Wie Presenter-Reportagen sensible Themen vermitteln können
Welche dramaturgischen Gestaltungsprinzipien lassen sich für hostgeführte Videoreportagen im Stil des SRF-Formats «rec.» zur Vermittlung sensibler Themen wie mentaler Gesundheit und psychischer Probleme ableiten?
Psychische Gesundheit im Leistungssport wird zwar zunehmend öffentlich diskutiert, bleibt im Nachwuchsbereich aber weiterhin ein Tabuthema. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie hostgeführte Videoreportagen im Stil des SRF-Formats «rec.» dazu beitragen können, sensible Themen wie mentale Gesundheit zugänglich zu machen. Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse von drei «rec.»-Reportagen sowie drei leitfadengestützten Expert:inneninterviews mit Fachpersonen von Schweizer Radio und Fernsehen werden zentrale dramaturgische Gestaltungsprinzipien herausgearbeitet und auf den Nachwuchsleistungssport übertragen.
Die Ergebnisse zeigen fünf zentrale Gestaltungsprinzipien: eine glaubwürdige, transparente Hostfigur, die den eigenen Erkenntnisprozess sichtbar macht; persönliche Geschichten von Protagonist:innen als emotionaler Zugang zum Thema; journalistische Einordnung, die eng an die erzählten Erfahrungen anknüpft; eine als offene Erkenntnisreise angelegte Dramaturgie; sowie ein verantwortungsvoller, auf Transparenz und Schutz ausgerichteter Umgang mit den Protagonist:innen. Besonders deutlich wird, dass mentale Gesundheit im Sport weniger über Fakten als über erlebbare, persönliche Geschichten vermittelt werden kann – und dass gerade die Verbindung von Nähe und journalistischer Einordnung entscheidend ist, um zu sensibilisieren, ohne zu vereinfachen.
Lehrprojekt
Ergänzend zur Bachelorarbeit entstand im Lehrprojekt eine rund 40-minütige hostgeführte Reportage, in der ich der Frage nachgehe, was der Leistungssport mit jungen Menschen macht und welche Spuren er hinterlässt. Dafür habe ich die U16-Mannschaft des FC Solothurn über längere Zeit begleitet und bin auf meine eigene sportliche Vergangenheit zurückgekommen: Ich habe meinen ehemaligen Mitspieler beim FC Basel, Ale, sowie unseren damaligen U16-Trainer Werner Mogg wieder getroffen.
Die Reportage verbindet unterschiedliche Perspektiven auf meine Leitfrage – jene der aktuellen Nachwuchsspieler:innen, eines ehemaligen Mitspielers und eines langjährigen Trainers – mit meiner eigenen Reise als Host. Dabei setze ich die in der Bachelorarbeit erarbeiteten dramaturgischen Prinzipien praktisch um: eine transparente Hostrolle, persönliche Begegnungen als emotionaler Zugang und eine offene Erkenntnisreise, die sich erst im Verlauf der Reportage zu einer persönlichen Antwort auf die Ausgangsfrage verdichtet.













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