Der Panther
Im Minor Looks filmten wir letztes Jahr einen 3-minütigen Kurzfilm, in dem wir das Gedicht «Der Panther» von Rainer Maria Rilke visuell interpretierten. Zur Postproduktion kam es aber irgendwie nicht, bis jetzt.
Gemeinsam mit Moritz Kappeler konzipierten wir letztes Jahr einen Kurzfilm. Die Idee war, ein Gedicht visuell umzusetzen. Wir entschieden uns dabei für Rilkes Klassiker «Der Panther», ein Gedicht über Einsamkeit und Isolation. Unsere Interpretation zieht Parallelen zwischen der Gefangenheit des Tiers und Sucht. Die Schauspielerin Nora Kelschebach spielte die Protagonistin und trug das Gedicht vor. Mit intensivem Einsatz vom Kunstlicht und einem Cloning-Effekt gaben wir den Bildern einen surrealen Look.
Im Schnitt verpassten wird dem Footage ein Color Grading, welches die Rot- und Blautöne verstärkte und die Bilder cinematischer wirken liess. Ausserdem duplizierten wir die Protagonistin mit Masken, so dass sie gleichzeitig als Schauspielerin auftreten und als beobachtende Erzählerin das Gedicht vortragen konnte. Mit einem umfassenden Sound Design verstärkten wir die surreale Szenerie und die hypnotisierende Wirkung des roten Screens.







Dieses Jahr wird Rainer Maria Rilke zu seinem 100. Todestag an diversen Ausstellungen und anderen Events für sein Lebenswerk gefeiert. Wir planen unseren Kurzfilm an einem oder mehreren Events einzureichen.
(vha)
Die Postproduktion stellte uns vor verschiedene Herausforderungen, weshalb wir sie auch auf unbestimmt aufgeschoben hatten. Eine ganze Szene, wie sie ursprünglich im Storyboard vorgesehen gewesen wäre, funktionierte auf dem Screen nicht und musste weggelassen werden. Ausserdem stellte es sich als sehr schwierig heraus, die Wirkung der Bilder mit einem Sound Design zu verstärken. Es musste zwar intensiv, aber auch passend zu den ruhigen Szenen funktionieren, surreal, aber auch handlungsbezogen sein. Manche der bewegten Shots mussten mit After Effects stabilisiert werden, weil die Grundfunktionen von Premiere Pro Probleme mit der Bildanalyse hatten. Als auch After Effects wegen Problemen mit den Dynamic Linkes streikte, mussten wir auf Sony Catalyst Browse ausweichen, zum Glück mit guten Resultaten. Was ca. einen Tag hätte dauern sollen, zog sich stark in die Länge.
Wir haben viel aus dem Projekt gelernt und sind stolz auf die Zusammenarbeit und das finale Produkt. In der Zukunft sind wir uns allfälligen technischen Schwierigkeiten besser bewusst und können die Postproduktion von Filmprojekten mit diesem neuen Wissen besser planen.