Cybergrooming bei 10- bis 13-jährigen Primarschüler*innen in der Schweiz: Rolle der Medienkompetenz und wirksame Prävention

Inwiefern beeinflusst die Medienkompetenz von 10- bis 13-jährigen Primarschüler*innen
ihre Anfälligkeit für Cybergrooming auf sozialen Medien und welche Art von Prävention
dagegen ist am effektivsten? In den letzten Monaten hat mich diese Frage immer wieder beschäftigt. Durch verschiedene Methoden bin ich ihr Schritt für Schritt nähergekommen, konnte neue Erkenntnisse gewinnen, und habe letztendlich meine Antwort darauf gefunden.
Filmische Zusammenfassung meiner Bachelorarbeit:
Thesis
In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit dem Thema Cybergrooming bei 10- bis 13-jährigen Primarschüler*innen in der Schweiz beschäftigt. Besonders interessiert hat mich, wie die Medienkompetenz dieser jungen Menschen ihren Umgang mit den Gefahren im digitalen Raum prägt. Im Schulalltag gehört der Umgang mit sozialen Netzwerken längst zur Selbstverständlichkeit, dennoch habe ich immer wieder erlebt, wie unsicher sich viele Kinder bei Fragen rund um Datenschutz und Sicherheitseinstellungen fühlen.
Während meiner Recherchen und Expert*inneninterviews in etwa mit der Kantonspolizei St. Gallen und UNICEF Schweiz und Liechtenstein habe ich festgestellt, dass gerade für diese Altersgruppe bisher wenig untersucht wurde, wie häufig Cybergrooming tatsächlich vorkommt und wie gut Kinder darauf vorbereitet sind. Deshalb habe ich mich entschieden, verschiedene Methoden miteinander zu verbinden: Fachliche Interviews, Workshops an Schulen (in meine Fall eine Kooperation mit der Primarschule Grossacker in St. Gallen) und eine Online-Befragung haben mir wertvolle Einblicke in das Wissen, die Haltung und das tatsächliche Verhalten der Schüler*innen gegeben.
Die Ergebnisse haben mich darin bestärkt, wie wichtig es ist, nicht nur theoretische Medienkompetenz zu vermitteln. Viele Kinder bringen zwar bereits Grundkenntnisse mit, aber im praktischen Alltag fehlt es oft an konkreten Schutzmassnahmen und an der aktiven Begleitung durch Eltern. Diese Erkenntnisse haben mir einmal mehr gezeigt, dass Präventionsarbeit in diesem Bereich dringend notwendig ist und am besten gemeinsam mit Schulen, Eltern und den Kindern selbst gelingt.
Lehrprojekt
Aus meinen Erfahrungen und den Erkenntnissen der vergangenen Monate heraus ist eine praxisnahe Präventionskampagne für 10- bis 13-jährige Primarschüler*innen entstanden, die mir besonders am Herzen liegt. Mir war es wichtig, die Zielgruppe nicht nur für die Risiken des Cybergroomings zu sensibilisieren, sondern ihnen auch ganz konkrete Tipps und Schutzstrategien für ihren Alltag mitzugeben. Besonders bereichernd war dabei die Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und den 4. bis 6. Klässler*innen der Primarschule Grossacker in St. Gallen, gemeinsam konnten wir in den Workshops das Thema Cybergrooming greifbar und verständlich machen.
Dieses Lehrprojekt verbindet meine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit authentischen Erfahrungen aus der Praxis und zeigt, wie wirksam und zugleich erfüllend Präventionsarbeit sein kann, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen.
Unter diesen Link’s findest du mein Lehrprojekt «nimmAcht»:
Präventionskampagne (Print-Material)