«Unternehmen, die Chancen geben» – Eine 5-teilige Berichtsserie über berufliche Integration in der Region Zürich

Nicht jeder Weg in das Berufsleben verläuft gradlinig. Für Menschen, die aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen keinen Platz im ersten Arbeitsmarkt gefunden haben, bleiben oft nur wenige Optionen. Ich habe im Rahmen meines Jobs als Videojournalistin bei Fernsehsender Tele Z eine Berichtsserie produzieren dürfen. In dieser werden fünf Unternehmen aus der Region Zürich vorgestellt, die sich aktiv für Integration einsetzen. Dies zeigt sich daran, dass alle fünf Finalisten des sogenannten «This-Priis» 2026 waren. 

Eine Serie von Beiträgen zu realisieren, war für mich eine neue Erfahrung, obwohl ich bereits seit fast zwei Jahren als Videojournalistin tätig war. Bis dahin hatte ich hauptsächlich einzelne Berichte produziert, die meist innerhalb eines Tages geplant, gedreht, geschnitten und ausgestrahlt wurden. Bei dieser Produktion war der zeitliche und organisatorische Aufwand deutlich grösser. Es galt nicht nur, mehrere Beiträge umzusetzen, sondern auch fünf unterschiedliche Unternehmen zu koordinieren und die Dreharbeiten so zu planen, dass am Ende eine zusammenhängende Serie entstehen konnte.

Mit der Planung und den ersten Anfragen begann ich im Mai 2026. Dafür kontaktierte ich alle fünf Finalisten des This-Priises. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA) verleiht diesen Preis jährlich an Unternehmen, die sich für die berufliche Integration von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen engagieren. Auf den Preis aufmerksam geworden war ich durch einen tagesaktuellen Bericht über die Gewinnerin, die Maag Recycling AG, den ich einige Wochen zuvor realisiert hatte. Daraus entstand die Idee, nicht nur über die Gewinnerin, sondern auch über die weiteren Finalisten zu berichten.

Ich formulierte E-Mails, in denen ich das Vorhaben erklärte, und schlug mögliche Drehtermine vor. Bis alle fünf Unternehmen zugesagt hatten, verging jedoch rund ein Monat. Es brauchte einige E-Mails, mehrmaliges Hin und Her und mehrere Telefonate, bis die Termine schliesslich feststanden. Dabei wurde mir bewusst, wie viel Zeit allein die Organisation einer solchen Produktion beanspruchen kann. Anders als bei einem einzelnen Bericht war ich darauf angewiesen, dass mehrere externe Personen verfügbar waren und die verschiedenen Termine miteinander vereinbart werden konnten.

Auch die anschliessende Drehplanung erwies sich als anspruchsvoller und zeitaufwändiger als erwartet. Am 2. und 3. Juni 2026 fanden die ersten drei Drehs statt, für die ich jeweils rund zwei Stunden eingeplant hatte. Gedreht habe ich mit einer oder zwei Canon-Camcordern, abhängig davon, wie viel Zeit und Platz für eine zweite Perspektive zur Verfügung standen. Die restlichen drei Drehtage folgten am 9., 10. und 12. Juni.

In der ersten Folge geht es um die die Genossenschaft ZFV-Unternehmungen, welche das Rezept für gelungene Integration besitzt.

In der zweiten Folge geht es um die OERTLI Werkzeuge AG, welche Präzision für Werkzeuge und Vertrauen in die Menschen hat.

In der dritten Folge geht es um die Stiftung Tierrettungsdienst, welche sowohl den Tieren als auch den Menschen eine zweite Chance bietet.

In der vierten Folge geht es um die Max Schweizer AG, wo nicht nur Häuser, sondern auch Chancen Gestalt annehmen.

In der fünften und letzten Folge geht es um die Maag Recycling AG, wo aus alt neu gemacht wird und aus Chancen eine Zukunft.

(mmi)

Insgesamt verliefen die Dreharbeiten, wie auch die Post-Produktion gut. Dennoch gab es einige Situationen, aus denen ich wichtige Erkenntnisse mitnehmen konnte.

Beim ersten Dreh bei der Maag Recycling AG war ich beispielsweise so nervös, dass ich vergass, die Mikrofonkabel zu verstecken. Am zweiten Drehtag übersah ich, dass ich die Mikrofoneinstellungen nach dem Interview nicht wieder angepasst hatte. Dadurch wurde bei den anschliessenden B-Roll-Aufnahmen kein Ton aufgezeichnet. Diese Situationen waren ärgerlich, weil sie sich mit etwas mehr Ruhe und einer systematischen Kontrolle hätten vermeiden lassen.

Eine weitere Herausforderung war der Ton. Trotz den teils sehr lauten Hintergrundgeräuschen habe mich dazu entschieden, die Interviewpartner:innen direkt im Geschehen zu befragen, um die Atmosphäre möglichst transparent einzufangen und transportieren zu können.

Da ich weder bei den Drehs noch beim Schnitt/Storytelling viel Zeit hatte, kommen die Beiträge bei weitem nicht an perfekt heran. Insgesamt zufrieden bin ich nichtsdestotrotz. Was ich mitnehme: Vor allem wenn man alleine unterwegs ist darf und soll man sich Zeit nehmen bei Bild und Ton. Und…wie wichtig Unternehmen sind, die Menschen eine Chance geben und ihnen den (Wieder)Einstieg ins Berufsleben ermöglichen.