20.37

Mit 20.37 sind Schlufi David M. und Trulla Milena B. auf den Podcast-Zug aufgesprungen. Zusammen entgleisen wir auf dem 20.37-Zug von Zürich nach Chur in mehr oder weniger tiefe Gespräche und in weniger oder mehr originelle Wortspiele. Wir diskutieren über Musik, sammeln Lieblingswörter, kommen in den Genuss einer virtuellen Gästin oder eines virtuellen Gastes und löchern die SBB-Kontrollettis mit Fragen.

Vom Podcast her ist 20.37 eine zügige Sache: Immer am Sonntagabend nehmen wir im Zug von Zürich nach Chur eine neue stündige Folge auf. Um unseren Redeschwall etwas zügeln zu können, haben wir unser Gespräch feinst säuberlich strukturiert:

  • In der Kategorie «Fühlio» erzählen wir uns gegenseitig aus den Unterkategorien «Gesehen», «Gehört» und «Geschmeckt» je drei Erlebnisse der vergangenen Woche.
  • Unsere Gästin oder unser Gast begleitet uns per Sprachnotiz virtuell bei unserer Zugfahrt und stellt uns zwei Fragen, die wir möglichst kompetent zu beantworten versuchen.
  • Kontrolletti Q&A: Bei der Billettkontrolle stellen wir dem / der Zugbegleiter*in eine Frage unserer Gästin oder unseres Gasts. Beispielsweise in der Folge #5 Schofseckel, wie man bei der SBB am besten Schwarzfahren kann.
  • Musik: Jede Woche teilen wir zusammen mit unserem Gast oder unserer Gästin drei neue Lieblingslieder auf unserer 20.37-Playlist.
  • Wortpalette: Da wir beide grosse Fans der Mundart und der verschiedenen Schweizerdeutschen Dialekte sind, entlocken wir unserer Gästin oder unserem Gast am Schluss des Podcasts ihr oder sein Lieblingswort. Auf unserem Instagram-Account findest du unsere Wortpalette und Hintergrundinformationen zu unserem Podcast.

Den 20.37-Zug haben die Schlaumeier von der SBB seit dem letzten Fahrplanwechsel abgeschafft, nicht aber unseren Podcast. Den lassen wir uns nicht nehmen, deshalb nehmen wir die 20.37-Folgen von nun an halt auf dem 20.38-Zug auf. In diesem Sinne:

Am beschte fahrsch, wennd abfahrsch. No besser fahrsch,

wennd mit eus fahrsch.

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(spu)

Die Idee

Als begeisterte/r Hörer*in von diversen Podcasts haben wir schon während des ganzen MMP-Studiums mit einem eigenen Podcastformat geliebäugelt. Da wir von unseren Wochenenden im Aargau meistens am Sonntagabend gemeinsam zurück nach Chur fahren, entstand nach einer äusserst gesprächigen Zugfahrt im November die Idee eines Zugpodcasts. In der Folge liessen wir uns von unseren Lieblingspodcasts inspirieren und machten uns an die Konzeption.

Das Konzept

Zuerst mussten wir die technischen Aspekte unseres Projektes abklären:

  • Ist es überhaupt möglich im Zug mit einer Maske einen Podcast aufzunehmen?
  • Wirkt der Zuglärm beim Hören des Podcasts nicht störend?
  • Wie reagieren die mitfahrenden Leute im Zug auf unser Gequassel?

Wir haben im Zug getestet und erfreut festgestellt, dass wir mit zwei Lavalier-Smartphone-Mikrofonen eine zufriedenstellende Audioqualität erreichen. Der Zuglärm, Zugdurchsagen und andere Passagiere sind teilweise zu hören, aber das haben wir als authentisch erachtet.

Als Nächstes haben wir uns an die Konzeption des Podcasts gemacht. Für uns war von Beginn weg klar, dass eine klare Struktur unseres Podcast unabdingbar ist, weil wir uns ansonsten in den Folgen komplett verlieren würden. Die Idee eines virtuellen Gesprächspartners oder eine Gesprächspartnerin sowie die Erstellung einer eigenen Musikplaylist haben wir von unserem Lieblingspodcast «Herrgöttli Panaschiert» abgekupfert. Die Rubrik «Fühlio» und die Wortpalette ist hingegen in unseren eigenen Köpfen entstanden.

Zuletzt haben wir uns mit der Distribution und Verbreitung unseres Podcasts sowie mit dem bildlichen Auftritt beschäftigt. Nach einer kurzen Recherche haben wir uns für die gängige Plattform «Podbean» entschieden, wo es möglich ist, eine Podcastfolge gegen eine monatliche Gebühr sowohl auf «Spotify» als auch auf «Apple Podcasts» zu laden. Wir haben einen Instagram-Account und ein Thumbnail für 20.37 erstellt. Vor der ersten Folge haben wir ausserdem ein Podcast-Intro zusammengeschustert. Dazu haben wir auf dem 20.37-Zug Audioaufnahmen mit dem Zoom H6 gemacht und ein fiktives Telefongespräch inszeniert.

Die Aufnahme und Nachbearbeitung

Ende November starteten wir mit der Aufnahme einer «Pilotinnenfolge» in unser Podcast-Abenteuer. Nachdem wir die Startnervosität etwas abgelegt haben, hat es aus unserer Sicht erstaunlich gut funktioniert. Abgesehen von einer kleinen technischen Panne ist uns die Aufnahme der ersten Folge gelungen. Also haben wir uns schliesslich dazu entschieden, mindestens alle zwei Wochen eine neue Folge aufzunehmen. Da wir in der Coronazeit nicht so viel unterwegs sind, hat sich das als grössere Herausforderung herausgestellt, trotzdem haben wir bis Ende Jahr fünf Episoden aufgezeichnet. Den Podcast nicht im Zug aufzunehmen war für uns keine Option, da es die Kernidee des Projekts ist.

Die Nachbearbeitung und Distribution hat sich als sehr zeitaufwendig herausgestellt. Vor allem die Bearbeitung der Sequenzen mit der Interaktion mit der / dem Zugbegleiter*in und das Einfügen der Fragen unseres Gastes benötigen einiges an Zeit. Hinzu kommt noch die Bewirtschaftung des Instagram-Accounts und die Verfassung der Beschreibung und Benennung der jeweiligen Episode.

Das Equipment

  • 2x Røde Lavalier GO
  • Røde SC6-L Lighting Adapter
  • Zoom H6

Das Fazit

Das Aufnehmen funktioniert trotz Maske und Zuglärm ausgezeichnet und die Interaktion mit der / dem Zugbegleiter*in hat sich als sehr unterhaltsam entpuppt. Unser Konzept hilft uns dabei, nicht allzu fest abzuschweifen und die Stunde bis nach Sargans bzw. Landquart problemlos füllen zu können. Es ist auch praktisch, dass die Zugfahrt einen bestimmten Zeitrahmen schafft, den wir nicht überschreiten dürfen. So werden die Folgen automatisch immer etwa gleich lang und die Zugfahrt gibt den Takt der Folge an. Das Aufnehmen und das Bearbeiten der Folgen hat uns grosse Freude bereitet, auch weil wir von unseren Freund*innen erstaunlich viel Feedback auf die Podcastsendungen erhalten haben. Aus diesem Grund möchten wir unseren Podcast weiterführen, auch wenn wir das Abenteuer «Digezz» mit diesem Projekt aus unserem Leben streichen.