Krakau in Farbe
Krakau ist eine der ältesten Städte Polens und stark von Geschichte geprägt. In der Stadt treffen historische Bauten auf lebendige Alltagsorte. Diese Fotoserie zeigt verschiedene Orte in Krakau in einer bewusst veränderten Farbwelt.
Die Marienkirche gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt und steht nahe dem grossen Hauptplatz. Sie ist ein religiöses und kulturelles Wahrzeichen und prägt das Stadtbild seit Jahrhunderten. Auch der Wawel ist ein zentraler Ort in Krakau. Das Schloss und der Hügel über der Weichsel stehen für die politische und historische Bedeutung der Stadt.


Neben diesen bekannten Orten zeigt die Serie auch Stadtteile des täglichen Lebens. Kazimierz ist ein historisches jüdisches Viertel mit engen Strassen, Märkten und alten Geschäftsschildern. Orte wie der Plac Nowy oder die Strassen rund um die Szeroka sind bis heute Treffpunkte für Märkte, Restaurants und das urbane Leben.



Weitere Bilder zeigen öffentliche Räume, die oft nur im Vorbeigehen wahrgenommen werden. Der Planty Park umgibt die Altstadt und dient als grüner Übergang zwischen Verkehr und Ruhe. Der Hauptbahnhof und seine Tunnel sind Orte des Wartens und der Bewegung, an denen viele Menschen täglich vorbeikommen.



Der Stary Kleparz ist ein traditioneller Markt, der hier in ruhigen Momenten ohne viele Menschen gezeigt wird. Auch einfache Details wie Tauben auf dem Boden oder ein alter Fiat als typisches Fahrzeug früherer Jahre gehören zur Serie. Diese Motive ergänzen die bekannten Orte und zeigen Krakau als Stadt zwischen Geschichte, Alltag und Veränderung.



Der Fokus liegt nicht auf einer realistischen Abbildung der Stadt, sondern auf einer subjektiven Wahrnehmung, in der Krakau weniger Ort als Stimmung ist.



(vha)
Zu Beginn des Projekts stand für mich die visuelle Idee im Vordergrund. Ich wusste früh, dass ich mit Farbe arbeiten und Krakau nicht dokumentarisch zeigen möchte. Die Entscheidung für eine konsequente Farbverfremdung half mir, die Fotoserie klar zu strukturieren und ihr eine erkennbare Haltung zu geben.
In der Produktion habe ich gemerkt, dass die Auswahl der Motive entscheidend ist. Ich habe bewusst bekannte Orte wie die Marienkirche oder den Wawel fotografiert und sie mit alltäglichen Szenen wie Märkten, Strassen oder Transitorten kombiniert. Rückblickend funktioniert diese Mischung gut, weil sie unterschiedliche Seiten der Stadt zeigt und verhindert, dass der Beitrag wie ein touristischer Überblick wirkt.
Eine Herausforderung war die Balance zwischen Vielfalt und Einheit. Die Serie umfasst viele Orte und unterschiedliche Farben. Teilweise bestand die Gefahr, dass die Farbwahl stärker wirkt als der Ort selbst. Bei einzelnen Bildern hätte ich die Farbintensität reduzieren oder konsequenter abstimmen können, um die Serie ruhiger zu halten.
Auch die Bildauswahl hätte noch strenger sein dürfen. Mit vierzehn Bildern ist die Serie relativ umfangreich. Im Nachhinein hätte eine Reduktion helfen können, die stärksten Motive klarer hervorzuheben und den Beitrag konzentrierter zu machen.
Der begleitende Text war für mich ein wichtiger Teil des Projekts. Es fiel mir nicht leicht, die Orte zu erklären, ohne die Bilder zu stark zu beschreiben oder zu interpretieren. Der Text dient bewusst als Einordnung und nicht als Anleitung zum Lesen der Bilder.
Insgesamt habe ich gelernt, wie stark Farbe die Wahrnehmung von Orten beeinflusst und wie wichtig eine klare konzeptionelle Entscheidung für eine fotografische Serie ist. Für zukünftige Projekte möchte ich früher testen, wie Bildauswahl, Farbgestaltung und Text zusammenwirken, um den Arbeitsprozess effizienter und die Aussage noch präziser zu gestalten.