WE LIKE TO JUDGE – Medienkritik durch Medienproduktion
Die zunehmende Verbreitung von KI-generierten Inhalten auf den sozialen Plattformen und fortschreitende Digitalisierung prägen die Mediennutzung von Jugendlichen zunehmend. Die Fähigkeit mediale Inhalte kritisch einzuordnen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Inwiefern Medienkritik bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I durch die Eigenproduktion medialer Inhalte sich fördern lässt, ist zurzeit wenig erforscht. Diese Bachelorarbeit untersucht daher, wie sich ein medienpädagogischer Workshop auf die Medienkritik von Schülerinnen und Schüler auswirkt, und leitet darauf praxisrelevante Erkenntnisse für den Unterricht ab.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine quantitative Pre-Post-Befragung mit 69 Schüler*innen durchgeführt. Ergänzend wurden die im Workshop entstandenen Eigenproduktionen mittels Inhaltsanalyse ausgewertet sowie ein Expertinneninterview zur kontextuellen Einordnung herangezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass die durchschnittlichen Selbsteinschätzungen der Schülerinnen und Schüler nach dem Workshop in allen Klassen höher ausfielen als vor der Intervention, besonders deutlich bei der Erkennung von KI-generierten und manipulierten Medieninhalten. Die Analyse der Medienprodukte ergab in vier von fünf Klassen eine hohe Ausprägung medienkritischer Merkmale, insbesondere in den Bereichen kritische Reflexion, Quellenkritik und KI-Reflexion. Das Expertinneninterview unterstrich die Bedeutung aktiver Medienproduktion für Reflexionsprozesse und die kritische Auseinandersetzung mit KI-generierten Inhalten. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass produktionsorientierte Unterrichtssettings mit und ohne KI-Unterstützung ausgewählte Aspekte der Medienkritik fördern können.
Ergänzend zur wissenschaftlichen Untersuchung entstand im Rahmen des Lehrprojekts ein medienpädagogischer Workshop für Schülerinnen und Schüler der Ober-, Sekundar- und Realstufe im Kanton Aargau, welcher fünfmal in unterschiedlichen Klassen durchgeführt wurde. Im Zentrum stand die Produktion von zwei Medienprodukten – wahlweise Video, Social-Media-Grafik oder Podcast – wobei die Schülerinnen und Schüler je einmal mit und einmal ohne KI-Unterstützung arbeiteten und die beiden Ergebnisse anschliessend miteinander verglichen. Ergänzt wurde die praktische Arbeit durch Theorieblöcke zu den Themen Medienkritik und Künstliche Intelligenz, um den Schülerinnen und Schülern eine fundierte Grundlage für die eigenständige Produktion und Reflexion zu vermitteln.
Mehr zum Workshop und den entwickelten Lehrmitteln findet sich unter We Like to Judge – Workshop Medienkritik & KI