Social Media Aufbau Seniorenzentrum Aumatt (Bilder)

Dieses Projekt begleitete mich über mehrere Monate und entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem sehr umfassenden Arbeitsprozess. Seit Juni durfte ich den Instagram-Account des Seniorenzentrums Aumatt übernehmen und kontinuierlich weiterentwickeln. Was zunächst als einzelne Aufgabe begann, wuchs im Laufe der Zeit zu einem ganzheitlichen Social-Media-Auftritt heran, der heute Instagram, TikTok und Facebook umfasst und vollständig von mir alleine betreut wird.

Projektbeschreibung & Prozess

Zu Beginn meiner Tätigkeit im Juni stand die Erarbeitung eines Social-Media-Konzepts im Vordergrund. Dieses Konzept wurde nicht einmalig erstellt, sondern mehrfach überarbeitet, angepasst und gemeinsam mit meinem Vorgesetzten diskutiert, bis es sowohl meinen eigenen Vorstellungen als auch den Erwartungen des Seniorenzentrums entsprach. Bereits in dieser Phase wurde deutlich, dass es sich um ein langfristiges Projekt handeln würde, das klare Strukturen und eine langfristige Vision benötigt.

In der Anfangszeit bestand meine Aufgabe hauptsächlich darin, zugeschicktes Material – Videos und Bilder von Ausflügen oder internen Aktivitäten – zu Reels zu schneiden und aufzubereiten. Obwohl dieser Workflow funktionierte, merkte ich relativ schnell, dass ich mit den Ergebnissen unzufrieden war. Die Inhalte wirkten weder ästhetisch noch erzählerisch spannend, und rein dokumentarische Videos von Ausflügen entsprachen nicht meiner Vorstellung von zeitgemässem Social Media.

Ein weiteres grosses Hindernis war die Tatsache, dass ich keine Gesichter zeigen durfte, was meine gestalterischen Möglichkeiten stark einschränkte. Dadurch wurde es schwieriger, Nähe, Emotionen und Identifikation aufzubauen. Diese Situation führte dazu, dass ich zunehmend merkte, dass ich so nicht gut arbeiten konnte und dass meine Rolle stärker definiert werden musste.

Im August führte ich deshalb mehrere Meetings, in denen ich offen kommunizierte, dass ich unter diesen Bedingungen weder zufriedenstellende Inhalte produzieren noch mein Potenzial ausschöpfen kann. Diese Gespräche waren anspruchsvoll, aber notwendig. Erst ab Oktober veränderte sich die Situation spürbar: Ich erhielt mehr Vertrauen, durfte selbst produzieren und meine eigenen Ideen umsetzen. Dafür bekam ich technisches Equipment wie Mikrofon und Licht, holte selbstständig Bewilligungen ein und konnte mit der eigenständigen Produktion beginnen.

Ab diesem Zeitpunkt stieg nicht nur der zeitliche Aufwand, sondern auch meine Motivation deutlich. Im November startete ich zusätzlich einen TikTok-Account für das Seniorenzentrum. Ab diesem Moment machte mir die Arbeit erstmals richtig Spass, da ich alle Inhalte eigenständig planen, drehen, schneiden und veröffentlichen durfte. Ich bin die einzige Person im Haus, die für Social Media verantwortlich ist, und führe Instagram, TikTok und Facebook komplett alleine.

Auf TikTok wurden die Videos von Anfang an sehr gut aufgenommen. Nach rund 1,5 Monaten erreichte der Account knapp 100 Follower sowie rund 4500 Likes. Daraus entwickelte sich eine klare Content-Strategie:
Auf Instagram erklären wir, zeigen Einblicke und informieren – auf TikTok steht Unterhaltung im Vordergrund. Diese Trennung half dabei, beide Plattformen gezielter zu bespielen und Inhalte besser einzuordnen.

Nach mehreren weiteren Meetings bin ich heute sehr zufrieden mit dem Handlungsspielraum, den ich habe. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich noch nicht sehr erfahren bin. Es ist das erste Mal, dass ich einen Social-Media-Auftritt in dieser Verantwortung alleine führen darf. Gerade zu Beginn war ich oft unzufrieden mit meiner Arbeit. Erst mit der Zeit erkannte ich, was verbessert werden muss und wie wichtig Klarheit, Wiedererkennbarkeit und Struktur sind.

