Hier geht’s zum Fuji Archive
(mmi)
Ausgangslage und Zielsetzung
Bislang habe ich nur wenig Erfahrung im Umgang mit Kameras gesammelt, was ich mit dem Kauf einer Fujifilm Kamera ändern wollte.
Ziel war es, mich vertieft mit der Fotografie/Video und den Funktionen der Kamera auseinanderzusetzen und ein vertieftes Verständnis für zentrale Einstellungen wie ISO und Blende zu entwickeln. Dieses Wissen soll mir auch als Basis für zukünftige Foto- und Videoprojekte dienen. Im Verlauf des Projekts habe ich verschiedene Kameraeinstellungen sowie Filmsimulationen testen und ein Gespür dafür entwickeln, welche Einstellungen sich für unterschiedliche Umgebungen und Lichtverhältnisse am besten eignen.
Organisation & Umsetzung
Bei der Wahl der passenden Kamera informierte ich mich intensiv über YouTube-Videos sowie durch Beratungen im Fachgeschäft. Die Kamera sollte sowohl für Fotografie als auch für Video geeignet sein und Funktionen wie IBIS, einen integrierten Blitz sowie eine hohe Auflösung von über 40 Megapixeln bieten. Nach dem Vergleich verschiedener Fujifilm-Modelle entschied ich mich schliesslich für die Fujifilm X-T50, da sie meine Anforderungen weitgehend erfüllte und gleichzeitig ein aktuelles Modell ist.
Um die Kamera und ihre Funktionen besser kennenzulernen, nahm ich sie über mehrere Monate hinweg an verschiedene Orte und in unterschiedliche Situationen mit. Dabei hielt ich bewusst verschiedene Umgebungen und Lichtstimmungen fotografisch fest:
- Stadt – Paris & Kopenhagen
- Natur – verschiedene Orte in der Schweiz
- Indoor – Tattoostudio, Familienfest, Abende mit Freund:innen, Tanzbattles und Tanzaufführungen
- Portraitshootings
Während des Projekts testete ich unterschiedliche Kameraeinstellungen sowie Filmsimulationen und speicherte verschiedene Setups direkt auf der Kamera ab. Je nach Umgebung, Lichtstimmung und Motiv passte ich die Einstellungen individuell an und entwickelte mit der Zeit ein besseres Verständnis dafür, welche Kombinationen in welchen Situationen funktionieren.
Teilweise passte ich die Rezepte zusätzlich leicht an, da ich – insbesondere bei Portraits – weniger körnige und weichere Ergebnisse erzielen wollte.
Insgesamt entstanden 3’357 Bilder, die ich anschliessend aussortierte, bearbeitete und teilweise durch Color Grading optimierte. Dabei achtete ich darauf, den Look und die Charakteristik der jeweiligen Filmrezepte nicht zu verändern.
Konzept und gestalterische Umsetzung
Die gelungensten Aufnahmen stellte ich im digitalen Scrapbook «Fuji Archive» in InDesign zusammen. Das Scrapbook dokumentiert die verschiedenen Filmrezepte zusammen mit den dazugehörigen Bildern und macht sichtbar, wie sich unterschiedliche Einstellungen auf die Bildwirkung auswirken.
Für die Gestaltung entwickelte ich einen eigenen handschriftlichen Font, den ich in die Adobe Cloud integrierte. Zusätzlich ergänzte ich das Scrapbook mit verschiedenen gestalterischen Elementen, um meine Fähigkeiten in Adobe Illustrator und InDesign weiter auszubauen.
Herausforderungen/Learnings
Nach viel ausprobieren sind mir folgende Dinge bewusst geworden/habe ich gelernt:
- Viele Fujifilm-Filmsimulationen funktionieren vor allem bei natürlichem Licht gut. Indoor reagiert die Kamera jedoch sehr stark auf unterschiedliche Lichtfarben. Dasselbe Rezept kann je nach Umgebung komplett anders wirken. Besonders starke White-Balance-Shifts führen schnell zu stark orange- oder rotstichigen Bildern. Viele Rezepte arbeiten mit extremen WB-Werten (z. B. R +4 / B -5), die draussen gut funktionieren, indoor jedoch schnell unnatürlich wirken. Deshalb habe ich zunehmend mit Auto White Balance oder festen Kelvin-Werten (ca. 3200–4500K) gearbeitet.
- Vor allem bei Portraits hatte ich teilweise das Gefühl, dass Gesichter unscharf wirken. Das lag einerseits am Körnungseffekt der Filmsimulationen, andererseits aber auch an zu hohen ISO-Werten bei wenig Licht. Dadurch entstand schnell Bildrauschen und ein Verlust an Details. Ich habe deshalb versucht, mit offenerer Blende und tiefer ISO zu arbeiten, um die Bildqualität zu verbessern.
- In Innenräumen ist das Zusammenspiel aus Blende, Verschlusszeit und ISO besonders kritisch. Wenn zu wenig Licht vorhanden ist, verlängert sich die Belichtungszeit, was zu Bewegungsunschärfe oder sogenannten „Ghosting“-Effekten führen kann (wenn sich Personen während der Aufnahme bewegen). Um scharfe Bilder zu erhalten, habe ich gelernt, die Verschlusszeit bewusst kürzer zu halten, die ISO entsprechend zu erhöhen und die Blende weiter zu öffnen.
- Kurz vor der Reise wollte ich mir noch einen ND-Filter anschaffen, habe dabei jedoch die Verfügbarkeit in den Fachgeschäften unterschätzt. Deshalb musste ich die Videoaufnahmen ohne ND-Filter umsetzen. Gerade bei hellem Tageslicht führte das schnell zu überbelichteten Bildern, wodurch die Ergebnisse visuell nicht wirklich hübsch wurden.
Fazit
Rückblickend konnte ich meine Kenntnisse im Bereich Fotografie deutlich erweitern. Durch das Projekt habe ich nicht nur gelernt, die Kamera technisch besser zu verstehen, sondern auch ein stärkeres Gespür für Licht, Farben und Bildstimmungen entwickelt.
Besonders schön war es zu sehen, dass die entstandenen Bilder auch von anderen Personen geschätzt und weiterverwendet wurden. Einige Aufnahmen wurden beispielsweise von Tänzer:innen der Battles oder von remidemi veröffentlicht – mit Credits an mich :).