Standort I

Das Titelbild für Standort I

«Mir hend fäng so viel lustigi Sache im Studium erlebt, es wär scho chli cool das irgendwie festhalte, nööd?» «Digezzzz!!» «Aber wie?» «Machemer e Mockumentary!» «E was?!». Was als lustige Idee begann, wurde zur Realität. Wir, Stephanie Römer und Lisa Strebel, durften dieses Semester unser Herzensprojekt umsetzen. Vom Drehbuch, über Casting zur Regie bis hin zum Schnitt, haben wir alles selbst gemacht. Und es gab einiges zu tun…

Preproduction

Vor ca. einem Jahr starteten wir mit der Idee, eine Mockumentary über unseren Studiumsalltag zu machen. Doch bis man von der Idee beim Endprodukt oder überhaupt erst beim Drehtag angekommen ist, braucht es einiges an Vorbereitung. Begonnen haben wir mit einer sehr ausführlichen Charakterentwicklung inklusive Backgroundstory für jeweils sechs Protagonist:innen. Dann wurden mögliche Storylines, respektive Inhalte gesucht. Insgesamt kamen wir bei dieser Sammlung auf Inhalte, mit denen wir wohl noch 7 weitere Folgen produzieren könnten. Mit den gefundenen Inhalten und fertig entwickelten Charakteren wurde die grobe Struktur der ersten Folge geschrieben. Wir orientierten uns hier an gängigen Handlungsstrukturen mit Einleitung, Wendepunkt und Auflösung. Parallel dazu fragten wir unsere Wunschkandidat:innen für die Rollen, sowie die Crew an. Dabei waren wir ziemlich erfolgreich und konnten auch schon bald das Drehdatum festlegen. Die Koordination der verschiedenen Terminkalender von Cast und Crew stellte eine ziemliche Herausforderung dar, weshalb wir schlussendlich nur einen einzigen Drehtag Zeit hatten, alles zu filmen. Da uns bewusst war, dass die Zeit knapp wird, erstellten wir einen genauen Drehplan, übten einiges im Vorhinein und brieften unsere Leute. Dennoch die Frage, ob wir das schaffen?

Production

Am Probetag und am Drehtag selber, sowie bei den technischen Vorbereitungen haben uns Cédric Züllig (Kamera) und Nicola Hofmänner (Ton) unterstützt. Während des Drehs übernahm Luca Mosberger die zweite Kamera. Viele unserer Mitstudierenden konnten wir als Schauspieler:innen, respektive Statist:innen gewinnen – welch ein Glück! Sie halfen uns, unsere Vision zum Leben zu erwecken.

Postproduction

Im Schnitt konnten wir endlich unser gesamtes Material sichten. Nach dem Aussuchen der besten Takes, Synchronisieren von Bild und Ton und dem Aufbauen der Handlungsstruktur Szene für Szene stand ein erster Rohschnitt. Mit anschliessendem Sounddesign und Komposition von Musik, sowie mit Color Correction und Color Grading war die Folge schon fast fertig geschnitten. Ganz am Schluss zauberten wir noch ein passendes Intro, sowie eine passende Darstellung der Credits am Schluss.

Screenshot

Fazit

Es gibt immer Dinge, die man im Nachhinein anders oder besser gemacht hätte. Wir können aber sagen, dass wir extrem stolz auf unser Projekt sind.

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Und wer weiss, vielleicht gibt es ja bald eine 2. Folge…

(vha)

Stephanie und Lisa
Uns war von Anfang an klar, wie viel Arbeit solch ein Projekt werden wird. Die wenigen Semester audiovisuelles Erzählen die wir hatten, haben uns vielleicht gelehrt wie man Kurzdokus produziert – eine Folge einer fiktiven Serie mit Skript und Schauspieler:innen war jedoch komplettes Neuland für uns beide. Da uns die Idee aber monatelang nicht in Ruhe liess, entschieden wir uns das Projekt umzusetzen. Also erstellten wir ein Miro-Board auf dem wir alle möglichen Charaktere, Plots, lustige Momente, Dynamiken und Konflikte festhielten. Nach längerem Aus- und Umsortieren hatten wir unsere sieben Protagonist:innen und den Plot der ersten Folge.

Mit unseren Charakteren und einem ungefähren Ablauf machten wir uns daran, das Skript zu schreiben. Mal schrieben wir zusammen, mal getrennt, mal sprühten wir nur vor Ideen, mal sassen wir mehrere Stunden an einer Seite Skript. Auch wenn wir viel Inspiration von unseren eigenen Erlebnissen mit einfliessen lassen konnten, war es uns wichtig nicht nur Momente einzubinden, sondern gesamte Storylines zu erzählen. Ausserdem wollten wir diese Folge als „die Ersten von Vielen“ aufbauen, sodass wir in Zukunft weiterhin mit unseren Protagonist:innen arbeiten könnten. Nachdem die erste Version des Skripts stand, überlegten wir uns weitere wichtige Details wie Regieanweisungen oder Bewegungen der Charaktere.

