The internal beauty of Oil Paint

Mit Ölfarben zu malen bedeutet für mich, mir Zeit zu nehmen und ganz bei meinen Gedanken zu sein. In The Eternal Beauty of Oil Paint geht es darum, was entstehen kann, wenn man mit Leidenschaft malt und sich auf den Prozess einlässt. Ich male seit ich ein Kind bin und finde es bis heute eines der schönsten Dinge, meine Fantasie und Gefühle so ausdrücken zu können.

Meine Geschichte

Gestalten war schon immer mein bestes Fach. Nicht, weil es einfach war, sondern weil ich dort etwas erschaffen konnte, etwas eigenes. Ich liebte es, Ideen umzusetzen und etwas Einzigartiges entstehen zu lassen. Schon als Kind begann ich zu zeichnen, damals ganz simpel mit den Farbstiften aus meinem Etui. Als Teenager wechselte ich zu klassischen Bleistiftskizzen und Zeichnungen, stundenlang, ruhig, konzentriert.

Mit der Zeit reichte mir das jedoch nicht mehr. Die Zeichnungen verschwanden in einem Heft, das im Schrank lag. Mit etwa 22 Jahren entstand der Wunsch, mit Farben zu malen. Ich wollte Bilder schaffen, die bleiben. Bilder, die man rahmen und aufhängen kann. Bilder, in denen man eine Botschaft erkennt oder die einfach schön fürs Auge sind.

Zuerst versuchte ich es mit Acrylfarben. Doch die Begeisterung hielt nicht lange an. Die Farben trockneten zu schnell, das Verblenden fiel mir schwer, und ich hatte das Gefühl, ständig gegen die Zeit zu malen. Enttäuscht stellte ich meine Staffelei wieder in den Keller und dachte kurz, dass Malen vielleicht doch nichts für mich ist.

Auf Social Media begegnete ich dann immer öfter Künstlerinnen, die mit Ölfarben arbeiteten. Ihre Bilder faszinierten mich sofort. Die Tiefe der Farben, die Ruhe im Prozess, die Art, wie alles miteinander verschmilzt. Ich war inspiriert und dachte mir: Wenn das möglich ist, wenn man mit Farbe so viel ausdrücken kann, dann möchte ich das auch. Und wenn sie das können, dann kann ich es zumindest versuchen.

Ich zögerte nicht lange und kaufte alles, was man dafür braucht, auf einmal. Wenn ich etwas mache, dann richtig. Ich wusste irgendwie schon, dass mir diese Art zu malen gefallen würde. Schnell wurde mir bewusst, dass mit Ölfarben malen kein günstiges Hobby ist, doch das spielte für mich keine Rolle. Es fühlte sich richtig an, in etwas zu investieren, das mir so viel bedeutet.

Als ich mein erstes Bild mit Ölfarben malte, war ich überwältigt. Ich konnte kaum glauben, wie viele Möglichkeiten diese Technik bietet. Man kann sich Zeit lassen, Schichten aufbauen, Farben zum Leuchten bringen und Visionen umsetzen, die zuvor nur im Kopf existierten. Für mich war klar: Das ist es. Und ich werde nicht mehr damit aufhören, neue Bilder zu malen.

Autorin, Anna Locher

Candy Lips (mein erstes Öl-Gemälde)

Dieses Bild war mein erstes Ölgemälde und damit auch mein erster richtiger Schritt in eine neue Art des Malens. Die glänzenden Lippen und die Kirsche stehen für Sinnlichkeit, Mut und den Moment, einfach etwas zu wagen. Für mich zeigt das Bild, wie lebendig Farben sein können, wenn man ihnen Zeit gibt und sich traut, intensiver zu malen.

Held by the light

Dieses Bild zeigt einen stillen Moment von Nähe und Verbundenheit. Das warme Licht um die Figuren steht für Geborgenheit, Schutz und das Gefühl, gesehen zu werden. Für mich geht es hier um die leisen Augenblicke, in denen Nähe alles ist, was man braucht. Wichtig hinzuzufügen ist, dass das Bild in jedem Licht ganz anders scheint.

(abb)

Beim Arbeiten mit Ölfarben habe ich schnell gemerkt, dass diese Technik nicht nur Geduld, sondern auch viel Frustration mit sich bringt. Die Farben reagieren langsamer als erwartet, Schichten brauchen Zeit zum Trocknen und Fehler lassen sich nicht einfach rückgängig machen. Gerade am Anfang fiel es mir schwer, Kontrolle abzugeben und den Prozess nicht erzwingen zu wollen. Oft musste ich Bilder ruhen lassen, obwohl ich eigentlich weitermalen wollte.

Auch der Umgang mit den Materialien war eine Herausforderung. Die richtige Menge Farbe, das saubere Mischen der Töne und das Vermeiden von matschigen Übergängen erforderten viel Übung. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass meine Vorstellung schneller war als meine technischen Fähigkeiten. Das führte zu Unsicherheit und Zweifeln, ob das Bild am Ende so wirken würde, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Gleichzeitig habe ich genau durch diese Schwierigkeiten gelernt, geduldiger zu arbeiten und bewusster Entscheidungen zu treffen. Ölfarben zwingen mich dazu, langsamer zu werden, Fehler zu akzeptieren und Prozesse auszuhalten. Rückblickend sehe ich diese Herausforderungen nicht mehr als Hindernis, sondern als wichtigen Teil meiner künstlerischen Entwicklung. Sie haben mir geholfen, meinen eigenen Stil zu finden und dem Material mit mehr Respekt zu begegnen.