Spotschicht – Zwischen Kittel & Klatsch (the final shift)

Beitragsbild spotschicht (the final shift)

Die letzte Schicht hat begonnen. In unserer vierten und vorerst letzten Staffel auf Digezz freuen wir uns, zwei neue Folgen mit euch zu teilen. Diesmal stehen sie ganz im Zeichen unserer Gäste und ihren Stories.

Wie die Zukunft des Formats aussieht, wissen wir noch nicht. Wir sind offen dafür, das Projekt weiterzuführen – vielleicht sogar mit Unterstützung des Kantonsspitals St. Gallen. Für diese Staffel haben wir uns entschieden, den Fokus voll auf den Inhalt zu legen. Deshalb gibt es dieses Mal «Audio Only». Das hat uns ermöglicht, auch mit Menschen zu sprechen, die sich nicht filmen lassen wollten oder konnten.

Wir freuen uns, wenn ihr den Podcast auf YouTube oder Spotify abonniert.

#6 – Akut krank – auf einmal geht gar nichts mehr!


In dieser Folge wechseln wir die Perspektive und lassen Stefan, einen ehemaligen Patienten zu Wort kommen. Vor etwa anderthalb Jahren lag er nach einem schweren Unfall bei Flavia und Natascha auf der Station. Heute erzählt er uns, wie sich der Weg zurück ins Leben anfühlt.

Stefan nimmt uns mit in die Zeit nach seinem Sturz aus einem fahrenden Taxi, ausgelöst durch zu viel Alkohol. Er spricht über die Momente der Not-Operation, das künstliche Koma und den mühsamen Prozess des Erwachens. Er musste nicht nur das Laufen neu lernen, sondern kämpfte auch mit Realitätsverlust und Halluzinationen.

Besonders bewegend sind die Einblicke in seine emotionale Genesung und wie ihm sein Fotoalbum dabei half, die verlorene Zeit im Krankenhaus zu rekonstruieren. Eine Folge über den Kampf zurück in den Alltag und die Bedeutung von Empathie aus Sicht eines Betroffenen.

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#7 – Demenz – Königsdisziplin der Pflege


Die Krankheit wirkt auf Aussenstehende oft beängstigend: die Demenz. Ein fortschreitender Verlust von Gedächtnis und Orientierung, der die eigene Persönlichkeit verändert. Es geht um die Angst vor dem Kontrollverlust und die Unsicherheit, wenn die eigene Identität schwindet.

In dieser Folge sprechen wir mit Laura, die über fünf Jahre Erfahrung auf spezialisierten Demenzabteilungen hat. Sie zeigt uns, dass der Alltag dort nicht nur belastend, sondern oft auch überraschend und skurril ist. Wir erfahren, wie man mit Patienten umgeht, die einen extremen Bewegungsdrang haben oder aggressiv werden.

Wie holt man jemanden ab, der in einer völlig anderen Realität lebt? Wie geht man mit Aggressionen um, die man niemals persönlich nehmen darf? Und warum sind Hansi Hinterseer und eine Prise Humor manchmal die einzigen Mittel, um den Wahnsinn des Alltags nicht nur zu überstehen, sondern ihn auch lieben zu lernen.

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(vha)

Konzept & Umstrukturierung
In diesem Semester gab es personelle Umstrukturierungen zu bewältigen. So hat sich beispielsweise Giuseppina in den Mutterschaftsurlaub verabschiedet. Der Fokus liegt in dieser Staffel weniger auf amüsanten Gesprächen, sondern auf den Stories der Gäste. Aus unterschiedlichen Gründen wurde schon vor Beginn entschieden, diesmal ganz auf «Audio Only» zu setzen. Ein Hauptgrund war, dass Gespräche mit teils schwer kranken Patient:innen geplant waren, die sich verständlicherweise nicht filmen lassen wollten.

Das eröffnete ganz neue Möglichkeiten für die Aufnahmen. Reaktionen wie z.B. «Endlich keine nervige Kamera mehr, dann kann ich ja in Jogging-Hose erscheinen» zeigten die Erleichterung. Auch der wegfallende Transport des gesamten Equipments war ein Vorteil. Keine Kulisse, kein Makeup, keine glänzenden Gesichter – jeder wie er ist. Ein befreiendes Gefühl, das nicht nur während der Aufnahmen, sondern auch bei den Vorbereitungen spürbar war. Zum ersten Mal konnte ein richtiges Skript zusammengeschustert und auch eingehalten werden – ohne Ablenkung durch Kameras.

YouTube & Visuals
Da ausschliesslich Audio aufgenommen wurde, stellte sich die Frage des Umgangs mit YouTube, wo viele Zuschauer:innen erreicht werden. Die Audio-Version jeder Folge wurde in After Effects mit einem schönen dynamischen Overlay (Titel, Beschreibung und Bild) versehen, um das Erlebnis trotzdem attraktiv zu gestalten. Das hat sehr gut funktioniert. Des Weiteren wurde an den Thumbnails geschraubt und diese mutiger gestaltet. Da Gäste in den Folgen vorkommen, sollen sie auch im Zentrum stehen.

Fortschritte beim Workflow mit RODECaster
Es ist schön zu sehen, wie die drei Hosts immer besser werden, vor allem was die Gesprächsführung und die Füllwörter betrifft. Durch die entspannte Situation ohne Kamera lag der Fokus auf dem Skript und dem roten Faden, ohne darüber nachzudenken, wie die Kamera gerade die eigene Nase in Szene setzt.

«Audio Only» bedeutete mehr Zeit zum Mischen. Für die Aufnahmen haben wir diesmal einen RODECaster Pro genutzt. Alle hatten den gleichen Sound auf den Ohren und konnten sich perfekt verstehen, ohne zu improvisieren. Die Aufnahmen waren ausserdem angenehmer zu handeln, mit der Möglichkeit einzugreifen, wenn es nötig war – etwa wenn kleine Passagen wiederholt werden mussten oder die Aussprache zu kompliziert war. Für solche Eingriffe fehlte früher die Zeit. Zudem konnte ich mich genauer mit den Einstellungen des RODECasters auseinandersetzen. Die Aufnahmen liefen dieses Mal ausschliesslich über das Gerät, was auch bei der späteren Audiobearbeitung sehr bequem war.

Herausforderungen
Es waren mehr Folgen geplant und vorbereitet. Leider mussten «Patient:innen» die Aufnahme mehrmals kurzfristig absagen, da sie notfallmässig auf die Intensivstation verlegt wurden. Da diese Personen bereits im Krankenhaus unter stetiger Überwachung sind, war dies ein Risiko. Trotzdem konnten spannende Alternativen gefunden werden, die nicht weniger wertvoll für die Geschichten waren.

Mit der Mikrofon-Situation sind wir noch nicht ganz zufrieden, da im Moment unterschiedliche Typen («Kondensator» und «Dynamisch») im Einsatz sind. Die Unterschiede bei der Bearbeitung sind dadurch sehr stark und erfordern viele Anpassungen.