Noch während der Finalisierung des Drehbuchs, legte wir einen Drehtermin fest und fragten unsere Protagonist:innen an. Da wir auf mindestens sieben Leute vom Cast angewiesen waren, konnten wir nur einen Drehtag finden, der für alle passte. Ursprünglich war noch ein Storyboard geplant, sodass vor allem die Person an der Kamera genau weiss, wann sie wo stehen muss, welche Person im Fokus ist usw. Aufgrund von Zeitdruck war es uns nur möglich einen Probetag mit der Crew durchzuführen, an welchem wir alle Einstellungen zusammen durchgegangen sind, sodass alle für den richtigen Drehtag vorbereitet waren. Auch für die Vorbereitung auf den Drehtag haben wir Briefings für unsere Protagonist:innen geschrieben. Darin standen erweiterte Infos zu ihren Charakteren, unter anderem Charaktereigenschaften und welche Kostüme sie für den Dreh mitbringen sollten.

Für uns war es das erste Mal Regie, respektive Produktionsleitung. Deshalb waren wir sehr froh, dass alle mitgedacht und selbstständig gearbeitet haben. Obwohl von unseren Schauspieler:innen quasi niemand Erfahrung vor der Kamera mitbrachte, machten sie ihre Arbeit sehr gut. Da wir den ganzen Cast bereits ziemlich gut kannten, fiel es uns leicht Regieanweisungen zu geben und die Leute zu bitten etwas drei, vier oder sieben Mal zu machen (danke für euchi Geduld <3).

Der Zeitplan war straff – als Produktionsleitung ein riesiger Stress. Besonders, wenn dann Nicola sich meldet «Nei, Ton louft ned. Z Zoom isch wieder abgläge…». Dann hiess es schnell Batterien wechseln und hoffen, dass es nun wieder eine Weile läuft. Da ein Teil der Schauspieler:innen früher gehen musste, haben wir Szenen geschoben und am Schluss einfach gehofft, dass wir alles haben. Interviews könnten wir ja schlimmstenfalls auch später noch nachdrehen. So kam es auch. Vier der sechs Interviews mussten wir auf einen anderen Drehtag schieben.

Im Schnitt suchten wir uns erst die besten Takes heraus und synchronisierten anschliessend Ton und Bild. Da wir während des Drehs mit einer Klappe gearbeitet haben, konnten wir relativ schnell die passenden Tonspuren zu den jeweiligen Clips finden. Erst im Schnitt bemerkten wir kleine Continuity Errors. Da diese aber fast nicht auffallen und wir am Drehtag schlichtweg nicht genug Zeit gehabt hätten darauf zu achten, störten uns diese nicht allzu sehr.
Anschliessend bauten wir den dramaturgischen Aufbau der kompletten Folge. Da es ein Comedy-Format ist, war es noch wichtiger als sonst auf das Timing zu achten. Glücklicherweise hatten wir die meisten Takes aus zwei Kameraperspektiven, sodass wir wenn nötig problemlos hin und her schneiden konnten. Nachdem alle Szenen so gut wie fertig waren, schnitten wir eine Einstiegsszene, sowie das Outro mit den Credits und versuchten uns in After Effects mit einem Intro. Weil wir es nicht lassen konnten, erstellten wir ein kleines Blooper-Reel für ganz am Schluss. In der Audio-Post wurden wir vor einige Probleme gestellt, da wir bei einzelnen Momenten am Dreh Denkfehler gemacht haben, die wir nun im Ton ausbügeln sollten. So haben wir einzelne Aufnahmen im Nachhinein noch nachvertont. Ebenfalls eine Schwierigkeit war, herauszufinden wo das perfekte Mittelmass ist zwischen einem guten Klang und einem realistischen Raumklang. Die Color Correction und das Color Grading waren für uns ebenfalls nicht ganz einfach, da wir beide noch nicht viel Erfahrung in dem Bereich hatten und bei längerem anschauen der Clips alles irgendwie mal grün, dann pink, dann wieder orange aussah. Nach mehrmaligem Überprüfen und Überarbeiten des finalen Projekts, war die Folge fertig geschnitten und konnte publiziert werden.

Cédric
Ich war noch nie für die Kamera bei einem fiktionalen Projekt zuständig. Daher war der Dreh für mich komplettes Neuland und eine grosse Herausforderung. Allein die körperliche Anstrengung, das Easy Rig + Kamera den ganzen Tag zu tragen, hat mich überrascht. Anders als bei non-fiktionalen Projekten hatte ich hier den Luxus, zu sagen: „Ups, mein Fehler, bitte nochmals”, wenn ich z. B. den Fokus nicht korrekt getroffen hatte. Bei einem Dokumentarfilmprojekt geht das nicht. Was allerdings schwierig war, war die zeitliche Komponente: Der ganze Drehtag war sehr eng getaktet, das heisst, ich konnte mir nicht allzu viele Fehler erlauben. Das hat nur funktioniert, weil Lisa und Stephanie den kompletten Drehtag gut strukturiert haben und wir am Tag davor den kompletten Drehplan einmal durchgeprobt haben. Alles in allem bin ich aber glücklich darüber, wie das Projekt geworden ist, und bin sehr froh, diese Erfahrungen gemacht haben zu dürfen.

Nicola
Während des Drehs der Mockumentary war ich für den Ton verantwortlich. Zu Beginn kümmerte ich mich um das Verkabeln der Schauspielerinnen und Schauspieler mit Lavalier-Mikrofonen. Im weiteren Verlauf bediente ich das Boom-Mikrofon und überwachte während der Aufnahmen kontinuierlich die Pegel. Neben technischen Schwierigkeiten wie einem überhitzenden Mixer und Akkus mit begrenzter Laufzeit stellte auch die Geräuschkulisse im Medienhaus eine zusätzliche Herausforderung dar. Trotz dieser Umstände konnten wir den Dreh jedoch ohne grössere Probleme erfolgreich zu Ende bringen.