Von Rosalías «Berghain» zu «Visual Pleasure»

Musikvideos sind weit mehr als nur die visuelle Begleitung zu einem Song. Sie prägen Vorstellungen von Körpern, Geschlecht und Selbstbestimmung – oft in einem Spannungsfeld zwischen Male Gaze, Sexualisierung und Empowerment.

Die Bachelorarbeit

Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Inszenierung von Weiblichkeit im Musikvideo «Berghain» von Rosalía und deren Wahrnehmung durch junge Erwachsene. Es wird untersucht, wie Körperhaltung, Kleidung, Räume, Handlungen und symbolische Elemente unterschiedliche Bilder von Weiblichkeit erzeugen. Gleichzeitig wird betrachtet, wie junge Erwachsene diese Darstellungen interpretieren und mit bekannten Vorstellungen und Stereotypen in Verbindung bringen.

Dazu verbindet die Arbeit eine qualitative Videoanalyse mit einer Fokusgruppe. Im Zentrum steht die Frage, wann Rosalías Darstellung als verletzlich, stereotyp oder sexualisiert und wann sie als kraftvoll und selbstbestimmt wahrgenommen wird. Dabei geht es nicht um eine eindeutige Bewertung, sondern um die unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Lesarten, die ein Musikvideo ermöglichen kann.

Das Lehrprojekt

Das Event «Visual Pleasure – Zwischen Male Gaze und Empowerment in Musikvideos» übertrug die wissenschaftliche Auseinandersetzung in einen öffentlichen Raum. Die Veranstaltung fand am 17. Juni 2026 im R1 in Basel statt und verband das Screening dreier Musikvideos mit einer Podiumsdiskussion und einem Konzert der Schweizer Singer-Songwriterin Marea.

Ziel des Projekts war es, für stereotype und sexualisierte Bildwelten zu sensibilisieren und insbesondere junge Musik- und Filmschaffende zu einem reflektierten Umgang mit solchen Darstellungen in ihrer zukünftigen Arbeit anzuregen. Auf dem Podium trafen Perspektiven aus Musik, Film, Kulturjournalismus und Gender Studies aufeinander. Gemeinsam mit dem Publikum wurde diskutiert, wann die Darstellung von Personen, die als weiblich gelesen werden, objektifizierend wirkt und wann sie als Ausdruck von Selbstbestimmung verstanden werden kann.

Das ausverkaufte Event schuf einen zugänglichen Rahmen, um wissenschaftliche Fragen mit persönlichen Erfahrungen, popkulturellen Bildern und Live-Musik zu verbinden.

Mehr zum Lehrprojekt «Visual Pleasure».

Fotos: Melina Feldges