Unsere Küche – ein Familien-Kochbuch

Jede Familie hat Rezepte, die nirgendwo aufgeschrieben sind. Sie existieren in Köpfen, in Gewohnheiten, manchmal auf losen Zetteln in Schubladen. In meiner Familie kommt dazu, dass diese Rezepte aus völlig unterschiedlichen Küchen stammen: algerisch, schweizerisch, taiwanesisch, dominikanisch. Jedes Familienmitglied bringt seine eigene kulinarische Geschichte mit.

«Unsere Küche» ist der Versuch, diese Rezepte an einem Ort zu versammeln, bevor sie verloren gehen. Gerade weil ich so gerne koche, war es mir wichtig, diese Rezepte an einem Ort zu sammeln. Ich habe Familienmitglieder gebeten, ihre Lieblingsrezepte von Hand aufzuschreiben. Die handgeschriebenen Originale werden im Buch den sauber gesetzten, ins Deutsche übersetzten Versionen gegenübergestellt: links der Scan, rechts das getippte Rezept. Entstanden ist ein Kochbuch mit über 60 Seiten, dass ich allen zu Weihnachten schenken werde.

Die Koordination erstreckte sich über mehrere Wochen. Rezepte kamen aus der Schweiz, aus Algerien, aus Taiwan und der Dominikanischen Republik, teilweise auf Französisch, teilweise auf Deutsch und sogar auf chinesisch. Jedes einzelne habe ich transkribiert, bei Bedarf übersetzt und ins Layout eingepflegt. Bei einigen Handschriften war das Entziffern allein schon eine Aufgabe für sich.

Das gesamte Buch habe ich eigenständig in Canva gestaltet: Cover, Doppelseiten-Layout, Inhaltsverzeichnis, ein Vorwort über die kulinarischen Wurzeln unserer Familie und einen Stammbaum, der die verschiedenen Herkunftslinien sichtbar macht. Die visuelle Linie sollte durchgehend stimmig sein und die Handschriften der Familienmitglieder in den Mittelpunkt stellen, egal ob es um ein algerisches Tajine oder um Schweizer Hackplätzli geht.

PDF: https://www.digezz.ch/app/uploads/2026/06/Unsere_Kueche_Familien_Kochbuch.pdf

(mmi)

Ausgangslage und Zielsetzung

Ziel war es, ein vollständiges Familienkochbuch zu gestalten, das Rezepte aus mindestens vier kulturellen Hintergründen versammelt. Das Buch sollte nicht nur inhaltlich funktionieren, sondern auch gestalterisch als eigenständiges Produkt bestehen: mit durchgängigem Layout, Vorwort, Stammbaum und einem Konzept, das die Handschriften der Familienmitglieder bewusst einbindet.

Herausforderungen

Die grösste Herausforderung war die Abhängigkeit von anderen. Einige Familienmitglieder haben ihre Rezepte innert Tagen geschickt, andere brauchten Wochen und mehrfaches Nachfragen. Manche Rezepte kamen ohne Mengenangaben oder waren so knapp formuliert, dass ich nochmals nachfragen musste. Das hat den Zeitplan immer wieder verschoben und mich gezwungen, flexibel zu arbeiten und andere Teile des Buchs vorzuziehen.

Auch gestalterisch war es nicht immer einfach, eine einheitliche Linie zu halten. Die Rezepte sind so unterschiedlich in Sprache, Stil und Umfang, dass jede Doppelseite eigene Anpassungen brauchte. Den Stammbaum verständlich und gleichzeitig visuell ansprechend darzustellen hat mehr Iterationen gebraucht als erwartet. 1 bis 2 Rezepte musste ich von KI von Hand schreiben lassen, weil sie einfach nicht gut ins Buch gepasst haben

Reflexion

Im Rückblick hätte ich die Rezepte deutlich früher einfordern sollen, mit klaren Deadlines statt offenem Zeitrahmen. Das hätte mir mehr Luft für die Gestaltung gegeben. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Handschriften meiner Familienmitglieder im fertigen Buch zu sehen, macht es zu etwas, das über ein normales Gestaltungsprojekt hinausgeht. Es ist ein Familienstück, und genau das war das Ziel.