«Unter dem Mond und neben den Pferden»
Ein weiteres Musikvideo mit the one and only HUN. Diesmal mit Pferden – und einer Einladung, der eigenen Aufmerksamkeitsspanne einfach mal eine Chance zu geben.
Diesen Sommer durfte ich Hannah einen Tag lang auf einem Pferdehof irgendwo im Baselbiet besuchen. Dabei bin ich Pferden so nah gekommen wie zuletzt mit zehn, als ich beschlossen habe, dass Pferde für mich zu scary sind, um ihnen ohne Sicherheitsabstand zu nahe zu kommen. Doch wie immer, wenn Hannah aka Hun mich fragt, ob ich mit ihr zusammenarbeiten möchte, kann ich nicht Nein sagen.
Der Anlass des Besuchs auf dem Pferdehof war eigentlich ganz simpel: Ich sollte die *Fachwort einfügen für einstudierte Pferdeshow* filmen, die sie in dieser Woche auf dem Pferde- und Reiterhof einstudiert hatten – als schöne Erinnerung an diese Zeit.
Der Tag, irgendwann im August, war wohl einer der heissesten des Sommers. Perfekt also, um in der prallen Sonne meine Kamera aufzustellen, als würde sie locker die über 30 °C wegstecken und nicht alle paar Minuten abstürzen. Die ganze Show in einem Stück mit meiner «unterkühlten» Sony A74 zu filmen hat leider nicht geklappt. Dafür durfte ich aber in der Schaufel eines Baggers stehen – über drei Meter in der Höhe.
Neben der *Pferdeshow* habe ich zwischendurch auch weitere Aufnahmen gemacht, natürlich mit Fokus auf Hannah. Dieser Tag war für sie auch ein Testlauf im Hinblick auf ihre Video-Bachelorarbeit in Fashion Design. Das Video ist deshalb ein Zusammenschnitt dieses Tages – aus allen möglichen Aufnahmen, die meine Kamera mir noch erlaubt hat. Es mag auf uns kurze-Aufmerksamkeitsspanne-Kinder vielleicht langweilig wirken. Lässt man sich jedoch darauf ein, entfaltet es möglicherweise genau die meditative Wirkung, die das Lied von HUN ursprünglich haben sollte. Der Song im Hintergrund ist auch auf ihrem neuen Album „Justitia“ zu finden.
Alles Liebe an dich.
Und hier noch ein paar Stills aus dem Video:






(abb)
Rückblickend lief vieles sehr gut, gleichzeitig gab es auch ein paar Punkte, aus denen ich für zukünftige Projekte lernen kann. Die grösste Herausforderung an diesem Tag war eindeutig die Hitze. Meine Sony A74 ging immer wieder aus, da sie in der prallen Sonne stand und generell schon zu Überhitzung neigt. Mit besserer Vorbereitung – etwa mehr Schatten, Pausen oder einem klareren Backup-Plan – hätte ich das vermutlich besser abfangen können.
Zum Glück war das technisch kein grosses Drama: Die Handyaufnahmen haben im Notfall vollkommen ausgereicht und haben teilweise auch wirklich gut funktioniert. Ich habe mich selbst mehr darüber geärgert als dass es von aussen überhaupt negativ wahrgenommen wurde.
Durch die vielen Abbrüche war das Material stellenweise recht abgehackt, was den Schnitt anspruchsvoller gemacht hat. Gleichzeitig entstand daraus aber auch eine unerwartete Herausforderung: nicht zu viel vom vorhandenen Material zu wollen, sondern mit dem zu arbeiten, was da ist, und das Video eher auf mich wirken zu lassen. Die Auswahl des Songs war klar eines von Hun’s Album. Dass eines Pferde im Titel hatte, hat diese Frage schnell beantwortet.
Besonders zufrieden bin ich mit den Slow-Motion-Aufnahmen. Licht, Farben und Stimmung funktionieren für mich sehr gut – und das ganz ohne Color Grading oder S-Log. Im Gegenteil: Ich glaube nicht, dass ein starkes Color Grading das Material schöner gemacht hätte. Die Natürlichkeit des Lichts an diesem Tag ist für mich eine der grössten Stärken des Videos.
Ein weiteres spontanes Projekt mit Hannah, bei welchem ich wenig vorbereitet war und dadurch viel gelernt habe und trotzdem ein Endresultat habe, mit welchem ich zufrieden bin. Und das beste am ganzes natürlich, dass es Spass gemacht hat 😀 (trotz scary Pferde, oder vielleicht genau deswegen.)