Ende Dezember gestaltete ich deshalb eine Vorlage, die ich künftig konsequent für Instagram-Posts und Reels einsetzen möchte, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen. Einmal pro Woche war ich jeweils einen ganzen Tag vor Ort, um zu drehen und anschliessend zu schneiden. Zusätzlich habe ich sehr viel vorgeproduziert, da ich von Januar bis Ende März am Reisen bin und die Accounts dennoch weiter bespielen möchte.

Im Dezember kamen zusätzlich mehrere Aufgaben hinzu, die den langfristigen Aufbau der Social-Media-Arbeit unterstützten. Ich konzipierte und leitete einen eigenen Workshop, in dem ich zwölf Mitarbeitenden einen Einblick in Social Media gab. Dafür bereitete ich eine Präsentation, konkrete Aufgaben sowie einen Guide, den ich für alle Teilnehmenden ausdruckte, vor. Im Workshop erklärte ich Grundlagen zu Bild- und Videoaufnahmen und zeigte, worauf bei der Erstellung von gutem, verwertbarem Material geachtet werden sollte. Der Workshop dauerte einen ganzen Nachmittag und erforderte sowohl inhaltliche Vorbereitung als auch eine klare Vermittlung der Inhalte.

Ergänzend dazu hielt ich drei Präsentationen, mit dem Ziel, Mitarbeitende zu motivieren, sich freiwillig an der Social-Media-Arbeit zu beteiligen. Diese Präsentationen waren wichtig, um das Projekt intern zu verankern, Unterstützung zu gewinnen und langfristig mehr Möglichkeiten für Inhalte und Perspektiven zu schaffen.

Neben der inhaltlichen Arbeit war dieses Projekt vor allem auch zwischenmenschlich sehr intensiv. Ich hatte mehrere lange und teilweise anstrengende Drehtage mit den Senior:innen. Da ich nicht aus dem Gesundheits- oder Pflegebereich komme, musste ich mich zuerst in dieses Umfeld einfinden und ein Gespür für Abläufe, Bedürfnisse und Grenzen entwickeln. Bevor Inhalte entstehen konnten, war es deshalb zentral, Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu schaffen. Viele Gespräche, Wiederholungen und kleine Begegnungen waren nötig, bis sich die Senior:innen wohlfühlten. Dieser Prozess nahm viel Zeit in Anspruch, war jedoch entscheidend für den Erfolg der Inhalte und meine eigene Weiterentwicklung.

Technisch habe ich in diesem Projekt enorm viel gelernt und mich gleichzeitig meiner eigenen Unsicherheit gestellt. Besonders intensiv arbeitete ich mit der App CapCut, in die ich mich Schritt für Schritt einarbeitete. Der Entscheid, mit CapCut zu schneiden, fiel bewusst, da ich so ortsunabhängig arbeiten kann – auch während meiner Reisen.

Abschliessend hat sich dieses Projekt für mich weniger wie ein einzelner Auftrag angefühlt, sondern vielmehr wie ein fortlaufender Lernprozess. Über mehrere Monate hinweg konnte ich Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und meine Arbeitsweise kontinuierlich hinterfragen und anpassen. Besonders deutlich wurde mir, wie wichtig Struktur, Klarheit und einheitliche Gestaltung für langfristige Social-Media-Arbeit sind. Gleichzeitig hat mir die Arbeit gezeigt, wie zentral der respektvolle Umgang mit Menschen ist – gerade in einem sensiblen Umfeld wie dem Gesundheitswesen. Heute blicke ich mit einer klaren Vision und deutlich mehr Sicherheit auf die Weiterführung der Accounts und nehme aus diesem Projekt nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch wertvolle persönliche Erfahrungen mit.

@szaumatt
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Beispiel Workshop

Text

(vha)

Rückblickend war dieses Projekt deutlich fordernder, als ich zu Beginn erwartet hatte. Gerade am Anfang war ich oft überfordert und unzufrieden, da mir Struktur, Erfahrung und klare Abläufe fehlten. Erst im Laufe der Zeit erkannte ich, dass ich für eine solche Aufgabe mehr Planung, einheitliche Gestaltung und klare Prozesse brauche.

Gleichzeitig war es ein sehr ehrlicher Lernprozess. Ich musste lernen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und mit unterschiedlichen Erwartungen umzugehen. Besonders der Umgang mit Menschen – vor allem mit den Senior:innen – hat mir gezeigt, dass gute Medienarbeit Zeit, Geduld und Empathie erfordert.

Heute habe ich eine klare Vision für die Accounts und eine Strategie, die ich ab 2026 konsequent weiterverfolgen möchte. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wo meine Grenzen lagen, wo ich gewachsen bin und wie wichtig Struktur, Vertrauen und langfristiges Denken in der Medienproduktion sind.